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Debuts am Lucerne Festival:
Eine Talentschau mit Überraschungen

Die Vielfalt in den Debuts am Lucerne Festival lockt viele Zuhörer in die Lukaskirche.
Gerda Neunhoeffer

Die Debut-Konzerte von Lucerne Festival sind am Dienstag und Donnerstag für viele Musikliebhaber ein fester Termin. Was macht deren Faszination aus? Man kann zwar vorher Kurzbiografien über die jungen Künstler lesen und sie sich teilweise im Internet anhören. Aber erst im Konzert kann man dann Persönlichkeit und Talent entdecken – und immer wieder Überraschungen, die jedes Debut einzigartig und spannend machen.

Im vierten Debut vom Dienstag ereignete sich die Überraschung interpretatorisch in der Zugabe. Da fand der ungarische Pianist Daniel Lebhardt zum grössten Ausdruck, als er in Brahms’ Inermezzo op.118.2 völlig gelöst und frei aufspielte. Zuvor präsentierte sich das Rezital ganz klassisch und auch interpretatorisch auf gewohntem Terrain. Lebhardt spielte Bach gradlinig, durchsichtig und virtuos, er liess in vier Klavierstücken von Brahms melancholische wie dramatische Elemente erklingen und entfaltete in Bartóks Stücken für Klavier eine ungarische Klangszenerie.

Neue Musik sorgt für sommerliche Brisen

Die Überraschung im Debut des Trio Eclipse verdankte sich am Donnerstag zuvor einem zeitgenössischen Stück, der Uraufführung «summer breeze II» von Thomas Demenga. Magisch verträumte Klänge wechseln sich ab mit unterschiedlichen Taktarten, die sich minimalistisch verschieben. Es entstehen wundersam leichte «Sommerbrisen», die wie lichte Strahlen durch den Raum schweben.

Der Klarinettist Lionel Andrey, der Cellist Sebastian Braun und der Pianist Benedek Horváth spielten zuvor klangschön Klarinettentrios von Beethoven und – in perfekter Feinabstimmung – Brahms. Und begeisterten restlos mit der Spielfreude, jazzigen Grooves und hochvirtuosen Rhythmen in Gershwins «An American in Paris».

Die Lukaskirche war schon im zweiten Debut am Dienstag letzter Woche gut besetzt beim Auftritt der Saxofonistin Jess Gillam, die mit 21 Jahren überraschend jünger ist als die meisten Debut-Musiker. Auch hier galt der aufbrandende Applaus neuer Musik, nämlich Anne Clynes «Snake und Ladder». Die Saxofonistin aus England begeisterte mit natürlicher Ausstrahlung und einer Farbvielfalt von Tönen. Sie konnte einen einzigen Ton immer noch länger aushalten und im Pianissimo verklingen lassen und gewann Brittens «Temporal Variations» unzählige Nuancen ab. Dazu hatte sie in Zeynep Özsuca eine fantastische Pianistin als Partnerin, die jede Regung aufnahm. Ein barockes Oboenkonzert von Marcello, Volkstänze von Bartók oder Milhauds «Scaramouche» zeigten, mitreissend, anrührend und mit müheloser Virtuosität gespielt: Festival-Debuts sind für Fortgeschrittene.

Weitere Debuts am 5., 10. und 12. September.

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