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Ein Leben für die Affen

Brett Morgen erforscht in einem beeindruckenden Dokumentarfilm das Leben von Jane Goodall. Der Film basiert auf altem Archivmaterial der britischen Verhaltensforscherin.
Irene Genhart
Jane Goodall um 1960 im Gombe-Nationalpark (Tanzania) mit dem Schimpansen, dem sie den Namen David Greybeard gab. (Bild: Mindjazz)

Jane Goodall um 1960 im Gombe-Nationalpark (Tanzania) mit dem Schimpansen, dem sie den Namen David Greybeard gab. (Bild: Mindjazz)

Als Jane Goodall 1960 im Gebiet des heutigen Nationalparks von Gombe, Tansania, eintraf, wähnte sie sich im Paradies: Seit ihrer Kindheit träumte die 26-jährige Britin davon, nach Afrika zu reisen und mit wilden Tieren zu arbeiten. Nun war es so weit und dies, obwohl Goodall nicht hatte studieren können: Der Paläoanthropologe Louis Leakey suchte für ein Projekt, bei dem er ­Schimpansen in freier Wildbahn beobachten liess, explizit wis­senschaftlich unbelastete Teil­nehmer.

Tatsächlich entwickelte Good­all ihre eigenen Methoden. Sie beobachtete die Affen. Gab ihnen Namen und legte ihnen Futter hin, bis die Tiere sich an ihre Anwesenheit gewöhnt hatten und sich von ihr gar berühren liessen. Dabei gelangen Goodall bahnbrechende Entdeckungen. Zum Beispiel, dass Affen, ähnlich wie Menschen, Werkzeuge benutzen, ihre Kinder erziehen und bisweilen Stammesfehden austragen; weniger erfreulich war die Erkenntnis, dass der Kontakt mit Menschen den Affen Erkrankungen wie Polio beschert.

Engagiert für Natur- und Tierschutz

Obwohl in ihren Anfängen als Laienforscherin verlacht und bisweilen despektierlich als «Cover Girl von National Geographic» bezeichnet, ging Goodall ihren Weg. Das ursprünglich auf sechs Monate anberaumte Gombe-Projekt entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer der längsten Real-­Life-Studien. Goodall ist heute angesehen und engagiert sich im Alter von 84 Jahren noch vehement für Natur- und Tierschutz.

Nun hat der Amerikaner Brett Morgen – man verdankt ihm u. a. den 2015 entstandenen Dokumentarfilm «Cobain: Montage of Heck» – einen Dokumentarfilm über Goodall realisiert. Schlicht «Jane» titelt dieser, als Stock zu Grunde liegt ihm Material, das über 50 Jahre unberührt im Archiv von «National Geographic» lag. Die Zeitschrift nämlich hat Goodall 1960 nach einigen Monaten den Tierfotografen Hugo van Lawick hinterhergeschickt.

Ohne Ton und oft schwarzweiss

Es sind zum Teil sensationelle Aufnahmen, die Lawick – auf 16 mm, meist ohne Ton und oft schwarzweiss – mit untrüglichem Blick für die Schönheit von Tier und Natur, vor allem aber auch die vor Leidenschaft glühende Jungforscherin damals schoss.

Regisseur Brett Morgen hat diese geschickt montiert, intensiv nachbearbeitet und Goodall als Erzählerin ihrer eigenen Geschichte gewonnen. Und so ist «Jane» – auch wenn der Soundtrack von Philipp Glass bisweilen nervig pompös daherkommt – ein beeindruckender Film über eine Frau, die ihrer Leidenschaft folgend sich sozusagen notgedrungen emanzipierte, auch wenn sie dies privat Einiges – etwa die Ehe und das Zusammensein mit ihrem Sohn in Kinderjahren – kostete.

Premiere von «Jane» am Sonntag, 15. Juli 2018, 11 Uhr, im Kino Bourbaki (Luzern). Anschliessend Gespräch mit Rahel Noser vom Jane-Goodall-Institut Schweiz.

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