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"Alles Walzer" in Luzern: Die Eleganz vergangener Zeiten wurde neu belebt

Am Sinfonie-Ball wurde so begeistert getanzt, dass Luzerner Sinfonieorchester und Haus Gübelin sich schon auf eine Fortsetzung freuen. Bei der Premiere stand die Jugend im Zentrum. Und Dirigent James Gaffigan plauderte aus Kindertagen.
Susanne Holz
Lila Licht und Johann Strauss: Solch ein Tanzvergnügen gab es bislang im KKL noch nie. (Bild: Roger Grütter, 10. November 2018)

Lila Licht und Johann Strauss: Solch ein Tanzvergnügen gab es bislang im KKL noch nie. (Bild: Roger Grütter, 10. November 2018)

Walzer, Bälle, die Eleganz vergangener Zeiten. Wo gibt es das noch? In Wien? Der mittlerweile 85-jährige Bauunternehmer Richard «Mörtel» Lugner kommt einem in den Sinn, der Jahr für Jahr auf dem Wiener Opernball wechselnde illustre Damen stolz an seiner Seite präsentiert – 2018 führte er die 25 Jahre jüngere US-Schauspielerin Melanie Griffith auf die Tanzfläche. Der Wiener Opernball ist mit seinen mehreren tausend Gästen alljährlich das gesellschaftliche Top-Ereignis in Österreich.

Oder man denkt an die schwindelerregende Tanzszene mit Keira Knightley als Anna Karenina und Aaron Taylor-Johnson als Graf Vronskij in Joe Wrights traumschöner und bildstarker «Anna Karenina»-Verfilmung von 2012.

Traumhaftschöner Walzertanz

Nun traf man am Samstagabend im Luzerner Saal des KKL beim ersten Gübelin Luzerner Sinfonie-Ball weder auf einen Richard Lugner noch auf den wirbelnden Furor à la Tolstoi. Traumschön war es aber, zu Füssen des Luzerner Sinfonieorchesters Walzer zu tanzen. Auch wenn diese Freude nur relativ kurz währte: Nach einem langen und festlichen Galadinner, kreiert vom zweifachen Junior-Kochweltmeister Mario Garcia, wurde um 23 Uhr die Tanzfläche eröffnet: Alles tanzt Walzer!

Das Luzerner Sinfonieorchester lockte mit Josef Strauss’ «Sphärenklängen» sowie der Walzerkomposition «Wiener Blut» und dem «Donauwalzer» von Johann Strauss die Gäste auf die Tanzfläche. Was überhaupt kein Problem darstellte: Wann sonst hat man in der Zentralschweiz eine so schöne Gelegenheit, elegant im Kreis zu wirbeln?

Die Paare drehten und drehten sich, in helles lila Licht getaucht. Kein Wunder, dachte sich manch einer: «Schon vorbei?», als Moderator Nik Hartmann um kurz vor zwölf das Ende der erhabenen Orchestermusik verkündete. Vor dem Luzerner Saal wartete nun DJane Tarnover in der sogenannten Ball-Lounge mit moderner Tanzmusik auf. Die Umstellung fiel gar nicht so leicht. Doch gut Ding will Weile haben. Es sollte schlussendlich halb drei Uhr am frühen Morgen werden, bis die letzten Tanzlustigen den Ball verliessen.

«Solch ein Ball hat in Luzern bislang gefehlt»

Gastgeber des ersten Gübelin Luzerner Sinfonie-Balls waren das Haus Gübelin und das Luzerner Sinfonieorchester. Zur Benefizveranstaltung, welche die Jugendförderung in der klassischen Musik unterstützt, kamen 250 Gäste. Fortsetzung folgt: Luzerner Sinfonieorchester und Haus Gübelin gaben bereits bekannt, «aufgrund des grossen Erfolgs des Balls und der äusserst positiven Resonanzen» die Fortführung der glamourösen Veranstaltung für 2019 zu planen.

Gleich zu Beginn des Abends hatte Numa Bischof Ullmann, Intendant des Luzerner Sinfonieorchesters, erklärt: «Solch ein Ball hat in Luzern bislang gefehlt.» Angesprochen auf Jugendförderung und Musikalität, meinte der Intendant zu Moderator Nik Hartmann, der mit viel lockerem Humor durch das Programm führte: «Jeder Mensch ist musikalisch. Das ist eine Sache der Hörerfahrung, eine Frage des Kennens. Hört man eine Sinfonie von Mahler zum fünften Mal, dann hört man auch den Einsatz der Trompete heraus.»

Auch ein James Gaffigan fing mal klein an

Zu den Musikvermittlungsprojekten für Kinder und Jugendliche des Luzerner Sinfonieorchesters gehören etwa ein Musikwagen, der Jugendclub U25 oder ein neues Patenprojekt, bei dem Kinder mit ihrem Musikerpaten während einer ganzen Saison in die Orchesterwelt eintauchen. Beim Ball am Samstagabend hat ein Jugendchor seinen aufregenden ersten Auftritt, der unter den Fittichen von Trompeter Philipp Hutter und von Sängerin Jasmin Albash stand. Der Chor setzt sich zusammen aus Flüchtlingskindern, aus Schülern der Kantonsschule Alpenquai und aus von der Stiftung Dreipunkt auf dem Weg ins Arbeitsleben unterstützten Jugendlichen.

Sichtlich gerührt waren Chor und Publikum ob dieser Premiere. Philipp Hutter: «Viele dieser Kinder kennen nur negative Inputs. Heute hatten sie auf der Bühne ein grossartiges Erlebnis.» Der Solo-Trompeter des Luzerner Sinfonieorchesters ist sich sicher: «Musik hören ist wie Lesen lernen. Auch kann jeder singen. Es wird nur zu wenig gesungen.»

Dass selbst ein grosser Dirigent wie James Gaffigan keinen leichten Start in die Musikkarriere hatte, erfährt man zwischen Tanzperformance der Schweizer Meisterinnen von tanZdas und edlem Orchesterklang. Denn James Gaffigans Vater war Mitarbeiter im Aussendienst einer Firma in New York City und konnte sich kein Instrument für den Sohn leisten. Der kleine James lernte Klarinette und Fagott in der öffentlichen Schule.

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