ESCHOLZMATT: Das Entlebuch ist zwei Wochen lang im Musical-Fieber

«West Side Story», die Geschichte um den Kampf zweier Jugendgangs aus den 50er-Jahren, bewegt. Und bekommt dazu eine brisante, aktuelle Note.

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Das Ensemble junger Musiktalente während der Premiere von «West Side Story» am vergangenen Samstag in der Mehrzweckhalle in Escholzmatt.





(Bild Dominik Wunderli / Neue LZ)

Fotografiert am 20.02.2016





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Schüpfheim (Bild: Dominik Wunderli)

Das Ensemble junger Musiktalente während der Premiere von «West Side Story» am vergangenen Samstag in der Mehrzweckhalle in Escholzmatt. (Bild Dominik Wunderli / Neue LZ) Fotografiert am 20.02.2016 Unterhlatung Thetaer Kultur Musical Plus Schüpfheim (Bild: Dominik Wunderli)

Die West Side Story in Escvholzmatt: eine Szenenauswahl in Bildern. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
20 Bilder
Die West Side Story in Escvholzmatt: eine Szenenauswahl in Bildern. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Das Ensemble junger Musiktalente während der Premiere der West Side Story am vergangenen Samstag in der Mehrzweckhalle in Escholzmatt. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Die West Side Story in Escvholzmatt: eine Szenenauswahl in Bildern. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Die West Side Story in Escvholzmatt: eine Szenenauswahl in Bildern. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Die West Side Story in Escvholzmatt: eine Szenenauswahl in Bildern. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
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Die West Side Story in Escvholzmatt: eine Szenenauswahl in Bildern. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Die West Side Story in Escvholzmatt: eine Szenenauswahl in Bildern. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
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Die West Side Story in Escvholzmatt: eine Szenenauswahl in Bildern. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Die West Side Story in Escvholzmatt: eine Szenenauswahl in Bildern. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Die West Side Story in Escvholzmatt: eine Szenenauswahl in Bildern. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Die West Side Story in Escvholzmatt: eine Szenenauswahl in Bildern. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Da reibt sich wohl manch ein Zuschauer in der Mehrzweckhalle in Escholzmatt wiederholt die Augen und vergewissert sich, wo er sich befindet: Ist das wirklich eine Laientheater-Bühne? Singen, rocken, tanzen und musizieren da effektiv zumeist jugendliche Darsteller? Singt und spielt sich da in der Hauptrolle mit Valentina Bättig wirklich eine Kantonsschülerin des Gymnasiums Plus Schüpfheim in die Herzen des Publikums? Ebenso bravourös sekundiert von Raphaela Felder als Anita, Kilian Müller als Tony und weiteren überzeugenden Rollenträgern? Um dann festzustellen: Ja, es ist so.

«West Side Story» ist ein weiteres Gemeinschaftswerk des Vereins Musical Plus mit Gymnasiasten der Kantonsschule Schüpfheim und Jugendlichen aus der Region. Es ist nach «Die Schöne und das Biest» (2012) und «Cats» (2014) die dritte grosse Musical-Produktion. «Eine ganz grosse Kiste», wie Projektleiter Gody Studer an der Premiere den geladenen Gästen sagt. Darunter viele Sponsoren. «Ohne diese wäre es nicht zu schaffen», so die Verantwortlichen: Schliesslich beläuft sich das Projekt auf rund 400 000 Franken.

Bewährte Crew

Die Erfahrungen aus den letzten Musicals kommen zum Tragen, es konnte auf die bewährte Crew zurückgegriffen werden: Regisseur Silvio Wey und Yvonne Barthel (Tanz und Choreografie); der musikalische Gesamtleiter ist David Engel-Duss, und Esther Bucher arbeitete mit dem Chor. Brigitt Lanker-Schmid bereitete die Solisten auf ihren Gesangspart vor; für die Kostüme ist Rita Kuster verantwortlich. Das Musical entwickelte sich seit Beginn des Schuljahres an den Mittwochnachmittagen, an Probeweekends und in einer Intensivwoche zur Aufführungsreife. Unterstützt wird das Ensemble von 150 Helfern aus dem Umfeld.

Leonard Bernsteins «West Side Story» spielt im New York der 50er-Jahre und erzählt den Krieg zweier Jugendgangs: der puerto-ricanischen Sharks mit Macho-Anführer Bernardo (Leo Bachmann) und den aus polnischen Einwanderern bestehenden Jets mit Anführer Riff (Ian Schumacher) und Gründer Tony (Kilian Müller). Perspektivenlos sind beide Gruppen, sie leben auf der Strasse und erklären eben diese zu ihrem Eigentum. Sie tragen erbitterte Kämpfe aus. In der Gesellschaft haben sie keinen Platz – in ihrem sozialen Gerangel geht es um die Stellung in der Gang. Doch da sind nicht nur Brutalität und Kampf: Auch eine zarte Liebesgeschichte ist eingeflochten: Maria (Valentina Bättig), Schwester des Sharks-Anführers, verliebt sich in Tony, einen Jet. Sie träumen von «somewhere» und «somedays»; von einer besseren Welt. Die Realität holt sie jedoch ein. So erbarmungslos, dass Maria schliesslich die «Knarre» in der Hand hält. Maria: «Jetzt hasse ich so sehr. Jetzt kann ich töten.» Um sich dann in der rührenden Schlussszene doch der Liebe und nicht der Gewalt zu ergeben.

Lichtspiel verbreitet eigenen Zauber

Ein Musical lebt von Musik, Gesang und Ton, von Tanz, Bewegung, Farben. Da überzeugt diese Entlebucher Inszenierung: Das rund 35-köpfige Orchester unterlegt den Gesang einmal fetzig, rockig, aufmüpfig und dann anmutig sanft, verträumt. Eindrücklich ist auch das Bühnenbild: Metallgestelle und da oder dort mal ein Türrahmen in den Raum gestellt; zwei, drei behangene Kleiderständer, wenn es nötig ist, machen die Bühnenausstattung aus. Alles Weitere braucht es nicht. Da ist auf der Bühne nämlich die weisse Projektionswand, auf der ein ausgeklügeltes Farben-Lichtspiel in Übereinstimmung mit den Kostümfarben seinen eigenen Zauber verbreitet (Lichtdesign und technische Leitung Markus Güdel).

Lang anhaltende Standing Ovations beendeten die Premiere am letzten Samstag. Genugtuung allenthalben. Hat so ein Projekt Platz neben der Schule? «Ja, das ist auch Schule» – so Heinrich Felder, Rektor der Kanti Schüpfheim. Man stimmt ihm bei. Und wohl auch Bildungsdirektor Reto Wyss, der im Premierenpublikum war. Das ist Schule und darf Schule machen. «Lebensschule», ist man geneigt zu sagen. So sagt auch Regisseur Silvio Wey: «Die ‹West Side Story› ist nicht weit weg von der Gegenwart.» Sie erinnere an die aktuelle Flüchtlingskrise: «Da steigt ja täglich die Zahl der Menschen, die in Europa Zuflucht suchen.»

Hannes Bucher

Hinweis

Aufführungen finden noch an folgenden Daten statt: 25., 26., 27., 28. Februar; 3., 4., 5., 6. März. Weitere Informationen unter www.westsidestory2016.ch