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Blue-Balls-Festival in Luzern eröffnet – über 100'000 Besucher werden erwartet

Der Wahlluzerner Seven eröffnete am Freitagabend das Blue Balls. Dabei zeigte er, dass er nicht nur an Popularität, sondern auch an Format gewonnen hat.
Michael Graber
Seven überzeugte im Konzertsaal des KKL auch mit seinen Entertainer-Qualitäten und viel Witz. (Bild: Manuel Jans-Koch (Luzern, 20. Juli 2018))

Seven überzeugte im Konzertsaal des KKL auch mit seinen Entertainer-Qualitäten und viel Witz. (Bild: Manuel Jans-Koch (Luzern, 20. Juli 2018))

Vor zwanzig Jahren, so verkündete Blue-Balls-Direktor Urs Leierer am Freitagabend an der Eröffnung des Festivals, habe er im KKL das erste Mal eine Show veranstaltet. Damals überlies er Buddy Guy, dieser Urfigur des Blues, die Bühne. Es sei faktisch eine Entjungferung für den Konzertsaal gewesen, sagt Leierer. Nun sagte er Seven an. Anders als bei Buddy Guy ist die Bühne für den Wahlluzerner keine aussergewöhnliche, sondern eine logische Folge seines Werdegangs. An diesem Festival begann der kometenhafte Aufstieg von Seven. Xavier Naidoo holte ihn einst auf die Bühne und später in seine Sendung «Sing meinen Song». Der Grundstein für eine grosse Karriere in Deutschland war gelegt.

An einem solch schnellen Aufstieg kann man zerbrechen oder man kann daran wachsen. Seven hat glücklicherweise die zweite Option gewählt. Singen konnte er schon immer. Was er am Freitagabend auf der KKL-Bühne zeigte, war aber mehr als das. Er hatte richtig Witz. Er füllte den Saal nicht nur mit seiner Stimme, sondern auch mit seiner Präsenz. Er führte locker durch ein recht kurzweiliges Konzert, interagierte mit dem Publikum und massregelte auch mal Leute, die seiner Meinung nach zu früh den Saal verliessen. Bislang erschien uns Seven manchmal etwas gar aalglatt und kantenfrei, im Konzertsaal dagegen wirkte er frei, frech und charmant.

Sänger Theo Hutchcraft von der britischen Band Hurts. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 29. Juli 2018)
(Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 29. Juli 2018)
Die Band machte sich einen Namen mit Sogs wie «Wonderful life» und «Stay». (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 29. Juli 2018)
(Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, 29. Juli 2018)
Alanis Morissette. Bild: Manuela-Jans-Koch (Luzern, 26. Juli 2018)
Count Gabba & Friends auf dem Schweizerhof Plaza. Bild: Manuela-Jans-Koch (Luzern, 26. Juli 2018)
Trailhead auf dem KKL Plaza. Bild: Manuela-Jans-Koch (Luzern, 26. Juli 2018)
Essensstände laden zum Verweilen ein. Bild: Manuela-Jans-Koch (Luzern, 26. Juli 2018)
Besucher am Blue Balls 2018. Bild: Pius Amrein (Luzern, 25. Juli 2018)
Melody Gardot. Bild: Pius Amrein (Luzern, 25. Juli 2018)
Jodie Abacus. Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 25. Juli 2018)
Tom Odell. Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 25. Juli 2018)
Sie geht am Blue Balls ab. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Sie tanzen am Blue Balls. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Am Konzert am Schweizerhof geht die Post ab. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Zahlreiche Essensstände rund um den See laden ein. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Das Publikum ist vom gebotenen begeistert- Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Darf noch ein Drink sein? Das Blue Balls zu später Stunde. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Zur Vorabendzeit sind die Stände vor dem Pavillon gut besucht. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Sie nimmt einen kühlen Schluck. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)
Jessie J. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)

Jessie J. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2018)

Wolfmother Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 23. Juli 2018)
Black Pistol Fire mit Sänger Kevin McKeown. Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 23. Juli 2018)
The British soul singer Beverley Knight at the Blue Balls Festival in Lucerne, Switzerland, Monday July 23, 2018. The music event runs from 20 to 28 July. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Gary Clark Jr. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Züri West. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 21. Juli 2018)
Unter dem KKL versammeln sich die Konzertbesucher. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Milow. Bild: Urs Flüeler / Keystone (Luzern, 22. Juli 2018)
Künstler am Blue Balls Festival 2018. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Marius Bear Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Sari Schorr Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Ein Paar tanzt am Blue Balls Festival 2018. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Zwei Kinder tanzen am Blue Balls Festival 2018. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Miss T & The Mad Tubes am Blue Balls Festival 2018. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Juli 2018)
Kunst entsteht live: Das Brüderpaar One Truth bei der Arbeit im Pavillon am Luzerner Seebecken. Bild: Manuela Jans-Koch (20. Juli 2018)
Seven (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 20. Juli 2018))
Rose Ann (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 20. Juli 2018))
Kail Baxley (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 20. Juli 2018))
Keir. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 20. Juli 2018))
Festival-Direktor Urs Leierer (links) mit Fotografin Leonn Ward und Musiker Keir beim Auftakt zum Blue Balls Festival (Bild: Urs Flüeler (Keystone, 20. Juli 2018))
Zuschauer versammeln sich unter dem KKL-Dach. (Bild: Urs Flüeler (Keystone, 20. Juli 2018))
Keir (Bild: Urs Flüeler (Keystone, 20. Juli 2018))
43 Bilder

Blue Balls Festival 2018

Reduziert auf das Wesentliche

Vielleicht war es auch dem Setting geschuldet. Seven hatte auf der Bühne einzig die Pianistin Rose Ann. Sie, die einst kurz bei Prince in der Band spielte, untermalte die Lieder am Flügel unaufgeregt, aber bestimmt. Der ganze Funk- und Soul-Pomp, der die Seven-Songs sonst oft begleitet, musste vorgängig abgehobelt werden: Stimme und Piano – für mehr war da kein Platz. Und, wie so oft, liegt in der Reduktion eine schöne Kraft. Das Eindampfen auf die Essenz schadete den Songs nicht – es stellte geschickt die hinreichlich bekannten stimmlichen Qualitäten von Seven in den Fokus.

Und er nahm diesen Matchball dankend an. Lässig auf einem Hocker sitzend, gab er den Crooner. Es sei «ein klassischer Liederabend», sagte Seven und erzählte allerlei Geschichten über die Zusammenarbeit mit Rose Ann. Der gegenseitige Respekt war stets spürbar. Seven ist der Leader, aber das Wort von Rose Ann zählt. In den schönen Momenten des Konzerts singt sie auch mit. Mit ihrem dunklen Timbre ist sie eine kräftige Ergänzung zu Sevens klarem und kopfstimmigem Gesang.

Der Respekt der Brüder

Irgendwann wird aus dem Duo-Konzert dann ein Trio. Sevens Bruder Micha kommt auf die Bühne. Zusammen singen sie mehrere Songs, darunter die Elton-John-Nummer «Dont Let The Sun Go Down On Me». Es sei das erste Mal, dass sie ein Duett sängen, sagt der jüngere Bruder Seven (oder Jan, wie er bürgerlich heisst). Umso grösser ist die Begeisterung im Publikum, als dieser Micha dann tatsächlich auch stimmlich (mit einigen ­wenigen Abstrichen) mithalten kann. Das ebendieser Micha seit Jahren Teil der Band von Seven ist, wird elegant ausgeblendet – es hätte der schönen Illusion auch nur geschadet.

Das soll aber nicht vergessen machen, dass es ein sehr nettes Intermezzo war. Man spürte die Hochachtung, die Seven vor seinem Bruder hat. Das war im besten Sinne rührend, auch wenn das Konzert dabei etwas an Fahrt verloren hatte. Aber selbst in diesen plätschernden Momenten war das Konzert besser als erwartet.

Gewiss: Seven ist kein Buddy Guy. Und er entjungfert ganz sicher auch keine Säle. Aber der Luzerner ist zu einem sehr guten Entertainer gewachsen. Nicht nur, aber auch wegen des Blue Balls Festivals. Das ist vielleicht der Unterschied zu Buddy Guy. Früher holte man die Stars, heute macht man sie.

Hinweis: Infos: www.blueballs.ch

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