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Wolfgang Zät in Kunsthalle: Er zeichnet das Licht - und nicht die Nacht

Der Berner Künstler Wolfgang Zät stellt erstmals in der Zentralschweiz aus. Zu sehen sind eine imposante Ölmalerei und viel Linolschnitt.
Susanne Holz
Der Künstler Wolfgang Zät und sein neuester Linolschnitt von 2019. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 9. August 2019)

Der Künstler Wolfgang Zät und sein neuester Linolschnitt von 2019. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 9. August 2019)

Ihm sei vor spontaner Begeisterung die Kinnlade leicht runtergeklappt, erzählt Michael Sutter, Leiter der Kunsthalle Luzern. Als er 2015 in Bern bei einer Ausstellung den monumentalen Linolschnitten von Wolfgang Zät begegnet sei, habe er sofort gewusst: Diesen Künstler möchte er mal nach Luzern holen.

Gedacht, getan: Seit der Vernissage am Freitag sind die Werke des Berner Künstlers nun erstmals in der Zentralschweiz zu sehen, in der Kunsthalle Luzern. Michael Sutter findet folgende Worte für die grossformatigen Linolschnitte in Schwarz-Weiss, die ein nicht minder eindrucksvolles Ölgemälde umrahmen: «Wolfgang Zäts Kunst ist aufwendig und simpel zugleich – und sie bleibt dabei immer spannend.»

Seit rund 15 Jahren widmet sich der heute 57-jährige Zät vor allem der Druckgrafik. Gelernt und ausgeübt hat er aber auch die Malerei und die Bildhauerei. 2008 erhielt Wolfgang Zät den Grafikpreis der ETH Zürich, 2018 den Kunstpreis für Malerei Prix Maude Mottier. 2013 durfte sich Zät über das Atelierstipendium des Kantons Bern in der Cité Internationale des Arts in Paris freuen.

Zehn Tage lang inmitten einer Schlucht gemalt

Dass er jetzt erstmals in der Zentralschweiz ausstellt, freut den Berner. «Ich fühle mich gerade ein bisschen wie ein typischer Luzern-Tourist», meint er mit einem Lachen. Kurator Michael Sutter ergänzt: «Die Distanz zwischen Zentralschweiz und Romandie ist immer noch da, der Röstigraben existiert.»

Dafür können sich die Zentralschweizer Besucher dieser Ausstellung nun sehr eindrucksvoll von der Schönheit des französischen Jura überzeugen lassen: Zäts imposante Ölmalerei, farbenfroh und unfigürlich, entstanden erst kurz vor Ausstellungsbeginn, zeugt von der wilden Felsschlucht Georges de Nouailles in der Region Bourgogne-Franche-Comté.

Zehn Tage lang malten Wolfgang Zät und ein Freund in der Felsschlucht. Und versuchten, jeder auf seine Art, die eindrückliche Landschaft auf der Leinwand festzuhalten. «Ich hatte schon lange die Vorstellung, hier was zu machen», erzählt Wolfgang Zät. «Was passiert in dieser Schlucht, in diesem urtümlichen Raum?» Betrachte er jetzt das Bild, dann fühle er sich wieder genau dort, in jenem wilden Wald.

Zät sagt weiter: «Es ist nichts Konkretes auf diesem Bild, kein Baum, kein Stein. Vielmehr habe ich versucht, Ungegenständliches wie das Flirren von Licht auf die Leinwand zu bannen.» Der Künstler überlegt kurz und erklärt: «Bei einem Ölbild kommt etwas direkt zurück. Beim Linolschnitt ist es eher die Vorfreude auf das Ergebnis, die einen beglückt.»

Ob Ölmalerei oder Linolschnitt – Zäts Werke haben einiges gemeinsam: Sie sind ungegenständlich, tragen keine Titel und sollen gemäss Künstler selbsterklärend sein.

Führt der Blick in dichten Wald? Oder ins Universum?

Umstände, die wohl zur – eingangs von Kurator Sutter so benannten – «Spannung» in Zäts Kunst beitragen. Es ist in der Tat spannend, die fünf grossformatigen Linolschnitte und die Serie kleinformatiger Schnitte im Kabinett auf sich wirken zu lassen. Zeigen sie dichten Wald? Das Universum? Überwiegt das Schwarz oder das Weiss? Der Künstler sagt: «Beim Linolschnitt zeichne ich das Licht, und nicht die Dunkelheit.»

Wolfgang Zät in der Kunsthalle Luzern. Kurzführungen mit dem Künstler und Michael Sutter, Leiter Kunsthalle, am 31. August, während der Kunsthoch, 13.30, 15.30, 17.30 Uhr. Finissage am 22.September, 14–17 Uhr. 15 Uhr: Künstlergespräch mit Kurator.

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