Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ein Mädchen zwischen zwei Müttern

Die italienische Regisseurin Laura Bispuri zeigt in ihrem Film «Figlia mia» die Geschichte eines adoptierten Mädchens, das plötzlich ihre leibliche Mutter trifft und dadurch eine neue Seite an sich entdeckt.
Regina Grüter
Vittoria ist von ihrer leiblichen Mutter Angelica sehr angetan. (Bild: Xenix)

Vittoria ist von ihrer leiblichen Mutter Angelica sehr angetan. (Bild: Xenix)

Der japanische Regisseur Hirokazu Koreeda verhandelt sie immer wieder, die Frage, was Familie ausmacht. Die genetische Zugehörigkeit oder die Liebe und Zuneigung, die aus dem konkreten Zusammenleben erwächst? In «Figlia mia» der Italienerin Laura Bispuri («Vergine giurata») scheint die Sache erst einmal klar. Tina (Valeria Golino) und Umberto (Michele Carboni) kümmern sich liebevoll um die knapp zehnjährige Vittoria, die sie als Baby adoptiert haben.

Schockiert und fasziniert zugleich

Was aber, wenn die leibliche Mutter nur drei Kilometer entfernt wohnt? Vittoria kommt zum ersten Mal an einem Volksfest im Fischerdorf auf Sardinien mit Angelica (grossartig: Alba Rohrwacher) in Berührung. Nichts ahnend, dass die betrunkene, schöne wilde junge Frau ihre leibliche Mutter ist. Das Mädchen ist schockiert – aber auch fasziniert.

Tina zerrt sie weg. In all den Jahren war sie darum bemüht, dass Vittoria nicht mit Angelica in Kontakt kommt. Das ändert sich, als die Möglichkeit besteht, dass Angelica für immer aus ihrer aller Leben verschwindet. Mit über 20000 Euro Schulden kann sie ihren kleinen Hof im Gebirge nicht mehr halten. Doch soll Angelica ihre Tochter sehen dürfen, bevor sie weggeht? Nach dem ersten Besuch mit ihrer Mutter Tina aber zieht es Vittoria immer wieder zu Angelica.

Die leibliche Mutter weckt Lebensfreude

Bereits mit der ersten Begegnung und der unbestimmten Faszination, die Angelica auf Vittoria ausübt, impliziert Regisseurin und Drehbuchautorin Laura Bispuri eine Art genetische Anziehung. Nicht nur sieht Vittoria ihrer leiblichen Mutter sehr ähnlich, auch entdeckt das überbehütete, introvertierte Mädchen später auf den gemeinsamen Streifzügen in den zerklüfteten Felsen eine neue Seite an sich.

Angelica weckt in ihr Mut und Lebensfreude. Mit Angelica ist der Drehbuchautorin ein schöner Charakter gelungen, ein Freigeist, der ­allein durch seine Existenz bestehende Beziehungs-, Rollen- und Familienmodelle in Frage stellt. Etwas mehr Zurückhaltung im Spiel von Golino in der Rolle der sich bedroht fühlenden Tina aber wäre mehr gewesen.

Laura Bispuri sucht eine Antwort auf die Frage, was passiert, wenn Erwachsene wirklich ans Kindeswohl denken und eigene Gefühle und Ängste in den Hintergrund stellen. Kann man denn nicht auch zwei Mütter haben?

Hinweis

Aktuell in den Kinos in St. Gallen und Wattwil.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.