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Corbusier-Pavillon in Zürich: Ein leuchtendes Juwel

Der Pavillon Le Corbusier in Zürich ist seit kurzem wieder öffentlich zugänglich. Es ist das letzte Bauwerk des Schweizer Architekten und das einzige in der Deutschschweiz.
Urs Bader
Ein architektonisches Vermächtnis: der Pavillon Le Corbusier in Zürich. (Bild: Christian Beutler/KEY)

Ein architektonisches Vermächtnis: der Pavillon Le Corbusier in Zürich. (Bild: Christian Beutler/KEY)

Zuerst fallen die intensiv leuchtenden Farben der Fassadenpaneele des Pavillons ins Auge. Und sogleich auch das Dach, das über dem Gebäude des legendären Architekten Le Corbusier zu schweben scheint. Im Kontrast zur Farbigkeit und zur Leichtigkeit der Konstruktion steht die angefügte Betonrampe, die zusammen mit einer Treppe im Innern der Erschliessung des Gebäudes dient.

Es ist das einzige Gebäude aus Stahl und Glas des 1887 geborenen Schweizer Architekten. Und es ist zugleich sein letztes. Er starb 1965 während der Bauarbeiten. Der Pavillon ist seit kurzem wieder öffentlich zugänglich, nachdem er vorher während 18 Monaten für 5,4 Millionen Franken restauriert worden war.

Statt blanker Beton Stahl und Glas

Der Pavillon in einer Parkanlage an der rechten Zürichseeseite geht auf eine Privatinitiative zurück. Die Innenarchitektin, Galeristin und Mäzenin Heidi Weber war seit 1958 eine Vertraute von Le Corbusier. Sie produzierte seine frühen Möbelentwürfe und zeigte und vermarktete seine Zeichnungen, Gemälde, Druckgrafiken und Wandteppiche. 1960 schlug sie ihm vor, in Zürich ein Museum für sein Schaffen zu bauen. Le Corbusier, der sich seit längerem schon mit der Idee eines Ausstellungsraums beschäftigt hatte, plante zunächst einen Betonbau, ging dann aber einen für ihn neuen Weg: Er entschied sich für eine kubisch-modulare Stahl-Glas-Konstruktion mit farbigen, emaillierten Blechpaneelen. Die einzelnen Elemente sollten gemäss seinen Ideen vorfabriziert und vor Ort montiert werden.

Die Arbeiten begannen 1964, Bauherrin war Heidi Weber, die das «Centre Le Corbusier» 1967 einweihte und dann während 50 Jahren als Direktorin und Kuratorin führte. Unter ihrer Leitung fanden viele Ausstellungen und Veranstaltungen statt, die Le Corbusiers Schaffen als Gesamtkunstwerk zu vermitteln versuchten, ganz im Sinne von dessen «Synthèse des arts».

2014 lief der Baurechtsvertrag von Heidi Weber mit der Stadt Zürich aus, die das Grundstück am See zur Verfügung gestellt hatte und nun Besitzerin des Zentrums wurde. Das Haus hatte viele Hochs und Tiefs, und noch heute laufen Rechtsstreitigkeiten zwischen der Stadt Zürich und der 92-jährigen Heidi Weber. Für den Betrieb des Pavillon Le Corbusier, so der neue Name, ist jetzt das Zürcher Museum für Gestaltung zuständig.

Ein architektonischer Spaziergang

Im Innern des lichtdurchfluteten Gebäudes dominieren – im Kontrast zur Fassade – warme Holztöne. Eine «promenade architecturale» lädt über mehrere Geschosse zur Entdeckung des Ausstellungspavillons ein. Als Teil dieser Promenade ergänzen sich als formale Gegensätze Treppen und Rampe, die zum architektonischen Vokabular Le Corbusiers gehört. Zu sehen sind neben Plastiken und Gemälden auch Stühle und Liegen, die man auch benutzen darf. Eine kleine Dauerausstellung mit 17 Fotografien von René Burri zeigt den Blick des renommierten Schweizer Fotografen auf das Schaffen und die Person Le Corbusiers.

Auf der Homepage des Pavillons lässt sich die «promenade architecturale» über 18 Stationen und mit vielen Detailinformationen auch vor dem Bildschirm machen, am Computer dauert der Rundgang etwa 45 Minuten. Auf der Homepage findet sich auch der 30-minütige Film, den Fredi Murer und der Fotograf Jürg Gasser über die Entstehung des Hauses drehten. Im Pavillon wird nun jährlich eine Wechselausstellung gezeigt, die das Werk Le Corbusiers thematisiert. Die erste heisst «Mon univers». Sie dokumentiert die Sammelleidenschaft des Architekten und gibt einen Einblick in seinen Lebens- und Schaffenskosmos. Fundstücke aus der Natur, Kult- und Gebrauchsgegenstände spielen für seine Vision einer Synthese der Künste genauso eine Rolle wie Kunstobjekte.

Hinweis
Der Pavillon ist nicht ganzjährig geöffnet; 2019 bis 17.11. Di–So 12–18, Do 12–20 Uhr. www.pavillon-le-corbusier.ch

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