Klassik
Eine «Moldau» mit vielen Zugpferden

Luzerner Sinfonieorchester mit Pinchas Steinberg und Martin Helmchen.

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Wählt sich in den «Familienjahren» (mit vier Kindern) seine Projekte gut aus: Pianist Martin Helmchen (40).

Wählt sich in den «Familienjahren» (mit vier Kindern) seine Projekte gut aus: Pianist Martin Helmchen (40).

Es gibt Konzertprogramme, die setzen auf ein Zugpferd und hängen daran weniger bekannte Werke an. Bei den ersten regulären Konzerten des Luzerner Sinfonieorchesters dagegen wimmelt es von Zugpferden, und das im Programm wie in der Besetzung. So führt der israelische Dirigent Pinchas Steinberg (76), der regelmässiger Gast bei renommierten Sinfonieorchestern und an grossen Opernhäusern ist, die Reihe prominenter Gastdirigenten weiter. Als Solist wirkt Martin Helmchen mit, den das Orchester auf dem Weg zu einem der führenden Pianisten seiner Generation regelmässig begleitet.

Der eigentliche Greatest Hit im Programm ist dennoch Bedrich Smetanas Zyklus «Mein Vaterland», der rund um die «Moldau» mit Bildern aus der Natur und Geschichte seines Landes einen tschechischen Nationalstil begründete. Ein Beispiel für klug vernetzte Programme ist zum Auftakt Franz Liszts «Totentanz»für Klavier und Orchester. Das Werk ist nicht nur eine sinfonische Dichtung wie Smetanas vaterländischer Zyklus. Als Thema liegt ihm das «Dies irae»-Motiv zugrunde, mit dem das Luzerner Sinfonieorchester in seinem Neujahrskonzert – mit der Orgelsinfonie von Saint-Saëns – das neue Jahr einläutete. (mat)

Mi/Do, 12./13. Januar, 19.30, Konzertsaal, KKL, Luzern; www.sinfonieorchester.ch