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Ein Wiedersehen diesmal zu dritt

Im zweiten Konzert des Festivals «Sommerklänge» bot das Trio um Alesdair Beatson gehaltvolle Interpretationen.
Jürg Röthlisberger
In der Chamau Hünenberg waren unter anderem düstere Werke von Antonín Dvořák und Leoš Janáček zu hören. (Bild: Maria Schmid; 14. Juli 2019)

In der Chamau Hünenberg waren unter anderem düstere Werke von Antonín Dvořák und Leoš Janáček zu hören. (Bild: Maria Schmid; 14. Juli 2019)

Im Rahmen des «Sommerklänge»-Festivals gastierte in der Hünenberger Chamau ein Trio um Pianist Alesdair Beatson. Mit dem Schotten standen die Zugerin Esther Hoppe (Violine) und der Zürcher Christian Poltéra (Violoncello) auf der Bühne. In früheren Jahren dieses Festivals hatte man diese Künstler auch schon in Zweierkonstellationen erlebt, einmal in der Besetzung Violine und Klavier (2012), einmal mit Violine und Cello (2016). Entsprechend hoch waren die Erwartungen mit Blick auf den ersten Auftritt als Trio, was sich auch anhand des grossen Publikumsaufmarsches manifestierte.

«Dunkle Zeiten» lautete das Konzertmotto. Es bezog sich auf die Werke von Leoš Janáček und Claude Debussy, welche unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs entstanden waren, so wie jenes von Antonín Dvořák, das mit einer persönlichen Lebenskrise des Komponisten zusammenhing. «Wo es Schatten hat, gibt es auch Licht», mögen sich die Auftretenden in Umkehr des Sprichworts gedacht haben. So begann man mit dem lebensbejahenden Klaviertrio Hob. XV:23 aus der Londoner Zeit von Joseph Haydn. Offensichtlich verfügte der Komponist dort über einen ausgezeichneten Pianisten, denn im Vergleich zu den früheren Haydn-Trios war der Klavierpart sehr virtuos gesetzt. Die beiden Streicher Hoppe und Poltéra beteiligten sich dabei auch viel stärker an der Thematik als bei älteren Haydn-Werken.

Zahlreiches
 Stammpublikum

Das umfangreiche Klaviertrio Opus 65 in f-Moll von Dvořák füllte die ganze zweite Konzerthälfte. Als eines seiner bedeutendsten Kammermusikwerke dokumentiert es jene Phase, als sich der Komponist stärker von der tschechischen Volksmusik ablöste. Unterschwellig hörte man eine Wesensverwandtschaft zu Johannes Brahms, mit welchem Dvořák auch persönlich befreundet war. Es entstand aber etwas durchaus Eigenständiges, besonders deutlich hörbar etwa im Adagio-Satz. Die Interpretation an diesem Abend in Hünenberg mit ihrem Variieren zwischen Klarheit in der Gliederung und Feinheit der Tongebung, gehörte auch innerhalb des allgemeinen Sommerklänge-Niveaus zum Besten, was in den letzten Jahren zu hören war.

Noch stärker von der Volksmusik beeinflusst war Leoš Janáček, der sich mindestens so stark als Musikwissenschafter wie als Komponist verstand. Die Sonate für Violine und Klavier teilte mit vielen Janáček-Werken den wechselnden Abstand zur konventionellen Tonalität. In der Sonate d-Moll für Violoncello und Klavier von Claude Debussy behauptete sich selbst das Pizzicato gegenüber dem mit voller Wucht in die Tasten greifenden Alesdair Beatson. Die Akustik bewährte sich dabei sowohl für die Sprachverständlichkeit der Erläuterungen wie für die Musik.

Schon in der 19. Saison

Die bereits neunzehnte Saison bestätigt es: Ein zahlreiches Stammpublikum folgt immer wieder dem Festival, wo auch immer die Konzerte stattfinden. In einem gewissen Sinne kann man es als Vorläufer für die Kammermusikfestivals verstehen, welche in den letzten Jahren an verschiedenen Orten der Zentralschweiz neu organisiert worden sind. Die Konzertreihe auf dem Bürgenstock hat schon angefangen; am 19. Juli starten die 5. Rigi Musiktage und nur 5 Tage später beginnt das Stradivari-Fest in Gersau.

Im Gegensatz zu diesen Veranstaltungen konzentrieren sich die «Sommerklänge» aber nicht auf einen festen Aufführungsort. Vielmehr sind über Fabrikhallen, Militäranlagen oder Gärten schon die verschiedensten Aufführungsorte gefunden worden, oft mit überraschend gutem Erfolg in Bezug auf Konzertstimmung und Akustik.

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