Zum Tod von Romeo «Ugo» Ugolini: Er war zuerst FCL-Spieler und dann ein erfolgreicher Architekt

Romeo Ugolini, der Anfang Monat mit 90 Jahren verstorben ist, machte gleich doppelt Karriere in einer seltenen Kombination.

Arno Renggli
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Ugolini (rechts) in den 1980ern mit dem damaligen Nati-­Coach Paul Wolfisberg.

Ugolini (rechts) in den 1980ern mit dem damaligen Nati-­Coach Paul Wolfisberg.

Bild: Philippe Ugolini

«Wir sind sehr glücklich mit dem schönen Traumappartement, das Sie für uns realisiert haben.» Das schrieb Filmikone Audrey Hepburn 1960 in einem Brief an Romeo Ugolini über ihr neues Domizil auf dem Bürgenstock, wo sie sechs Jahre davor Filmpartner Mel Ferrer geheiratet hatte. Der Luzerner war in dieser Zeit dort Hausarchitekt.

Romeo kam mit Roma Ugolini als Zwilling am 21. Juli 1930 in Baar zur Welt. Doch vor seiner Karriere als Architekt wurde Romeo Ugolini in einem ganz anderen Zusammenhang bekannt: als Spieler des FCL Luzern, der es dann sogar zu Einsätzen in der Nationalmannschaft brachte.

Ugolini gehört zur Generation von Paul Wolfisberg, mit dem er auch nach seiner Laufbahn befreundet war. Seine erste Station war ab 1950 der FC Winterthur. Ugolini schaffte mit dem Team als ungeschlagener 1.-Liga-Meister den Aufstieg in die Nationalliga B. Mit dem Wohnortwechsel in seine Traumstadt Luzern kam er 1954 auch zum FCL und damit in die höchste Liga.

Drei Franken für den Sieg und tragisches Karriereende

Noch im gleichen Jahr freute er sich über das Aufgebot in die Nati. 1956 erlitt er in einem Spiel gegen Ungarn einen Kreuzbandriss. Was heute einen Routineeingriff nach sich zieht, bedeutete damals, mit erst 26 Jahren, das Karriereende. Gerne erzählte er auch später davon, wie Fussballer seinerzeit kein Profiberuf war, wie es für einen Sieg drei Franken gab (für ein Remis die Hälfte, für eine Niederlage nichts) und wie man sein Trikot jeweils selber waschen musste.

Romeo Ugolini (beim Kopfball) als Spieler der Schweizer Nationalmannschaft.

Romeo Ugolini (beim Kopfball) als Spieler der Schweizer Nationalmannschaft.

Bild: Philippe Ugolini

Schon bevor er Fussballer wurde, war Ugolini in die Welt der Architektur eingetreten. Nach der Lehre als Bauzeichner konnte er 1954 im angesehenen Luzerner Architekturbüro von August Boyer als Mitarbeiter starten. 1960 wurde er von Hotelier Fritz Frey abgeworben und als Hausarchitekt für die Bürgenstock-Hotels engagiert.

Zahlreiche Projekte in Luzern und Nidwalden

1960: Romeo Ugolini mit Audrey Hepburn (links) auf dem Bürgenstock an der «Boutique»-­Einweihung.

1960: Romeo Ugolini mit Audrey Hepburn (links) auf dem Bürgenstock an der «Boutique»-­Einweihung.

Bild: Philippe Ugolini

So kam es, dass er Audrey Hepburn kennen lernte, für die er, nach ihren Ideen, die Villa Bethania zeichnete. Weiter überlebten die Zeit auf dem Bürgenstock die «Boutique» (heutiges Swatchgebäude) und das Stickerei-Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen. 1962 später eröffnete er an der Pilatusstrasse in Luzern, in den heutigen Büros des Luzerner Sinfonieorchesters, sein eigenes Architekturbüro. 1976 zog er an die Gesegnetmattstrasse, wo er bis zum Ende seine geliebte Arbeitsstätte hatte.

Eines von Romeo Ugolinis Werken: Die «Boutique» auf dem Bürgenstock.

Eines von Romeo Ugolinis Werken: Die «Boutique» auf dem Bürgenstock.

Bild: Philippe Ugolini

In seiner Karriere realisierte er viele Projekte wie das Wohn und Geschäftshaus «La Palma» in Stansstad, das Hochhaus «REX» in Stans, fünf Landhäuser in Weggis, das Gemeindehaus Ennetbürgen, den Anbau beim Casino Luzern, Rundgänge an der Kantonsschule Luzern, im Schulhaus Wartegg und im Altersheim Eichhof Luzern. Pensionieren liess er sich nie, suchte weiter Betätigungsfelder und war auch als Gebäudeschätzer für die Stadt Luzern, als Berater und als Immobilienhändler tätig. Bis ins hohe Alter ist der zweifache Vater aktiv und unternehmungslustig geblieben.