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FESTIVAL, 5. BIS 10. APRIL: Stanser Musiktage – so stark und vielfältig wie eh und je

Das Programm der Stanser Musiktage macht Lust auf Bands und Künstler, die zum Teil exklusiv in Stans auftreten. Programmchef Marc Unternährer erklärt, wie es zu Stande gekommen ist.
Yaite Ramos, Sängerin von La Dame Blanche, Kuba. (Bild: Victor Delfim/PD)

Yaite Ramos, Sängerin von La Dame Blanche, Kuba. (Bild: Victor Delfim/PD)

Auf den ersten Blick fällt gar nicht auf, dass die Stanser Musiktage nach 2014 ein bisschen abgespeckter daherkommen. Die Reorganisationen betreffen vor allem den Teil, der bisher als «Rahmenprogramm» bezeichnet wurde. Mit 26 Bands im Hauptprogramm ist das Line-up so stark und vielfältig wie eh und je. Dazu kommen Bands, die als Strassenmusiker oder auf dem Dorfplatz (gratis) aufspielen. Und nicht zuletzt ein Nachtprogramm mit groovenden Bands und DJs, die speziell auch ein junges Publikum anziehen dürften.

Wichtig: Authentizität

«Wir knüpfen musikalisch an die bisherige Ausrichtung an, mit den Hauptgenres Worldmusic, Jazz und anspruchsvoller Pop. Vielleicht sind wir eine Spur moderner geworden», sagt Marc Unternährer. Unternährer ist seit 2013 Mitglied der Programmgruppe, die er neu auch leitet. Mit dabei sind ferner Erich Blättler (langjähriger Kenner der Musiktage und Mitglied im Vorstand), Kilian Mutter (Ex-Musikredaktor Radio 3-fach, Orangepeel) sowie Simon Gwinner, der im Radio 3-fach in der Sendung «couleurs musicales» Weltmusik präsentiert.

Wie ging das Team vor? «Wir haben zunächst alle Anfragen zusammengeführt, die von Bands hereingekommen sind. Die Liste umfasste rund 500 Namen. Dazu kamen die Wünsche von unserer Programmgruppe. Auch die Festival-Co-Leitung hat ihre Inputs gegeben.» Dann ging die Programmgruppe daran, aus diesem Fundus das musikalische Menü zusammenzustellen. Bei gewissen Bands habe es lediglich zwei, drei Mails gebraucht. «Handkehrum waren wir bei andern wochen- oder monatelang dran, bis es geklappt hat.» Bisweilen hat das Team auch Luftsprünge gemacht, als das Okay kam: Animal Collective! Hindi Zahra!

Die Stanser Musiktage seien ganz stark ein Festival, an dem man Entdeckungen machen könne, sagt Unternährer. «Diese Kontinuität wollten wir weiterführen.» Als ein wichtiges Kriterium für die Selektion nennt er die Authentizität. «Man merkt sehr schnell, ob jemand nach Stans passt oder nicht. Es sind Bands und Künstler, die innerhalb ihres Genres eine bestimmte Herkunft oder Tradition haben, aber gleichzeitig auch an die Grenzen gehen. Das muss spürbar sein und eine Ausstrahlung haben, dann interessiert es uns.»

«Wie ein Puzzle»

Eine besonders hektische Zeit für die Programmgruppe waren die Monate August bis Oktober 2015, während denen die Anfragen gestartet, sehr viele Demos und CDs angehört, Forschungsarbeit betrieben, mit Agenturen verhandelt und die Verträge gemacht wurden. Mit der Zeit galt es, den groben Raster zu verfeinern, hier eine Lücke zu füllen und dort noch einen passenden Act hinzuzufügen. «Es ist wie ein Puzzle, das nicht zuletzt auch von den ganz verschiedenen Locations bestimmt wird, die je wieder andere Anforderungen haben.»

Als professioneller Tubaspieler kennt Unternährer die Musikerseite. «Es ist mir wichtig, nicht einfach ein Business abzuwickeln und ein Produkt zu verkaufen.» Hilfreich sind auch seine vielen Kontakte. Selber hört er extrem breit Musik und hat ein grosses Wissen in allen möglichen Genres und Zwischengenres. Als Programmleiter ist er quasi auf der andern Seite. «Ich muss an das Festival und an das Publikum denken, das ist manchmal auch ein Spagat.»

Trotzdem ist er sehr glücklich, wie gut und breit abgestützt sich das Programm am Ende ergeben hat. «Wir konnten sogar eine ganze Anzahl unserer Wünsche realisieren. Ich denke, wir haben ein vielseitiges und qualitativ durchgehend hochstehendes Programm hingebracht. Ich kann hinter allem stehen und freue mich extrem auf die Live-Erlebnisse.» Allez hopp, liebes Publikum!

Pirmin Bossart

Programmleiter Marc Unternährer stellt vier Bands vor

Programmleiter Marc Unternährer hat vier Bands ausgewählt, die ihm am Herzen liegen. Obwohl: «Eigentlich sind es alle.»

Tal National

Ihr erstes Album ist bei uns 2013 erschienen. Es hat mich total reingezogen, es war für mich die Platte des Jahres! Die Band kommt aus Niger und ist dort sehr populär. In den letzten Jahren haben wir ein paar gute Sahelbands gehört. Tal National stechen heraus, sie haben mehr Biss. Es ist ein Glücksfall, dass sie diesen Frühling auf Tour sind und wir diese heisse Liveband in Stans präsentieren können.


Andromeda Mega Express Orchestra

Es hat eine gewisse Tradition, dass an den Musiktagen auch mal eine grosse Band auftritt. Das Andromeda Mega Express Orchestra aus Berlin arbeitet mit Elementen aus Jazz, Klassik und Filmmusik. Es ist keine klassische Big Band, sondern ein Kollektiv von herausragenden Musikern, die aus den unterschiedlichsten Ecken kommen. Ich kenne keine andere Band, die auf diesem Niveau in diesem Bereich eine solch eigenständige Musik macht.


Colleen

Die französische Musikerin spielt die Viola da Gamba, ein sehr altes Instrument. Mit Elektronik und mit ihrer Stimme setzt sie die Gambe in einen neuen Kontext und macht daraus eine eigenständige Musik. Es hat etwas Feines und Fragiles, aber auch sehr Kraftvolles, wie Colleen als Solistin auf der Bühne diese Klänge zusammenführt. Ihre Musik hat das Potenzial, ein breites Publikum anzusprechen.


Chassol

Zum Auftritt von Christophe Chassol kommt eine visuelle Komponente: Auf einer Leinwand im Theater an der Mürg ist das Filmmaterial zu sehen, das Chassol von seiner jüngsten Reise in die Karibik mitgebracht hat. Mit Keyboard, Elektronik und einem Schlagzeuger kreiert er Sounds, die direkt mit den Bildern und Klängen spielen. Es ist eine sehr spezielle Art von Konzert, das mit seiner Interaktivität Augen und Ohren anspricht.


Marc Unternährer/pb

«Wir knüpfen musikalisch an die bisherige Ausrichtung an, mit den Hauptgenres Worldmusic, Jazz und anspruchsvoller Pop. Vielleicht sind wir eine Spur moderner geworden.» Marc Unternährer, Programmchef. (Bild: PD)

«Wir knüpfen musikalisch an die bisherige Ausrichtung an, mit den Hauptgenres Worldmusic, Jazz und anspruchsvoller Pop. Vielleicht sind wir eine Spur moderner geworden.» Marc Unternährer, Programmchef. (Bild: PD)

Tal National. (Bild: PD)

Tal National. (Bild: PD)

Andromeda Mega Express Orchestra. (Bild: PD)

Andromeda Mega Express Orchestra. (Bild: PD)

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