Klassik-Festival
Das Kammermusikfestival Klang Meggen feiert Jubiläum

Seit 15 Jahren ist das Festival eine Plattform für «Musiker, die Spitze sind, aber aus irgendwelchen Gründen nicht aufs Podest oder ins mediale Rampenlicht gelangen». Einige kamen über die Jahre dann doch noch aufs Podest.

Urs Mattenberger
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Auf dem Streichquartett-Podest: Das deutsche Mandelring Quartett beschliesst das Kammermusikfestival.

Auf dem Streichquartett-Podest: Das deutsche Mandelring Quartett beschliesst das Kammermusikfestival.

Bild: Uwe Arens

Die Jubiläumsausgabe von Klang Meggen – die fünfzehnte – findet wegen der Pandemie ein Jahr zu spät und wegen Renovationsarbeiten am Schloss Meggenhorn ausnahmsweise in der ebenso lauschig gelegenen St. Charles Hall Meggen statt. Treu bleibt Veranstalter Roland Meier dem Erfolgsrezept seines Festivals.

Als einer der ersten in der Region verband er Kammermusik mit familiären Begegnungsmöglichkeiten zwischen Publikum und Künstlern, bis hin zu gemeinsamen Dinners auch im Pandemiejahr.

Programmatisch sind Meier und der künstlerische Leiter, der Klarinettist Fabio Di Càsola, nicht auf grosse Namen fixiert. Meier sagt:

«Wie im Sport, wo oft nur Hundertstelsekunden über Medaillenränge entscheiden, gibt es Musiker, die Spitze sind, aber aus irgendwelchen Gründen nicht aufs Podest oder ins mediale Rampenlicht gelangen. Klang Meggen ist unter anderem für sie eine Plattform.»

Recht gibt Meier die Tatsache, dass einige über die Jahre aufs Podest kamen– wie das Mandelring-Streichquartett aus Deutschland, das vor Jahren erstmals bei Klang gastierte. Es gehört inzwischen zu den grossen Streichquartettnamen und beschliesst das Festival mit Haydn Schubert und Ravel (Donnerstag, 30. Dezember; 17.45 Uhr).

So sind in Meggen Künstler zu entdecken wie die Cellistin Ophélie Gaillard (Schuberts «Arpeggione», 26. Dezember; 17.45 Uhr), das Tessiner Klavier-Trio «Des Alpes» (Haydn, Beethoven, Dvorak, 28. Dezember; 11.00 Uhr) oder das prominent besetzte Bläserquintett «Swiss 5» um Fabio Di Càsola (Mendelssohn, Danzi, Ravel, 28. Dezember; 17.45 Uhr).

Einen Podestplatz hat durch die Zusammenarbeit mit der Met in New York das Wiener Morphing String Trio, das mit Di Càsola wenig bekannte romantische Quartette spielt (29. Dezember; 17.45 Uhr).

Obwohl Repertoireklassiker im Vordergrund stehen, sind also auch im Programm Entdeckungen zu machen. Wenn das Kandinsky-Ensemble Rimski-Korsakows «Scheherazade» mit einer Erzählerin aufführt, ist das in der Bearbeitung für Violine, Klarinette, Cello und Klavier eine märchenhafte Entdeckungsreise, für die die St. Charles Hall den passenden Rahmen abgibt (27. Dezember; 17.45 Uhr).

Klang Meggen, 26. bis 30. Dezember, St. Charles Hall Meggen; www.klang.ch.

Christmas Fes­ti­val Andermatt

Klang Meggen entstand aus der Idee, nach Weihnachten für Daheimgebliebene Konzerte anzubieten. Umgekehrt gibt es jetzt in der Konzerthalle Andermatt ein «Christmas Mu­sic Festival» für Feriengäste. Aber auch eine Extrareise nach Andermatt lohnt sich für prominente Gäste wie Oliver Schnyder (Goldbergvariationen, 26. Dez., 18.00) und Maurice Steger (Blockflöte, 27. Dez., 19.00). In weiteren Konzerten treten das neu aktivierte Festival Orchester Basel (28. Dez./2. Jan.) oder die Swiss Gospel Singers auf (29. Dez.). Programm auf: www.andermatt-swissalps.ch. (mat)