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Einst «tote Hose», heute ein Publikumsmagnet - die Domorgelkonzerte

Zum 50. Mal finden von Anfang Mai bis Ende Juni die Internationalen Domorgelkonzerte in der St. Galler Kathedrale statt. Traditionell wird auf allen drei Instrumenten gespielt; den Auftakt macht am Samstag Domorganist Willibald Guggenmos.
Bettina Kugler
Willibald Guggenmos (Bild: Sabrina Stübi)

Willibald Guggenmos (Bild: Sabrina Stübi)

Das rauschende Fest zum runden Geburtstag der Domorgel fand schon letztes Jahr statt; kein Platz blieb im vergangenen September in der Kathedrale frei. Mit drei Orgelsinfonien auf einen Streich zog Domorganist Willibald Guggenmos buchstäblich alle Register seines Instruments und seines Könnens. Nun gibt es ein weiteres Jubiläum zu feiern, wiederum einen 50. Geburtstag.

Vor einem halben Jahrhundert, am 3. Juni 1969, spielte der damalige Domorganist Siegfried Hildenbrand das erste Domorgelkonzert und rief damit eine Reihe ins Leben, die seither ohne Unterbrechung Jahr für Jahr stattgefunden und sich fest im regionalen Konzertkalender etabliert hat. Auch um die anderen Konzertreihen an den drei Orgeln der Kathedrale St. Gallen muss Domorganist Willibald Guggenmos nicht viel Wind machen.

Mit «Hausabenden» im Kloster-Musiksaal fing es an

Ob es die Abendmusiken im Advent sind, der Orgelsommer als erfrischendes Kleinformat samstags um die Mittagszeit oder eben die Internationalen Domorgelkonzerte von Anfang Mai bis Ende Juni: die Kathedrale füllt sich zuverlässig. Keiner seiner renommierten Gäste muss für ein handverlesenes Publikum spielen – im Gegenteil. «Zwischen 150 und 200 Zuhörer kommen regelmässig, darüber hinaus können wir mit Touristen rechnen und Leuten, die einzelne Konzerte besuchen», sagt Guggenmos.

Der frühe Samstagabend, nach der Abendmesse und dem Geläut, hat sich als Zeitpunkt bewährt. «Anfangs war es noch mittwochs und gegen Eintritt», weiss Guggenmos. «Da war tote Hose.» Bereits ein paar Jahre zuvor, ab 1961, hatte es die «Hausabende» an der kleinen Orgel im Musiksaal des Stiftsgebäudes gegeben. Doch erst an der neuen Domorgel und im Zusammenspiel mit den historischen Instrumenten im Chor der Kathedrale wurden die Domorgelkonzerte zu jenem «Selbstläufer», die sie heute sind. Seit nunmehr vierzehn Jahren ist Willibald Guggenmos künstlerischer Leiter, zuvor hatte sein Vorgänger Karl Raas die Verantwortung.

Gäste haben freie Hand bei der Programmgestaltung

Allein die Orgeln und ihre Spielmöglichkeiten, der Raum in seiner barocken Pracht ziehen Publikum an und locken namhafte Organistenkollegen nach St. Gallen. Im Jubiläumsjahr kommen sie aus Bratislava, Köln und Dresden, aus Hamburg und St. Petersburg, aus Altenberg und Wien. Das Auftaktkonzert spielt traditionell der Domorganist selbst, den Abschluss macht am 22. Juni Martin Haselböck, Professor an der Musikhochschule Wien und Leiter der Wiener Akademie.

Bei der Programmgestaltung lässt Willibald Guggenmos seinen Gästen weitgehend freie Hand. «In der Regel stellen sie attraktive Programme zusammen mit Musik, die auf den Orgeln der Kathedrale gut zur Geltung kommt», sagt er. Eingreifen muss er selten: etwa dann, wenn ein Werk zu umfangreich ist, «alle fünf Jahre einmal». Konzepte wie «Orgel plus» habe die Domorgel nicht nötig, sagt Guggenmos. «Der Erfolg gibt mir recht.»

4.5. bis 22.6, jeweils Sa, 19.15 Uhr, Kathedrale St. Gallen.

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