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FESTIVAL: Katie Melua: «Das Alter macht wählerischer»

Die 31-jährige Katie Melua ist einer der ganz grossen Stars des diesjährigen Blue Balls. Ein Gespräch mit der Musikerin über Harfen, Gesang und Heimat.
Interview Olaf Neumann
«Ich wollte schon immer eine Platte machen, die mich nach Hause bringt», sagt die Georgierin Katie Melua. (Bild: PD)

«Ich wollte schon immer eine Platte machen, die mich nach Hause bringt», sagt die Georgierin Katie Melua. (Bild: PD)

Interview Olaf Neumann

Katie Melua, was erwartet die Besucher Ihrer Sommerkonzerte?

Katie Melua: Ein unbeschwertes Programm, passend zur Jahreszeit. Ich singe einige meiner Klassiker wie «Nine Million Bicycles» und «The Closest Thing To Crazy». Was anders ist, ist die Band. Anstelle des Leadgitarristen ist ein Harfenspieler dabei.

Wieso entschieden Sie sich ausgerechnet für einen Harfenisten?

Melua: Weil ich mich stark mit der Gitarre beschäftigt habe. Mein Problem war, dass ich keinen geeigneten Lehrer finden konnte, bis ich auf Youtube diesen Harfenlehrer entdeckte. Das brachte mich darauf, die akustische Gitarre und die Harfe zu kombinieren.

Wie war es, Ihre Songs für die Harfe zu arrangieren?

Melua: Nicht aufwendiger als sonst, denn wir müssen die Songs vor jeder Tour auffrischen, bei der neue Musiker dabei sind. Jeder Musiker geht anders an sein Instru­ment heran. Manche Songs bleiben aber immer gleich, sie werden nicht ohne Grund zu Klassikern.

Werden Sie immer wählerischer, was die Musik betrifft?

Melua: Ja, ich würde sagen, man wird wählerischer, je älter man wird. Es hängt immer davon ab, wie man auf seine ei­gene Musik blickt. Ich tue das immer aus Sicht des Hörers und nicht aus Sicht des Künstlers. Das ist wichtig für den Entscheidungsprozess. Ich frage mich in dem Moment immer, was der Fan wohl gern hören will und nicht, was ich singen möchte.

Befinden Sie sich gerade wieder in diesem Prozess?

Melua: Ja, ich arbeite an einer neuen Platte. Und zwar gemeinsam mit einem 23-köpfigen georgischen Frauenchor, mit dem ich im Herbst auf Tour gehe. Es handelt sich also um zwei unterschiedliche Konzertprogramme.

Wie kamen Sie mit dem Chor aus Ihrer Heimat Georgien zusammen?

Melua: Mit dem klassischen Chor aus Gori will ich seit Jahren zusammenarbeiten. Er ist einfach aussergewöhnlich und existiert seit 40 Jahren. Gori liegt eine Autostunde von der Hauptstadt Tiflis entfernt. Die Frauen sind seit 15 Jahren nicht mehr ausserhalb von Georgien aufge­treten. Es wird bestimmt aufregend, wenn wir auf Tour gehen.

Was ist in künstlerischer Hinsicht das Besondere an diesem Chor?

Melua: Ich bin auf ihn gestossen, als ich nach georgischen Musikern suchte, weil ich ein Ballettprojekt machen wollte. Entdeckt habe ich den Chor auf Spotify. So etwas Starkes und Tiefes hatte ich vorher nicht gehört, ich bekam eine Gänsehaut. Der Gesang klingt gleichzeitig verstörend und engelhaft. Als ob die Frauen aus der Hölle und aus dem Himmel kämen!

Hat dieser Chor einen Einfluss auf Ihr Songschreiben?

Melua: Natürlich! So, wie ich den Chor beschrieben habe, denken Sie jetzt bestimmt, dass er völlig anders klingt als das, was ich sonst mache. Die Herausforderung ist aber, ihren Sound und meinen Sound zusammenzubringen.

Sind Sie gerade dabei, Ihre geor­gischen Wurzeln neu zu entdecken?

Melua: Definitiv! Ich wollte schon immer eine Platte machen, die mich nach Hause bringt. Immer, wenn ich nach Georgien fahre, überkommen mich ganz andere Gefühle als in England, wo ich seit langem lebe. Georgien ist und bleibt meine Heimat.

Mit welcher Art von Musik sind Sie in Georgien aufgewachsen?

Melua: In der folkloristischen georgischen Musik gibt es eine lange Tradition von mehrstimmigem Gesang. Solche Chöre zu Gitarrenbegleitung habe ich als Kind oft gehört. Darüber hinaus spielt klassische Musik eine grosse Rolle; in fast allen Familien bekommt mindestens eine Person Klavierunterricht. Meine Mutter hat zu Hause Klavier gespielt, mein Onkel widmete sich der Rockmusik. Mit all dem bin ich aufgewachsen.

Hinweis

Live: 28. Juli: Blue Balls Festival, Luzern (ausverkauft); mit Gori-Chor: 20. November, Kongresshaus Zürich. Beim Blue Balls Festival (22. bis 30. Juli) in Luzern stehen während neun Tagen insgesamt 120 Veranstaltungen auf dem Programm. Infos und Tickets: www.blueballs.ch

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