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Klub der jungen Dichter:
Fantasien

Eleny Scheidegger aus Rothenburg erzählt im "Klub der jungen Dichter", wie eine unangenehme Aufgabe zu einem tollen Abenteuer wird.
Eleny Scheidegger

Nachts um halb vier schreckte ich auf, und mir wurde klar, dass ich tief im Schlamassel steckte. «Ich muss heute einen Aufsatz schreiben und habe keine Ideen», dachte ich.

Eleny Scheidegger, Rothenburg, 2. Oberstufe.

Eleny Scheidegger, Rothenburg, 2. Oberstufe.

Stunden später im Unterricht: Schule, ja, das mag langweilig klingen, doch nach dieser Geschichte wirst du wissen, wie spannend es sein kann. Bevor ich es vergesse: Zu meiner Identität werde ich keine Worte verlieren, es geht ja um das, was du jetzt gerade liest – und ob du es glaubst oder nicht, die Geschichte ist wahr. (Na ja, in deiner und meiner Fantasie.) Wichtig ist, ich halte nicht viel von Zeitformen, deshalb wirst du die ganze Geschichte im Präsens lesen müssen.

Ich sitze also in meiner Deutschklasse und muss eine einmalige Story erfinden – einfach so. Wie soll ICH das schaffen? Jedes Mal kommt das Gleiche: Meist ist es am Schluss nur ein Traum, das ist doch langweilig! Oder? Ich wünschte, ich könnte einfach irgendwo Ideen bestellen oder hinfliegen und diese dann mitnehmen. Ja, das wäre toll – in eine andere Welt fliegen, von der niemand weiss.

«Plopp ... blubber ... zisch ... fauch ...» – Was ist das? Es quietscht sehr laut. «Aua». Doch jetzt ist es still. «Hä?» Ich möchte mich gerade zu meiner Banknachbarin drehen, doch da zischt es erneut. Und erst da fällt mir auf, dass sich niemand mehr bewegt, als stünde die Zeit still. Da plötzlich fängt alles an zu verschwimmen, und das Ploppen und Zischen beginnt von neuem. Ich erstarre vor Schreck, als ich – «bumm!» – einfach falle. Es wird dunkel um mich, Blitze, Donner, und es wird wieder hell. «Hilfeeeeee ...!»

Mir wird schlecht, ich bin geblendet, und alles dreht sich. Langsam bilden sich Ringe und Blasen, die platzen. «Buff», lande ich ganz sanft auf einer Feder. Ich schliesse die Augen und warte, bis sich mein Puls beruhigt hat. Ich blinzle und stütze mich auf die Arme.

Ein Durcheinander aus Farben und Formen umgibt mich. Alles ist kunterbunt und wunderschön. Plötzlich, wie aus dem Nichts, zischt und faucht es wieder. «Oh nein, nicht noch mal ...» Doch anstatt zu fallen, stehen plötzlich zwei komische Wesen vor mir.

Beide haben Elefantenohren, wunderschönes langes Haar in allen Farben und Schmetterlingsflügel. Der Rest besteht aus Katze und Drache. Sie lachen mich aus ihren Menschengesichtern freundlich an und sagen: «Hallo, wir sind Fleur und Flor. Die fantastischen Zwillinge.» – «Okay und wo bin ich hier gelandet?», frage ich. «Na, in Fantasia!», antwortet Flor. Kurz darauf Fleur: «Oh – hallo, Bubble.» Erst jetzt ist mir das Blubbern aufgefallen. Da schwebt eine Seifenblase, die in allen Farben schimmert. «Hi zusammen», sagt er. Und zu mir: «Ich bin Bubble, ich sorge fürs Glänzen und Schimmern in Fantasia.» Nun, da wir alle Bekanntschaft geschlossen haben, gehen wir auf eine Reise durch diese Welt. Es ist so wunderschön, und alles ist möglich. Die Tiere sprechen mit mir, es hat beeindruckende und lustige Wesen. Die Wasserfälle fliessen nach oben, und alles, was ich mir wünsche, schwebt herbei. Pizzaaa! Es ist fantastisch.

Stunden vergehen, und wir vergleichen unsere beiden Welten. Gerade möchte ich in ein leckeres Schokoladenmuffin beissen, da beginnt alles wieder zu verschwimmen. Es knallt, in meinen Ohren rauscht es. Ich muss ein paarmal blinzeln, bis sich mein Blick wieder klärt. Und erst da bemerke ich, dass ich die ganze Zeit an die weisse Wand gestarrt habe.

Diese Fantasiewelt war wunderschön. Daraus ergäbe sich bestimmt eine unterhaltsame Geschichte. «Oh nein, wie blöd, hätte ich mir doch nur Notizen gemacht.»

Entscheidet mit, welche Geschichte den Spezialpreis gewinnt

Nicht weniger als 5123 Geschichten sind für den «Klub der jungen Dichter» 2018 eingegangen. Zur Auswahl standen das Thema «Feuer und Flamme» sowie ein Textanfang. Wir publizieren die Texte in der Print- sowie in der Onlineausgabe unserer Zeitung. Neu ist, dass ihr, liebe Leserinnen und Leser, mitvoten können. Wir vergeben nämlich einen Publikumspreis für den Text, der auf unserer Homepage am meisten angeklickt worden ist. Hat euch also ein Text gefallen, könnt ihr ihn auch etwa via Facebook weiterempfehlen und so die Klickzahlen noch erhöhen.

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