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Lesetipps Kunstbücher: Unbekanntes sichtbar gemacht

Der Künstler Benno K. Zehnder holt das Mittelmeer ins Spital und der Fotograf Kostos Maros gibt Einblicke in Orte, die man nur selten sieht.
Christina Genova

Farbtherapie für das Spital Schwyz

Alles begann mit einem düsteren Spitalgang. Türen links und rechts und kein einziges Fenster. Benno K. Zehnder bekam 2002 vom Spital Schwyz den Auftrag, für diesen Unort ein Farbkonzept zu entwerfen. Sein ehrgeiziges Ziel: Die Menschen, die den Gang begehen, sollen sich fühlen wie am Mittelmeer. Er hat es mit einfachsten Mitteln erreicht. Die einzelnen Farbflächen reichen über die ganze Wand und spiegeln sich im Boden und in der Decke. So hat man den Eindruck, durch die Farbe hindurchzugehen, anstatt sie nur anzuschauen. Auch verwendete Benno K. Zehnder nur reine Farben in Pastelltönen: «Lichte Farben im Gegensatz zu satten, sind offener, zugänglicher, anmutiger», sagt der Künstler im Gespräch mit Erwin Koch.

Der renommierte Journalist hat für den Bildband, der die gelungene Farbtherapie des Spitals Schwyz dokumentiert, ein schönes Porträt des Künstlers verfasst. Denn die Verwandlung des zuvor dunklen Flurs in einen Mittelmeergang führte dazu, dass Benno K. Zehnder in den letzten 16 Jahren nach und nach das ganze Spital in Farbe getaucht hat.

Architektur Farbe Licht: Die Kunst von Benno K. Zehnder im Spital Schwyz, Vexer, 192 S., Fr. 58.–

Einblick in verborgene Orte

Im Ejakulatorium einer Praxis für Reproduktionsmedizin in Basel liegt der Playboy auf dem weissen USM-Möbel bereit. Wände, Waschbecken, Urinal – alles ist weiss in diesem Raum. Auch im Begleitraum 2 der Sterbehilfeorganisation Dignitas sind Beige und Weiss die vorherrschenden Farben. Nur die dezent gemusterte Bettwäsche bietet einen Farbtupfer. Wo gestorben und gezeugt wird, geht es ähnlich nüchtern zu.

Das ist eine Erkenntnis, die sich beim Betrachten der Fotobandes «Hidden» von Kostas Maros ergibt. Darin hat der Fotograf 25 Orte in der ganzen Schweiz vereint, zu denen die meisten Menschen keinen Zugang haben. Er befriedigt unsere Neugierde, wenn er uns einen Blick in einen Darkroom gewährt. Oder lässt uns staunen über die riesigen Parabolantennen bei Leuk. Das Überraschendste ist jedoch wie penibel aufgeräumt und funktional sich die verborgene Orte präsentieren. Kein Wunder – wird sind ja schliesslich in der Schweiz.

Kostas Maros: Hidden. Verborgene Orte in der Schweiz, Christoph Merian, 192 S., Fr. 39.–

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