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FESTIVAL: «Pilatus On The Rocks»: Da schauen selbst Gämsen vorbei

Festival Die erste Ausgabe des Festivals «Pilatus On The Rocks» war ein Erfolg. Auch dank einem Hauptact, der – anders als bei einem Auftritt am Blue Balls – überzeugte.
Dada Ante Portas bei ihrem Auftritt am «Pilatus On The Rocks». (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

Dada Ante Portas bei ihrem Auftritt am «Pilatus On The Rocks». (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

Michael Graber

michael.graber@luzernerzeitung.ch

Langsam ruckelt die Bahn nach oben. Unten sieht man Wald und See und Land, und oben beginnen gerade Dada Ante Portas mit ihrem Set. Am Samstagabend war Musik auf dem Berg angesagt: «Pilatus On The Rocks» heisst das neue Festival auf dem Zentralschweizer Hausberg. Und die Aussichtsplattform war gut gefüllt. Nicht gestopft, Platzangst bekam da niemand, Höhenangst war weit wahrscheinlicher.

«Wir haben schon einen schönen Berg», sagte Dada-Sänger Pee Wirz. Mindestens so schön wie der Berg ist aber vor allem das Panorama, das er bietet. Man vergisst vor lauter schauen beinahe, dass da noch Musik spielt. Aber die Dadas machen einen guten Job. Eine Mischung aus alten und neuen Liedern und unterfüttert mit Mitklatschspielen. Das hat Power und klingt satt – an diesem Festival dürften sich die Lärmbeschwerden von geplagten Nachbarn für einmal in engen Grenzen halten. Dafür schaut einmal sogar schnell eine Gämse von hinter der Bühne auf das Treiben herab. Nachdem sie geschätzte dreitausend Mal fotografiert wurde, verzieht sie sich wieder. Gämsen, das lernte man am Samstag, haben offenbar kein Herz für Pop. Dafür schafften es die Dadas, das sehr heterogene Publikum (vom klassischen Cüpli-VIP bis zum Musikfan) abzuholen. Sind ja auch wichtiger als die Gämsen.

«Das passiert uns sonst nie»

Als sich dann die Sonne langsam aber sicher verabschiedete, begann mit Henrik Belden die zweite Luzerner Truppe. Und sein ruhiger Sound zusammen mit seiner gmögigen Art passte wunderbar. Selbst gerissene Saiten und andere kleinere Pannen konnten dem Gig auf der kleinen Nebenbühne nichts anhaben. Erstaunlich auch, wie aufmerksam das Publikum die Show verfolgte. Es wurde wirklich zugehört. «Das passiert uns sonst nie», witzelte Belden. Vielleicht lag es auch ganz einfach daran, dass eh niemand flüchten konnte – der Bahnbetrieb wurde erst nach Konzertende des Hauptacts wieder aufgenommen.

Und das waren Mando Diao. Die Schweden, die 2015 am Blue Balls (kurz nachdem einer der Sänger ausgestiegen war) eine Chaos-Show lieferten, sind wieder richtig in der Spur. Ab der ersten Minute lieferten sie eine sehr ansprechende, rockige und druckvolle Show. Die sehr rauchige Stimme von Sänger Björn Dixgard krächzte, und die Gitarren krachten. Da wurde das Festival auch seinem Namen gerecht.

Besonders gut waren Mando Diao dann, wenn sie die älteren Songs (sie eröffneten bereits mit «Down In The Past») aus ihrem Repertoire auspackten. Die neuen Songs sind zwar auch nicht wirklich schlecht, es fehlt ihnen zwar manchmal an diesem Ding, dass ihren Schwedenrock so treibend macht. Das abwechslungsreiche Set überlebte aber auch ein paar Längen locker.
Angenehm bedrohlich war das Zittern des Bodens auf der Aussichtsplattform, die mittlerweile in komplette Nacht gehüllt war. Da spürte man die Energie der Musik auch direkt unter den Füssen – ohne dabei wirklich Angst zu haben, versteht sich.

Etwas mehr Licht, bitte

Die erste Ausgabe des «Pilatus On The Rocks» kann also getrost als Erfolg gewertet werden. Die Veranstalter bilanzierten mit (vermutlich etwas grosszügig gerechneten) 1000 Besuchern zufrieden, die Stimmung stimmte, und die Kulisse tat den Rest. Als vor dem Eindunkeln auch grosse Gruppen auf der Anhöhe sassen oder standen, bot sich ein einzigartiges Bild. Das war dann tatsächlich atemberaubend.

Abstriche in der B-Note gibt es für das etwas dürftige Essensangebot (die Pommes waren aber sensationell) und für die etwas lieblose Deko. Mit etwas Licht hätte man weit mehr aus der Nacht auf dem Pilatus machen können.

Ob es eine zweite Ausgabe geben wird, konnten die Verantwortlichen am Samstag noch nicht sagen. Die Chancen, so viel liessen sie sich entlocken, stünden aber nicht schlecht.

Nachtstimmung beim Konzert von Henrik Belden. (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

Nachtstimmung beim Konzert von Henrik Belden. (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

Henrik Belden (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

Henrik Belden (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

Dada ante Portas (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

Dada ante Portas (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

Dada ante Portas mit Pilatus Kulm. (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

Dada ante Portas mit Pilatus Kulm. (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

Dada ante Portas (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

Dada ante Portas (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

Dada ante Portas (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

Dada ante Portas (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

Dada ante Portas (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

Dada ante Portas (Bild: Corinne Glanzmann (Pilatus, 26. August 2017))

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