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Die Luzerner Band OM tourte zehn
Tage quer durch Europa

Die erste Tour seit 35 Jahren ist für OM begeisternd verlaufen: Die Luzerner Band kehrt morgen Donnerstag in die Jazzkantine zurück.
Pirmin Bossart
OM haben einen Konzertmarathon hinter sich. Bild: Ralph Kühne/PD

OM haben einen Konzertmarathon hinter sich. Bild: Ralph Kühne/PD

Gestern Abend spielten sie in Zürich, morgen treten sie wieder in der Jazzkantine Luzern auf, zuvor waren sie zehn Tage in Deutschland und Österreich auf Tour. Ulm, Linz, Wien, Graz und Dornbirn waren einige der Stationen. In Wien spielten sie im bekannten Jazzclub Porgy & Bess. «Wir waren mit einem modernen Bus und einem Fahrer unterwegs. Das war super bequem und für unsere Verhältnisse ziemlich feudal», sagt Schlagzeuger Fredy Studer und grinst. «Ok, die Rolling Stones haben es in dieser Beziehung vielleicht noch etwas besser.»

Sie hätten praktisch an jedem der zehn Abende vor einem vollen Haus gespielt, sagt Urs Leimgruber, Saxophonist der Band. «Teilweise wurden wir richtig gefeiert. Wir haben auch gut CDs verkauft.» Neben jüngeren Besuchern trafen OM viele Fans, die schon vor über 40 Jahren ihre Konzerte besucht hatten. «Wir hatten damals im Ausland noch ein grösseres Stammpublikum als in der Schweiz. In der hiesigen Szene waren wir eher umstritten, weil wir weder das Jazz- noch das Rockpublikum befriedigten.»

Jedes Konzert ist einzigartig

Überrascht vom aktuellen Erfolg zeigt sich auch Gitarrist Christy Doran. «Ich habe nicht erwartet, dass die Konzerte so gut besucht würden. Und dann noch die überaus begeisterte Reaktion des Publikums. Wir sind auf dem richtigen Weg.» Das ist ziemlich bemerkenswert für eine Band, die 1972 gegründet wurde, zehn Jahre lang zu den besten Electric-Jazz-Bands von Europa gehörte und dann – nach einer Pause von 25 Jahren – mit einem ersten Konzert im KKL Luzern eine Art Comeback startete. Ihr aktueller Höhenflug ist nicht zuletzt deshalb aussergewöhnlich, weil OM seit ihrem Comeback ausschliesslich frei improvisieren und sich bei jedem Konzert in den freien Fall begeben. Live zu spielen sei am besten, um vorwärtskommen, so Doran. «Wir haben ja früher auch alles erspielt.» Auch Leimgruber betont das Live-Ereignis, das als frei improvisierende Band eine Herausforderung bleibe. «Wir haben schon den Anspruch, dass an jedem Konzert wieder etwas anderes passiert.»

Im Gegensatz zu einer Band aus dem Klassikbereich oder dem etablierten Jazz, die gewöhnlich in top ausgerüsteten Konzertsälen spiele, müsse sich eine frei improvisierende Band wie OM immer wieder an neuen Spielorten mit unterschiedlichsten Bedingungen zurechtfinden. «Wir experimentieren jedes Mal auch mit der Partitur des Raumes. Auch das beeinflusst den Sound jeweils und kann im besten Fall zu neuen Klängen und Spielweisen führen.»

«Ein total gutes Gefühl»

Er sei vor der Tour wahnsinnig gespannt gewesen, wie das wohl herauskomme, sagt Bobby Burri. «Immerhin sind wir als Band seit 35 Jahren nicht mehr so lange unterwegs gewesen. Aber es war für mich ein total gutes Gefühl, mit meinen OM Kollegen auf Tour zu sein.» Das hat sehr viel damit zu tun, dass sich die vier Musiker – die alle noch in Luzern leben – noch immer gut verstehen, über ihre Vorlieben und Macken Bescheid wissen und das Grundvertrauen entwickelt haben, dass sie mit ihrer Musik nicht nur auf einem hohen Qualitätslevel bleiben, sondern noch stärker abheben können.

Die vier Musiker setzen alles daran, den OM-Sound weiter- zuentwickeln. «Wir sind uns musikalisch definitiv nähergekommen», resümiert Studer die letzten zehn Tage «on the road». Das sei enorm erfreulich. «Aber unsere Musik ist nach wie vor ausbaufähig. Wir müssen noch frecher werden, mehr riskieren, das ist mein persönlicher Eindruck.» Christy Doran scheint ähnlich zu denken. «Ich träume von einer neuen Gitarre – etwas Rotzigeres muss her für die OM-Musik!»

Konzerte in der Jazzkantine, Luzern: 20. Dezember, 31. Januar und 28. März, jeweils 20.30 Uhr.

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