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«Es wird etwas geschehen»

Dieter Langhart

Heinrich Böll lernte ich an Weihnachten 1975 kennen. Da schenkte mir ein guter Freund das «Irische Tagebuch» und schrieb: «Möge es dir helfen, ein Land, ein liebenswertes Volk, das mir selbst sehr nahe steht, etwas besser zu begreifen.» Das tat es, auch wenn mir bei der Überfahrt im Jahr darauf speiübel war. Dann besorgte ich mir Bölls Hörspiele, zwei Biografien, zwei Bände gesammelte Erzählungen, die Katharina Blum – Schlöndorffs Verfilmung war noch besser.

Heinrich Böll lernte ich im November 1980 erneut kennen. Da las unsere Klasse «Deutschland erzählt», diese prallen Geschichten von Schnitzler bis Johnson; das Fischer-Taschenbuch ist noch immer mein liebster Erzählband. Böll war mit «Es wird etwas geschehen. Eine handlungsstarke Geschichte» vertreten, und auch er bekam von mir ein Kreuzchen im Inhaltsverzeichnis wie Kafka, Andersch, Borchert. Jetzt, da ich sie wieder lese, geniesse ich Heinrich Bölls erzählerische Kraft erneut. Benno, «mehr dem Nachdenken und dem Nichtstun zugeneigt als der Arbeit», wird zum pflichteifrigen Musterangestellten in einer Fabrik – und nach dem Tod des Fabrikbesitzers zu einem berufsmässig Trauernden.

Die ironische Geschichte war im Dunst meiner Erinnerung verschwommen mit anderen von Döblin, Schnurre, Grass; mit den Short Stories, die ich dann las: Chandler, Ford, Hemingway. Sie alle aber haben meine Vorliebe für die Kurzform geprägt, die mir mir bis heute geblieben ist.

In «Drei Tage im März», Christian Linders Gespräch mit Böll 1975, geht es um das Verhältnis des Autors zur Gesellschaft, um die öffentliche Moral, um Liebe und Tod. Darin zeigt sich Heinrich Böll als glasklarer Denker und echter Moralist.

Dieter Langhart

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