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Garfield wird 40

Am 19. Juni vor 40 Jahren erschien «Garfield» zum ersten Mal. Und eroberte die Welt. Der verfressene, faule Kater hat bis heute einen unwiderstehlichen Charme.
Arno Renggli
Garfield. Bild: Alamy

Garfield. Bild: Alamy

«Bei dieser Torte fehlen mir die Worte.» Wenn Garfield einen solchen Satz in einer (eingedeutschten) Sprechblase von sich gibt, meint er tatsächlich nur das Fressen. Wobei Sprechblase nicht ganz stimmt: Garfield spricht nicht, er denkt sich das Seine und behält es schlauerweise für sich.

Und diese Gedanken drehen sich sehr oft ums Fressen (Lasagne mag er besonders). Oder um Schläfchen, Siesta und die Vermeidung von anstrengender körperlicher Betätigung. Nach dem Motto: Lieber fernsehen als Mäuse jagen. Um seine Ziele zu erreichen, setzt er auch mal die Krallen ein. Aber vor allem psychologische Tricks, um sein Umfeld zu manipulieren. An erster Stelle natürlich Jon, seinen menschlichen «Besitzer». Doch wer besitzt da eigentlich wen?

Jon, ein Warmduscher mit ständigen Frauenproblemen, meint natürlich, Garfield sei sein Freund. Er hält ihn aber auch für sein pädagogisches Projekt, etwa wenn er ihn wieder mal auf Diät setzen oder ihm mehr Bewegung verpassen will. Er unterliegt elterlichen Illusionen, derweil Garfield mit kindlicher Schlauheit dagegenhält. Was auf archaische Weise auch erwachsene Leserinnen und Leser sowie das ewige Kind in ihnen anspricht. Zugleich zeigt es ihnen, dass auch andere erzieherisch auf verlorenem Posten stehen.

Autor Jim Davis, geboren 1945, wuchs auf einer Farm im US-Bundesstaat Indiana auf. Dort lebten auch zwei Dutzend Katzen, was ihn offensichtlich prägte. Da er unter Asthma litt, musste er oft zu Hause bleiben. Er begann aus lauter Langeweile zu zeichnen. Als Erwachsener machte er dann definitiv Ernst damit. Sein erster eigener Comicstrip handelte von einer Stechmücke.

Und dann kam «Garfield», benannt nach einem Grossvater von Davis. Es waren auf Anhieb rund 40 Zeitungen in den USA, die «Garfield» am 19. Juni 1978 erstmals publizierten. Heute erscheint er in rund 2400 Publikationen, in 80 Ländern und 40 Sprachen, es gibt über 5000 Merchandising Produkte von Garfield-Shirts bis Garfield-Kaffeetassen.

Fressen, faulenzen, philosophieren: Das ist Garfields Lebensmotto. Doch seien wir ehrlich: Allzu komplex ist seine Philosophie nicht, die Würze liegt im Sarkasmus etwa im Umgang mit den Unbillen des Lebens. Zu diesen gehören die Montage, an denen alles schiefläuft. Was wir aus eigener Erfahrung bestätigen können.

Darüber hinaus liegt der Charme in der Figur selber: Katzen ziehen immer, wie heute auch das Internet zeigt. Da hatte Jim Davis schon damals eine richtig gute Nase. Und ein Kater mit menschlichen Zügen, der in einer immer hektischeren Welt für mehr Gelassenheit und Genuss plädiert, den muss man einfach sympathisch finden.

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