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Igor Levit feiert mit einer neuen CD das Leben im Angesicht des Todes

Ein Plädoyer für Konzeptalben im Zeitalter individueller Playlists: Igor Levit (31) bestätigt sich mit seiner «Lebensfeier» angesichts des Todes als einer der profiliertesten Klavierstars seiner Generation.
Urs Mattenberger
Der Pianist Igor Levit beim Eröffnungskonzert von Andermatt Swiss Alps Classics am Sonntag, 25. Juni 2017, in Andermatt. (Keystone/Alexandra Wey)

Der Pianist Igor Levit beim Eröffnungskonzert von Andermatt Swiss Alps Classics am Sonntag, 25. Juni 2017, in Andermatt. (Keystone/Alexandra Wey)

Im Zeitalter individueller Playlists drohen Konzeptalben aus der Mode zu kommen. Im Klassik-Bereich sind sie trotzdem auf dem Vormarsch, wie Lucerne Festival am Piano beweist. Treibt das Cameron Carpenter den Individualismus mit seiner Hightech-Orgel auf die Spitze, (siehe Seite 13), treten mit Igor Levit, András Schiff und Andreas Haefliger drei Pianisten mit thematisch komponierten Programmen auf. Tatsächlich als Konzeptalbum hat Levit das Programm, mit dem das Festival eröffnet, bereits auf CD eingespielt.

Unter dem Titel «Igor Levit, Life» hat der in Deutschland lebende Russe nach dem Tod eines Freundes Werke zu einer «Lebensfeier» angesichts des Todes zusammengestellt.

Ganz direkt darauf Bezug nimmt Frederic Rzewskis schwebend und fast tänzerisch leichte Trauermusik für einen verstorbenen Freund («A Mensch»). Ins Allgemeine gewendet wird das Thema im Mystizismus, der die übrigen Werke verbindet: von Busonis «Fantasia» nach Bach, Bachs Chaconne (in der Bearbeitung von Brahms) bis zu Liszts Fantasie und Fuge über den Choral «Ad nos, ad salutarem undam» (nach Meyerbeer).

Hypervirtuose Kathedralenpracht

Für das Leben stehen die vielfältigen Bewegungsmuster, welche die von Igor Levit mit Seelenruhe und körperhaftem Ton ausgebreitete Choralton-Feierlichkeit beleben – gipfelnd in der hypervirtuos unter- und überwucherten, in Busonis Adaption noch übersteigerten Kathedralenpracht von Liszts Meyerbeer-Choral.

Die bestechende Kernidee des pianistisch souverän bewältigten Programms liegt freilich in den musikalischen Querbezügen, die quasi den Dialog mit den Toten ins Kompositorische übertragen. Dafür stehen nicht nur die Bearbeitungen, sondern Einflüsse und Anleihen, die sich als «stille Post» (Levit) von Bach bis zu Bill Evans «Peace Piece» ziehen: Wie sich pendelnde Begleitfiguren mal zum Glockenschlag vereinfachen («Parsifal»-March von Liszt/Wagner), mit melodischen Linien verflechten (Chaconne) oder zu einem grüblerischen Gewebe verdichten wie in Schumanns Geistervariation (in der lyrischen Verinnerlichung ein Herzstück des Programms) schafft eine vital pulsierende Transzendenz ganz eigener Art.

Igor Levit: Life (Sony, zwei CDs). Konzert am Piano-Festival: Samstag, 17. November, 18.30, Konzertsaal, KKL. www.lucernefestival.ch

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