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FESTIVAL: Musik voll wilder Ideen

Stans hat sie wieder, die Musiktage. Was in dem Jahr Pause gefehlt hat, machte bereits der Eröffnungsabend deutlich.
Mbongwana Star aus dem Kongo eröffneten gestern die Stanser Musiktage. (Bild Nadia Schärli)

Mbongwana Star aus dem Kongo eröffneten gestern die Stanser Musiktage. (Bild Nadia Schärli)

Michael Graber

Er habe so was noch nie gehört, sagt ein Konzertbesucher. Gemeint sind die Klänge von Mbongwana Star, die gestern die Stanser Musiktage eröffneten. Es ist ein treibendes, einlullendes, sphärisches und doch unerhört rockiges Gemisch, das die sechs Musiker aus dem Kongo im Kollegi präsentierten. Die beiden Sänger Coco Ngambali und Theo Nzonza – beide wegen Kinderlähmung in einem Rollstuhl – setzen immer wieder vokale Farbtupfer, auch mal im Duo-Sprechgesang. Das ist im Kern unverkennbar afrikanische Musik, aber unglaublich modern interpretiert und ohne jede falsche Rücksicht auf Tradition.

Während die Musik auf der Platte elektronisch durchsetzt ist, hat sie live deutlich mehr Gitarre und Rock intus. Und während sie auf der CD klarer kanalisiert sind, wirken Mbongwana Star auf der Kollegi-Bühne bisweilen fast schon etwas chaotisch. Die Songs nehmen zahlreiche unerwartete Wendungen, und von Stillstand bis zu Vollgas werden alle Tempi mal durchgemacht. Die Musik steckt voller Ideen, und man ist nie ganz sicher, ob sich die Musiker manchmal fast selbst etwas überraschen.

Das Nidwaldner Museum fordert an den Stanser Musiktagen... (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)Das Nidwaldner Museum fordert an den Stanser Musiktagen... (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
... mit einer phantastischen Videoinstallation von Thais Odermatt Jung und Alt zum Tanzen auf. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)... mit einer phantastischen Videoinstallation von Thais Odermatt Jung und Alt zum Tanzen auf. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
Thais Odermatt (links) mit der Videoinstallation. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)Thais Odermatt (links) mit der Videoinstallation. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
Hindi Zhara bei ihrem Auftritt an den Stanser Musitagen im Kollegi Stans. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)Hindi Zhara bei ihrem Auftritt an den Stanser Musitagen im Kollegi Stans. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Mbongwana Star eröffnet mit seinem Konzert im Kollegium die Stanser Musiktage. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)Mbongwana Star eröffnet mit seinem Konzert im Kollegium die Stanser Musiktage. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Rhythmen aus Kongo in Stans. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)Rhythmen aus Kongo in Stans. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Chrimafrä und Ländler... (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)Chrimafrä und Ländler... (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
... eröffnen mit einem Konzert am Dorfplatz die Stanser Musiktage 2016. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)... eröffnen mit einem Konzert am Dorfplatz die Stanser Musiktage 2016. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Mit viel Herzblut und bei Wind und Wetter unterwegs. Fünf Abende lang sind zwei junge Frauen damit beschäftigt, als lebendige Sammelbox finanzielle Mittel zu generieren, um die SMT zu unterstützen. Wer etwas einwarf, durfte sich eine kleine Plastikrolle nehmen. Darin befand sich ein Teilnahmeschein für einen Wettbewerb. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Mit viel Herzblut und bei Wind und Wetter unterwegs. Fünf Abende lang sind zwei junge Frauen damit beschäftigt, als lebendige Sammelbox finanzielle Mittel zu generieren, um die SMT zu unterstützen. Wer etwas einwarf, durfte sich eine kleine Plastikrolle nehmen. Darin befand sich ein Teilnahmeschein für einen Wettbewerb. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Im «Engel Club» startet jeweils das Nachtprogramm. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Im «Engel Club» startet jeweils das Nachtprogramm. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Impressionen (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Impressionen (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Auf dem Heimweg. Nach einem erfüllten Konzert im Kollegisaal jetzt noch auf ein Glas ins Weinzelt..... (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Auf dem Heimweg. Nach einem erfüllten Konzert im Kollegisaal jetzt noch auf ein Glas ins Weinzelt..... (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Fanfare Shukar. Zehn Mann aus Rumänien brachten die Stanser Metropole zum Kochen; dies alles nach 30 Stunden Busfahrt! (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Fanfare Shukar. Zehn Mann aus Rumänien brachten die Stanser Metropole zum Kochen; dies alles nach 30 Stunden Busfahrt! (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Fanfare Shukar. Zehn Mann aus Rumänien brachten die Stanser Metropole zum Kochen; dies alles nach 30 Stunden Busfahrt! (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Fanfare Shukar. Zehn Mann aus Rumänien brachten die Stanser Metropole zum Kochen; dies alles nach 30 Stunden Busfahrt! (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Ein Lächeln versüsst den Abend noch mehr im Desserzelt. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Ein Lächeln versüsst den Abend noch mehr im Desserzelt. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Impressionen zur «Blauen Stunde». (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Impressionen zur «Blauen Stunde». (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Impressionen zur «Blauen Stunde» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Impressionen zur «Blauen Stunde» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Einheimisches Schaffen mit «Hebdide». (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Einheimisches Schaffen mit «Hebdide». (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Immer eine Anlaufstelle für hungrige SMT-Besucher: die Foodzone, die sich am Mittwoch ins Freie verlagerte. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Immer eine Anlaufstelle für hungrige SMT-Besucher: die Foodzone, die sich am Mittwoch ins Freie verlagerte. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Noureddine Khourchid, Sänger der Umayyaden-Moschee in Damaskus. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)Noureddine Khourchid, Sänger der Umayyaden-Moschee in Damaskus. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Immer eine Anlaufstelle für hungrige SMT-Besucher: die Foodzone. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Immer eine Anlaufstelle für hungrige SMT-Besucher: die Foodzone. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Immer eine Anlaufstelle für hungrige SMT-Besucher: die Foodzone. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Immer eine Anlaufstelle für hungrige SMT-Besucher: die Foodzone. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Colleen aus Frankreich. Ihre Musik brachte eine träumerische Note in den Engelsaal. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Colleen aus Frankreich. Ihre Musik brachte eine träumerische Note in den Engelsaal. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Colleen aus Frankreich. Ihre Musik brachte eine träumerische Note in den Engelsaal. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Colleen aus Frankreich. Ihre Musik brachte eine träumerische Note in den Engelsaal. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Colleen aus Frankreich. Ihre Musik brachte eine träumerische Note in den Engelsaal. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Colleen aus Frankreich. Ihre Musik brachte eine träumerische Note in den Engelsaal. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Chrimafrä brachten am Dienstag die Volksmusik auf den Stanser Dorfplatz. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Chrimafrä brachten am Dienstag die Volksmusik auf den Stanser Dorfplatz. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
36 Bilder

Stanser Musiktage

Die Kurve gefunden

Kurzum: Mbongwana Star war ein klassisches Konzert, das die Stanser Musiktage, mittlerweile in der 21. Ausgabe, auszeichnet. Irgendwie Weltmusik, irgendwie Neuentdeckung und irgendwie eben ungewohnt für die Ohren – aber etwas, was man gerne entdeckt. Mit der Dauer drohte der Sound zwar etwas zu sehr repetitiv zu werden, aber meist fand er die Kurve wieder.

So wie auch die Stanser Musiktage. Nach einem Jahr Pause (die elenden Finanzen) meldete sich das Festival wieder zurück. Etwas umgestaltet und etwas abgespeckt, aber immer noch unverkennbar im Charakter. Das Essen aus aller Herren Ländern findet man zwar mittlerweile an einem anderen Ort, aber lecker ist es deswegen immer noch. Und das Zelt war bereits am Eröffnungsabend rappelvoll.

Auf dem Dorfplatz steht neu ein Zelt zum Verweilen und Trinken, in dem auch kleinere Konzerte stattfinden. Und dahinter wird in einer Kunstinstallation von Thaïs Odermatt munter getanzt, erfreulicherweise zeigten sich die Besucher ohne jede Hemmungen und machten eifrig mit.

Etwas schräg

Der Eröffnungsabend bewies auch, wie sehr die Musiktage gefehlt haben. Sie gehören zu den feinsten Festivals der Schweiz und haben auch keine Angst, etwas Ungewohntes aufs Programm zu setzen. Das mag für gewisse Ohren manchmal etwas schräg und unbekannt klingen. Aber ganz ehrlich: Es wäre ja schampar langweilig, wenn man immer nur das Gleiche hören würde.

Hinweis
Die Stanser Musiktage dauern noch bis am kommenden Sonntag. Programm und Tickets: www.stansermusiktage.ch

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