FESTIVAL: «Stans hat die Tage» wieder

Im nächsten Jahr finden die Stanser Musiktage wieder statt. Allerdings in geänderter Form. Man will sich aufs Wesentliche konzentrieren.

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Die neuen Festivalleiter Marc Rambold (links) und Esther Unternährer mit Programmchef Marc Unternährer. (Bild: PD)

Die neuen Festivalleiter Marc Rambold (links) und Esther Unternährer mit Programmchef Marc Unternährer. (Bild: PD)

Matthias Piazza

«Stans hat die Tage» mit diesem Spruch wurden die Musiktage jahrelang beworben. Doch dieses Jahr fielen die Tage aus: Die Ausgabe 2014 schloss mit einem Defizit von 175 000 Franken ab, der organisierende Verein überschuldete sich mit 115 000 Franken. Doch nun kann die Nidwaldner Kulturszene aufatmen, die Zeit der Ungewissheit ist vorbei. Nach dem einjährigen Unterbruch hat Stans wieder wie gewohnt jährlich «die Tage». «Wir konnten die notwendigen 250 000 Franken zusammenbringen und damit das Sanierungsziel erreichen», freut sich Vereinspräsident Josef Mahnig. Allerdings sind konzeptionelle Änderungen geplant, um ein finanzielles Fiasko künftig zu verhindern.

Auf Montag wird verzichtet

«Wir möchten weniger auf Spontanbesucher angewiesen sein», hält Josef Mahnig fest. Denn genau dies sei dem Festival bei Wetterpech zum Verhängnis geworden. Auch werden die Musiktage 2016 vom Dienstag bis Sonntag stattfinden, um den umsatzschwachen Festivalmontag zu umgehen. «Wir verzichten auf Schnickschnack und konzentrieren uns auf das Wesentliche.» Vor allem beim Rahmenprogramm wolle man sich einschränken. «Die Zeltkonzerte waren teilweise sehr teuer und aufwendig. Künftig halten wir das Rahmenprogramm in weniger Zelten ab und verzichten auf teure technische Anlagen.» Eine Überdachung des Dorfplatzes mit einem Riesenzelt, wie man es etwa vom Volkskulturfest Obwald kennt, sei keine Alternative nicht nur der Kosten wegen, sondern auch, weil man es nicht befestigen könne.

Änderungen gibts auch im kulinarischen Bereich. Anstelle einer Verpflegungsmeile, die sich über das ganze Dorfzentrum erstreckt, wird das Essensangebot künftig auf dem Steinmättli bei der Stanserhorn-Bahn zentralisiert. Dank allen Massnahmen habe das Gesamtbudget um 400 000 Franken auf 1,1 Millionen Franken gekürzt werden können.

Weniger wetterabhängig

Mit der Konzentration auf die Konzertbesucher sei man dann auch weniger dem Wetterrisiko ausgesetzt. Musikalisch wollen sich die Musiktage treu bleiben. Das heisst stilistische Offenheit, wo World-, Jazz- und Popklänge aufeinandertreffen.

Hauptsponsor steigt 2017 aus

Kaum sei der Entscheid kommuniziert worden, dass es mit den SMT weitergeht, sei er von Mails überhäuft worden. «Die Leute schätzen den Anlass, der in der Kulturszene Nidwaldens nicht mehr wegzudenken ist», streicht Mahnig hervor. Die Unterstützung zeige sich auch darin, dass sämtliche Sponsoren treu geblieben seien. Auch der Kanton habe die Unterstützung von 45 000 Franken wieder zugesichert. Allerdings steigt die Credit Suisse auf 2017 als Hauptsponsor des Festivals aus. Trotzdem ist Mahnig zuversichtlich, dass die Zukunft der SMT längerfristig gesichert ist, auch wenn so ein Anlass immer mit Unsicherheiten verbunden sei. Veränderungen gibt es in personeller Hinsicht. Esther Unternährer und Marco Rambold leiten das Festival künftig gemeinsam. Und Marc Unternährer ist auf Mandatsbasis für das Programm verantwortlich.

Wegen der finanziellen Probleme nahmen sich die SMT heuer sozusagen eine Auszeit, veranstalteten als «Alternativprogramm» unter dem Titel «Stans will sie!» ein Festival light in Form einer zweitägigen Benefizveranstaltung. Sie wurde ein Erfolg. Hunderte von Zuhörern strömten zu den Konzerten in die Pfarrkirche, die Zivilschutzanlage und ins Chäslager.