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"Las herederas" im Kino: Erstarrung, Stille und Aufbruch

Geri Krebs

Er komme aus einem unsichtbaren und kaum bekannten Land, sagte Regisseur und Drehbuchautor Marcelo Martinessi (*1973) bei seinem kurzen Besuch in der Schweiz vom vergangenen November. Und erzählt, wie er seinen Erstling «Las herederas» (die Erbinnen), der 2018 an der Berlinale den Silbernen Bären gewann, danach in über 30 Ländern persönlich vorgestellt habe.

Wegen seiner Herkunft aus einem Land, das mit dem Regime des Generals Alfredo Stroessner (1954 bis 1989) die längst andauernde Diktatur ganz Südamerikas erlitt, habe er einige der interessantesten Begegnungen in Ländern Osteuropas erlebte. Etwa in Rumänien, wo sich Zuschauer angesichts der Atmosphäre im Film an ihr Leben zu Zeiten der Ceausescu-Diktatur erinnert fühlten.

Bildstark und dialogarm

Dies obwohl das, was «Las herederas» bildstark und dialogarm erzählt, alles andere als vordergründig politisch ist: Es geht um Chela und Chiqui, ein Lesbenpaar in den Fünfzigern, das schon Jahrzehnte in einer düsteren Villa in Paraguays Hauptstadt Asunción lebt. Die Frauen gehören zur Oberschicht, mussten nie arbeiten, doch die Tage des bequemen Lebens scheinen vorbei. Die beiden sehen sich gezwungen, Familiensilber und Einrichtung zu verkaufen. Als dann wenig später die resolute Chiqui auch noch wegen Schuldenbetrugs angeklagt und ins Gefängnis verbracht wird, sieht Chela sich plötzlich ganz auf sich allein gestellt. Was für die introvertierte, zu Depressionen neigende Frau anfänglich eine doppelte Katastrophe ist – Verlust der Partnerin und des sozialen Status – verwandelt sich ganz langsam in ein traumhaft schönes Kinomärchen, das mit kleinen Gesten die grosse Geschichte einer persönlichen Befreiung erzählt.

«Las herederas» läuft im Stattkino (Luzern).

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