Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

EMMENBRÜCKE: Die Kunst, die in den Dingen des Alltags steckt

Doppelausstellung im Akku Emmenbrücke: Bei den Fotos von Hugo Suter und den Gefässen von Karin Lehmann lohnt sich der genaue Blick.
Bruchstücke in neuer Funktion: Leuchtobjekt der Berner Künstlerin Karin Lehmann. (Bild: PD)

Bruchstücke in neuer Funktion: Leuchtobjekt der Berner Künstlerin Karin Lehmann. (Bild: PD)

Kann Regen Kunst sein? Keine Frage, jedenfalls, wenn sich der Künstler Hugo Suter des meteorologischen Phänomens annimmt. Denn der 2013 verstorbene Aargauer war ein ausgesprochen experimentierfreudiger Künstler, ein Tüftler, getrieben von seiner Neugier und dem kreativen Drang, alltäglichen gewöhnlichen Phänomenen auf den Grund zu gehen und seine Beobachtungen und Erkenntnisse bildhaft umzusetzen. In der aktuellen Ausstellung in der Kunstplattform Akku in Emmenbrücke hängt ein rosatoniges Bild von Hugo Suter. «Regenbild» heisst das Werk von 1973, das mit einem im Aussenraum platzierten Sensor verbunden ist, der auf Regen reagiert. Regnet es draussen, wird dies drinnen auf dem Bild sichtbar. Regen wird Kunst.

Blick aufs Beiläufige

Hugo Suter war ein Künstler des Sehens und der Wahrnehmung. Dabei richtete er den Blick nicht aufs Spektakuläre und Augenfällige, sondern auf das Beiläufige, unscheinbar Stille, das von weniger genau Hinschauenden gerne übersehen wird: eine Spiegelung im Wasser, eine Lache auf der Strasse, Rinnspuren unterhalb einer lecken Dachtraufe, Dünungswellen auf dem See, Lichtflecke und Schattenwürfe – nichts war zu gering und zu trivial, um nicht vom Künstler abgebildet zu werden. Dafür nutzte er seine Fotokamera als Utensil, mit dem er festhalten konnte, was er beobachtete. Beispielsweise auch einen Tropfen Wasserfarbe, der vom Papier aufgesogen wird.

Rund dreissig seiner Fotoarbeiten und ein Video sind in der Ausstellung zu sehen. Mit Ausnahme einer Serie von Polaroidfotos sind es alles Schwarz-Weiss-Aufnahmen. Grau in Grau dominiert und verbreitet den täuschenden Eindruck, dass es da gar nichts Besonderes zu sehen gäbe. Dabei gibt es eine ganze Welt zu entdecken, wenn wir nur genau hinschauen, so, wie der Künstler hingeschaut hat.

Zerstört und zusammengeflickt

Für farbliche Akzente sorgen die plastischen Objekte und eine blaue Gipsinstallation von Karin Lehmann, die gleichzeitig eine Auswahl ihrer Arbeiten im Akku zeigt. Auffälligstes Objekt der Berner Keramikkünstlerin ist ein vierteiliger, bröckeliger Gipsvorhang, der durch den Raum gezogen werden kann. Mutwillig ramponiert ist die Serie der «Mesopotectonic». Die Tongefässe, die an mesopotamische Fundstücke erinnern, wurden zerschlagen, die Scherben hat die Künstlerin behelfsmässig zu neuen Gefässen zusammengeklebt und teilweise mit Leuchtkörpern versehen.

Kurt Beck

Hinweis

Kunstplattform Akku, Gerliswilerstrasse 23, Emmenbrücke. Mi–Sa 14–17, So 10–17 Uhr. Bis 29. Mai. www.akku-emmen.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.