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Sängerin Caroline Chevin: «Es ist schön, wieder zu Hause zu sein»

Caroline Chevin lebt und musiziert wieder in der Schweiz. Sie eröffnet die Saison im Stadtkeller.
Michael Graber
Caroline Chevin lebte lange in Neuseeland. Bild: Tabea Hüberli

Caroline Chevin lebte lange in Neuseeland. Bild: Tabea Hüberli

Die Sängerin Caroline Chevin ist wieder zurück aus Neuseeland. Das ist auf den ersten Blick erst mal eine erfreuliche Nachricht: Die Weggiserin hat Power in der Stimme und ein Händchen für gute Melodien. Es ist aber gleichzeitig auch eine traurige Nachricht: Der Umzug zurück auf die Nordhalbkugel hat einen tragischen Hintergrund. Greg Boyed, der Mann von Chevin und Grund des Auswanderns, ist gestorben. Er hat sich entschieden, den Kampf gegen seine Depressionen aufzugeben und ist vor über einem Jahr freiwillig aus dem Leben geschieden. Wer Caroline Chevin in der Radiosendung «Persönlich» von SRF zuhört, wie sie ihren Umgang mit dem Tod ihres Mannes beschreibt, der bleibt irgendwo zwischen fassungslos und aufrichtig berührt zurück.

«Es ist schön, wieder zu Hause zu sein. Ein Gefühl der Sicherheit zu haben und umringt von lieben Freunden und Familie zu sein», sagt Chevin zu unserer Zeitung. Zusammen mit ihrem Sohn Kian Iraia Cassidy wohnt sie nun schon seit ein paar Monaten wieder in der Schweiz und versucht nun, langsam wieder Tritt zu finden. «Mein Leben geht im Moment in kleinen Schritten vorwärts, das heisst ich probiere Tag für Tag mein Bestes zu geben. Zu weit nach vorne zu schauen ist noch zu überwältigend», sagt Chevin.

Nicht sonderlich weit in der Zukunft liegt ihr Auftritt im Stadtkeller in Luzern, dort gibt Caroline Chevin am Freitag wieder ein Konzert. Sie singt alte Lieder, und eine neue Single hat sie soeben veröffentlicht. Auch in Neuseeland hat Chevin musiziert und Konzerte gegeben.

Mit Hilfe aus der Zwischenheimat

Natürlich habe es den Moment gegeben, indem sie gezweifelt habe, ob sie weiter Musik machen solle. «Geht das überhaupt noch? Darf ich das, oder ist das sogar geschmacklos?», habe sie sich gefragt. Am Schluss sei die Entscheidung, weiter zu machen, eng verbunden mit dem Grund, daran zu zweifeln: «Mein Mann hat mich musikalisch immer so gepusht und unterstützt, dass ich bald gespürt habe, dass er will, dass ich weitermache.» Sie denke sogar, dass er wollen würde, dass sie sogar noch mehr Gas gebe als zuvor.

Und ihre Kunst helfe ihr: «Musik heilt viele Wunden. Vom ersten Liebeskummer über Zweifel bis hin zu anderen Problemen im Leben.» Es wäre illusorisch zu glauben, dass Musik alle – und insbesondere Chevins – Wunden restlos heilen könnte, aber Musik bringt zurück in die Spur. Auch darum ist die Single «50 – 50» kein trauriger Song. Es ist eine schöne Popnummer, die nach vorne zielt und eine fast schon tänzelnde Grundstimmung hat.

Textlich geht es um die Liebe. Um eine Person, die sich in jemanden verliebt, der sich nicht entscheiden kann, ob er sich jetzt vollumfänglich auf die Liebe einlassen soll oder nicht – eben «Fifty-Fifty». Am Lied mitgearbeitet haben zwei Leute aus Chevins Zwischenheimat Neuseeland. Anna Coddington hat am Song mitgeschrieben, und Gregory Haver hat produziert. Auch mit dem Tod ihres Mannes sind nicht alle Brücken über den Ozean abgebrochen.

Sie wolle kein neues Buch in ihrem Leben aufschlagen, sondern «viele kleine Kapitel, welche hoffentlich in einem spannenden Buch enden mit dem Titel: ‹a Life fully lived›». Das nächste Kapitel heisst nun eben Stadtkeller, ein Album soll im März 2020 folgen. Es sei aber kein Comeback, sagt die 45-Jährige: «Ich hatte einfach eine kleine Pause, jetzt bin ich wieder da und freue mich auf einen wunderschönen Abend auf diesen Brettern, auf welchen schon ganz viele namhafte Musiker gestanden sind.» Sie eröffnet die Saison im Stadtkeller. Das ist ausschliesslich eine erfreuliche Nachricht.

Weitere Konzerte im Stadtkeller: www.stadtkeller.ch

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