21st Century Chorus: Endlich singen – und das im Planetarium

Der 21st Century Chorus brachte mit seinem ersten Konzert nach langer Pause das Weltall zum Klingen.

Gerda Neunhoeffer
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Sängerinnen des 21st Century Chorus bei einem Auftritt im Mai 2019.

Sängerinnen des 21st Century Chorus bei einem Auftritt im Mai 2019.

Bild: Philipp Schmidli

Wie ist es für Sänger, nach monatelangem Schweigen endlich wieder gemeinsam zu singen? Man musste am Samstag im Planetarium im Verkehrshaus nicht fragen – man hörte und spürte, der 21st Century Chorus sang aus vollem Herzen. Dazu mit glasklarer Intonation, hoher Aufmerksamkeit und vielstimmiger Klangfülle.

In «Planetarium in Concert» gelang es, Bilder und Töne in magische Verbindung zu bringen. Geduldig warteten die vielen Besucher auf den Einlass. Jeder Platz in den drei hinteren Reihen wurde besetzt, man blickte, mit Masken und dadurch ein wenig wie im Weltraum, auf die Mikrofone in der Mitte. Dann traten die Sängerinnen und Sänger auf, stellten sich mit Abstand in die beiden vorderen Reihen, mit dem Rücken zum Publikum. So konnten sie ohne Masken singen. Sie hielten Notenmappen mit kleinen Lämpchen, die sanft rot schimmerten. Schon das wirkte im dunklen Raum fremd und fern. Die Dirigenten Andreas Wiedmer und Livio Schürmann leiteten den A-cappella-Gesang mit grossen, klaren Bewegungen aus der Mitte.

Entstehung der Welt musikalisch erzählt

Die Reise vom Entstehen der Welt über Planetenbahnen und Sternenhaufen bis zurück zur Erde ergänzte sich atemberaubend in Bild und Klang. Aus Linien und Gebilden formte sich in der Kuppel des Planetariums das Weltall, dazu sang der Chor «Da Pacem Domine» von Arvo Pärt. Die Klänge verbanden sich wie die Bilder, schienen aus allen Richtungen zu kommen. Es wurde mit Ruhe und langem Atem gesungen, rein und klar vereinten sich die jungen Stimmen zu himmelsweiten Akkorden.

Dann entstanden zu Edvard Griegs harmonischem «Ave Maris Stella» neue Sterne, verschiedene Weltraumnebel wechselten zu unserem Sonnensystem. Dazu sang der Chor Medleys aus «Das Parfum» und «Narnia». Als dann die Sonne das ganze Rund füllte und Edvard Elgars «Lux Aeterna» gesungen wurde, verschmolzen Töne und Farben zu mystischem Höhenflug.

Man kehrte zur Erde zurück mit «Hogwarts’ Hymn». Polarlichter flammten zunächst aus dem All rund um die Erde. Dann schimmerten sie von der Erde aus zu dem lichten und vielstimmigen «Northern Lights» von Ola Gjeilo. Verzaubert lauschte und schaute man. Rheinbergers «Abendlied» war irdischer Abschluss zum Sonnenuntergang.