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Buch: Turbulente Familiengeschichte und grausamer Balkankrieg

Arno Renggli
Das Buchcover von "Die Sünderin und der Heilige".

Das Buchcover von "Die Sünderin und der Heilige".

Der gebürtige Luzerner Albert T. Fischer schildert die Geschichte seiner Familie und stellt seine kroatische Grosstante Terezija Skringer ins Zentrum. Diese, 1895 angeblich als uneheliches Kind des österreichischen Regenten Franz Josef I. zur Welt gekommen, lernte als 20-Jährige Serviererin den im Tessin lebenden Hotelier Francesco kennen und hatte mit ihm zwei Söhne.

Alle drei liess sie allerdings zurück, als sie in Familienangelegenheiten nach Kroatien reiste. Und dort blieb, um beim Aufbau einer kroatischen Caritas mitzuhelfen. In diesem Kontext wurde sie zur Mitarbeiterin des späteren Kardinals Stepinac. Dieser ist bis heute eine kontroverse Figur, da er sich einerseits sozial stark engagierte, im Zuge der kroatischen Unabhängigbestrebungen aber die gewalttätigen Ustascha-Rebellen sowie später die kroatischen Nazis unterstützt bzw. toleriert haben soll.

Buchautor Albert T. Fischer. (Bild: PD)

Buchautor Albert T. Fischer. (Bild: PD)

Albert T. Fischer stützt bei seiner biografischen Spurensuche vor allem auch auf die Schilderungen seines Onkels Pepe, eines der Söhne von Terezija Skringer. Insofern kann nicht alles akribisch belegt werden, bleibt damit das eine oder andere ungeklärt.

Die Lektüre aber lohnt sich allemal. Das gut formulierte und leserfreundlich in kurze Kapitel gegliederte Buch ist erstens eine spannende Familiengeschichte sogar mit Bezügen zu Luzern, etwa weil Hotelier Francesco später auch in Luzern tätig ist. Zweitens bietet es aufwühlende Hintergründe zum Balkankonflikt, was dem Autor explizit ein Anliegen ist. Und drittens zeigt es eine Frau mit einer turbulenten Biografie, die ihren eigenen Weg gehen wollte und in einer noch sehr patriarchalischen Zeit einen hohen Preis dafür zahlte. (are)

Albert T. Fischer: Die Sünderin und der Heilige. Münster Verlag, 194 S., Fr. 25.--.

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