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Ausstellung Barbara Davi: Ein Spiel mit Scherben

Barbara Davi gestaltet den Kunstraum Hochdorf mit Skulpturen aus Glas und Metall. Und zeigt Zerbrechlichkeit.
Susanne Holz
«Constitution», 2019, Digitalprint auf Papier, 120 x 90 cm. Bild: PD

«Constitution», 2019, Digitalprint auf Papier, 120 x 90 cm. Bild: PD

Wie zerbrechlich ist die Welt? Und welche Schönheit liegt im nicht Perfekten, im Unvollständigen, vielleicht auch mal kaputt Gegangenen? Das mag sich der Betrachter der aktuellen Ausstellung der Luzerner Künstlerin Barbara Davi im Kunstraum Hochdorf fragen.

Im zehn Meter langen, sieben Meter breiten und sechs Meter hohen Raum stellt Davi Skulpturen aus Metall und Glas aus. An filigranen schwarzen Metallstäben ist buntes Glas ­angebracht, zerbrochenes Glas. Die Künstlerin hat es in verschiedenen Farben bemalt, mal rosa, mal hellgrün. Und während eine Skulptur an einen Tisch mit kaputter Platte erinnert, denkt man bei der anderen an ein Tor, dessen eine Seite von einer grossen Glasscherbe nur vage verstärkt wird. Wie fragil ist die Welt?

Eine Frage, die aber hier ­vermutlich gar nicht im Vordergrund steht. Denn Kurator Henri Spaeti erklärt: «Die Skulpturen zeichnen den Raum, mit ihren Linien aus Metallstäben. Es ist eine lockere und leichte Raumzeichnung.» Fünf Skulpturen gleich fünf Zeichnungen im Raum, die Bezug nähmen auf das Raumvolumen.

Das Interesse gilt dem Fragment

Davi erarbeitete die Skulpturen aus Glas und Metall eigens für diese Ausstellung im Kunstraum Hochdorf. Die Künstlerin widmet ihr Interesse dabei dem Fragment als künstlerischem Ausgangsmaterial. Zugleich zeigt die Ausstellung im Kabinett des Kunstraums Fundstücke aus Holz. Sei es ein hölzerner Reif, ein Stuhlbein, ein Baumstrunk. Bemalt hat Davi diese in weichem Beige. In ihrer Zusammenstellung an einer weissen Wand wohnt den ­hölzernen Teilen ein eigener Rhythmus inne.

Die 1971 in Luzern geborene Barbara Davi präsentierte ihre Kunst auch schon im Kunstmuseum Luzern. 2005 erhielt Davi den Ausstellungspreis der Luzerner Kunstgesellschaft, 2016 den Projektbeitrag für Kunstpublikationen des Kantons Luzern.

Henri Spaeti betont: «Bar­bara Davi ist Bildhauerin. Sie nimmt auf filigrane Art Raumbezüge wahr.» Eine sechste, nicht freistehende Skulptur ist mit einem Stab in die Wand eingelassen. «Sie könnte endlos sein.» An den Wänden zu sehen: Vier gerahmte Ink-Jets von Davis Fotoarbeiten. Hier kreiert die Künstlerin verfremdete Aufnahmen von Konstruktionen zu eigentlichen Fotomalereien – durch Einfärben und Überlagern verschiedener Bildebenen.

Barbara Davi: «Fragmented ­Order». Kunstraum Hochdorf, Lavendelweg 8. bis 22. September, geöffnet Do 17–19 Uhr sowie Fr/Sa/So 15–18 Uhr. Künstler­gespräch Sonntag, 8.9., 16 Uhr. Finissage 22.9., 16 Uhr.

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