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EMMEN: Gersag: «Le Théâtre» ist bereits am Drücker

Das Theaterhaus übernimmt den Betrieb über ein Jahr früher als geplant. Auf die erste Vorführung im Gersag muss man aber noch eine Weile warten.
Stefan Dähler
«Das Gersag hat ein optisches Facelifting nötig.» Andréas Härry, Co-Leiter Le Théâtre (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

«Das Gersag hat ein optisches Facelifting nötig.» Andréas Härry, Co-Leiter Le Théâtre (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

Auf einmal ging es schnell: Per 1. Juli hat das Theaterhaus Le Théâtre, beziehungsweise dessen Betreiberfirma Greber Circomedia AG, den Betrieb des Emmer Kongresszentrums Gersag übernommen. Das teilten die Gemeinde Emmen, Eigentümerin des Gersags, und Le Théâtre gestern gemeinsam mit.

Eigentlich war die Übernahme im Herbst 2017 vorgesehen (Ausgabe vom 10. Mai). Der Grund für die frühere Übergabe ist die Kündigung von Betriebsleiter Rolf Kälin. Er wird im September das Gersag verlassen. «Daher hat sich die Lösung mit Le Théâtre angeboten», sagt Gemeinderat Urs Dickerhof (SVP). «Es ist wichtig, dass jene, die den Saal mieten wollen, wissen, an wen sie sich wenden können.» Kälin war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Wieder Fleisch im Restaurant

Die erste Le-Théâtre-Aufführung im Gersag wird aber voraussichtlich dennoch erst im Herbst 2017 über die Bühne gehen. «Bis dahin finden die Aufführungen weiter in Kriens statt», sagt Andréas Härry, Co-Geschäftsleiter des Le Théâtre.

Beim Restaurant dagegen geht es schneller: Dort erfolgt die Übernahme am 15. August. Dieses bietet zurzeit vegane Küche an. Ab Herbst gibt es dort aber wieder Fleisch- und Fischgerichte. «Wir wollen den Fokus ausweiten», sagt Härry. «Es wird künftig ein Theaterrestaurant sein, das eine breite Kundschaft anziehen soll. Es wird aber weiterhin die bisherigen veganen Gerichte geben, schliesslich hat das Gersag in diesem Bereich eine grosse Kompetenz aufgebaut.» Stellen werden keine abgebaut.

Vertrag kommt vors Parlament

Derzeit betreibt Le Théâtre das Gersag im Mandat. Voraussichtlich Mitte 2017 wird die Gemeinde einen unbefristeten Mietvertrag mit dem neuen Betreiber unterzeichnen. Zuvor soll das Zentrum umgebaut werden. «Der Einwohnerrat muss im November die Investition zuerst absegnen», sagt Dickerhof. «Zudem muss der Mietvertrag dem Parlament vorgelegt werden.»

Le Théâtre beteiligt sich am Umbau

Der Emmer Gemeinderat beantragt dem Parlament für das Gersag einen Kredit von 900 000 Franken. Mehr ist aufgrund des Investitionsplafonds nicht möglich», sagt Dickerhof. Welche baulichen Massnahmen umgesetzt werden, müsse erst noch verhandelt werden. Laut Härry habe das 1972/73 erbaute Gersag ein «optisches Facelifting» nötig. «Der Boden oder Bereiche der Fassaden müssen erneuert werden.» Zudem wünscht sich Le Théâtre einen neuen Lift. Klar ist, dass das Theaterhaus sich auch finanziell beteiligt. «Wir werden vor allem in den eigentlichen Theaterbetrieb investieren – also in Licht, Ton, eine mobile Tribüne oder die Akustik», kündigt Härry an.

Wie viel Geld man aufwenden kann, sei noch nicht klar. Le Théâtre will dies durch Sponsoren, eigene Mittel und den eigenen Förderverein finanzieren. Was passiert, wenn der Einwohnerrat den Kredit ablehnt? «Dann bleiben wir in Kriens», sagt Härry. Dieser Fall sei aber eher unwahrscheinlich, so Urs Dickerhof. «Bei der Behandlung der Investitionsplanung bei der letzten Einwohnerratssitzung wurde gegenüber dem Betrag nicht opponiert.»

Miete für Vereine «etwas höher»

Wie viel die Vereine künftig zahlen müssen, um das Gersag zu mieten, ist noch offen. «Die Miete wird etwas höher sein», sagt Andréas Härry. «Dafür ist der Saal auch besser ausgestattet, etwa mit einer hochwertigen Tonanlage. Wenn ein Verein diese braucht, kommt es unter dem Strich gar günstiger.» Heute zahlen Emmer Vereine etwa 800 Franken für die Saalmiete, kommerzielle Nutzer rund 1800 Franken (Ausgabe vom 24. Februar). Die Gemeinde wird aber auch künftig Vereine subventionieren.

Derzeit ist der Betrieb des Gersags defizitär. 2015 etwa musste die Gemeinde ein Minus von 225 000 Franken decken. Nach der definitiven Übergabe, die voraussichtlich 2017 über die Bühne gehen wird, leistet die Gemeinde keine Beiträge mehr. Le Théâtre muss das Gersag also kostendeckend betreiben.

Stefan Dähler

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