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Klang Meggen startete mit einem romantischen Programm des Duos Karmon & Triendl

Zum 13. Mal begann am Stephanstag das beliebte Kammermusikfestival Klang Meggen. Das Duo Karmon & Triendl bot ein romantisches Programm fern des Mainstreams, das die Zuhörer herausforderte.
Fritz Schaub
Nina Karmon und Oliver Triendl beim konzentrierten Vortrag auf Schloss Meggenhorn. (Bild: Corinne Glanzmann, 26. Dezember 2018)

Nina Karmon und Oliver Triendl beim konzentrierten Vortrag auf Schloss Meggenhorn. (Bild: Corinne Glanzmann, 26. Dezember 2018)

Fast wie ein Hammerschlag wirkte der Auftakt mit dem markant intonierten Unisono-Beginn der Sonate g-Moll im relativ kleinen, aristokratisch-noblen Saal des Schlosses Meggenhorn. Mit der Geigerin Nina Karmon und dem erstmals in Meggen auftretenden Pianisten Oliver Triendl standen sich zwei Musikpersönlichkeiten von ungleichem Temperament gegenüber: hier der klar und prägnant anschlagende Klavierbegleiter und dort die eher weich und bedacht intonierende Geigerin Nina Karmon.

Da wurde von Beginn an die klare und betont einfache Struktur der erst einige Jahre nach Schuberts 1828 erfolgtem Tod veröffentlichten Sonate evident. Sie lehnt sich zwar an Mozart an, aber fast noch deutlicher wurde in der selbstbewussten Haltung der Bezug zu Beethovens Spielmusiken, die 20 Jahre vor Schubert entstanden waren. Jedoch kam schon im Kopfsatz der Schubert eigene Ton zum Ausdruck.

Was besonders auffiel: wie sich Geige und Klavier immer wieder die Themen zuspielten und sich gegenseitig ablösten, wobei das klangliche Gewicht stets latent zum dominierenden Klavier tendierte.

Hommage an die früh verstorbene Frau

Hatte schon diese Schubert-­Sonate Seltenheitswert, so erklangen mit den beiden Werken von Josef Suk (1874–1935), «Liebeslied» op. 7 Nr. 1 und den «Vier Stücken» op. 17, ausgesprochene Raritäten. So erwies sich die musikalische Reise, die mit Schubert in Wien begonnen hatte und jetzt mit Suk in Prag Halt machte, auch als Entdeckungsreise. Das war kein Zufall, denn Oliver Triendl, der wie seine Partnerin selbst ein Kammermusikfestival gründete, hat es sich zur Aufgabe gemacht, abseits des Mainstreams immer wieder vernachlässigte Werke aufzuspüren, wie er im persönlichen Gespräch ausführte. Das «Liebeslied» ist eine Hommage an die früh verstorbene Frau Otylka, die Tochter seines Lehrers Antonin Dvořák.

Es drückt eine ähnlich persönliche Haltung aus wie die grandiose fünfsätzige Sinfonie Asrael, mit der Suk der verstorbenen Gattin wie auch dem kurz vor der Gattin verstorbenen Schwiegervater ein ergreifendes Denkmal setzte. Im «Liebeslied» trat die Geige stärker hervor, steigerte das Leid zu expressiver Trauer, berührte die höchsten Lagen, um sich in einem schönen Pianoschluss zu beruhigen. Dass dann ein neues Werk anhob, wurde gar nicht wahrgenommen, sodass der Beifall ausblieb.

In der Tat klingt der Anfang des ersten Stücks «Quasi ballata: Andante sostenuto» der «Vier Stücke» op. 17 beinahe wie die logische Fortsetzung des «Liebeslieds», bevor es zu einer grossen Attacke ausholt und sich zu grosser Geste emporschwingt. Hier befand sich Suk, selbst ein hervorragender Geiger, voll in seinem Element.

Auch die beiden Interpreten setzten sich auf ebenbürtiger Ebene für die beiden schwungvollen und melodiereichen ersten Sätze ein. Ernstere Töne schlägt das dritte Stück an, das von der «Dumka», einem polnisch-ukrainischen Volkstanz, geprägt ist und wo im «Andante espressivo» die Geige über den arpeggierten Klängen des Klaviers eine gefühlvolle Klage anstimmt. Im wirbligen Finale kam die hervorragende Technik des Pianisten besonders zur Geltung, und die beiden steigerten sich zum zündenden Schluss.

Eine Rarität aus Leipzig

Eine besondere Rarität hatte das Duo auf der letzten Reiseetappe (Leipzig) mit der Sonate F-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy ausgegraben, hat doch der grosse Geiger Yehudi Menuhin erst 1952 dieses im romantischen Ton der Zeit geschriebene Werk entdeckt, das zu Lebzeiten des Komponisten nie gedruckt wurde. Anders als Menuhin, der die Sonate bearbeitete, boten die beiden Künstler das sich in einen romantischen Rausch steigernde Werk in der Originalfassung und dies zu Recht, wirkt doch die Form absolut geschlossen. Eine hübsche Geste war am Schluss der Vortrag von Edward Elgars noblem Salonstück «Salut d’amour», mit dem sich das Duo für den Beifall bedankte.

Das Konzert von heute Freitagabend ist ausverkauft. Für das Konzert am Samstag (Soirée ­Russe) und die beiden Konzerte am Schlusstag gibt es noch Karten. Infos: www.klang.ch

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