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Thurgauer Blasmusik:
13 fidele Humpa-Spatzen bereiten sich auf anspruchsvollen Wettbewerb vor

Die Thurgauer Blaskapelle Fidele Humpa-Spatzen vertritt die Schweiz am 11. November am Grand Prix der Blasmusik in ­Kempten im Allgäu. Der internationale ­Wettbewerb gilt als Champions League der Bläser.
Ramona Riedener
Üben, üben, üben: Böhmisch-mährische Blasmusik ist gar nicht so einfach zu spielen. (Bild: Urs Bucher, Herisau, 2. September 2018)

Üben, üben, üben: Böhmisch-mährische Blasmusik ist gar nicht so einfach zu spielen. (Bild: Urs Bucher, Herisau, 2. September 2018)

Inspiriert von böhmischen Klängen, fröhlicher Stimmung und etwas mehr als einem Glas Wein, sagten sich am Blasmusiktreffen in Bischofszell ein paar befreundete Hobbymusikanten:

«Das können wir auch.»

Ihr Entschluss war gefasst, sie suchten nach Verstärkung und trafen sich im Mai 2013 zur ersten Musikprobe. Das war der Start der Fihuspa, was soviel bedeutet wie «13 fidele Humpa-Spatzen». Fünf Jahre später leuchten sie bereits als Stern am Blaskapellenhorizont und vertreten die Schweiz am internationalen Grand Prix der Blasmusik.

Allerdings mussten die Musikanten zwischen 21 und 47 Jahren feststellen, dass böhmisch-mährische Blasmusik nicht gar so einfach zu spielen ist, wie sie anfänglich dachten. Mit Ausnahme von drei Berufsmusikern ist für die Fihuspa die Musik das Hobby Nummer eins, neben Beruf und Familie. In den Vereinen, wo sie früher oder heute noch mitspielen, sind Märsche, Polkas und Walzer meist einfaches «Beigemüse», ein Muss im Repertoire, neben der modernen oder klassischen Konzert- und Wettbewerbsliteratur. «Wir wurden richtig überrascht, auf was es alles ankommt, damit der böhmisch-mährische Stil so richtig groovy tönt», sagt Peter Keller, Präsident der Blaskapelle. Posaune, Tuba und Schlagzeug seien das Fundament, der Maschinenraum, «da muss es richtig ab gehen». Die restlichen Bläser bauen darauf auf und bringen Emotionen in die Musik: «Böhmische Musik ist was fürs Herz. Sie reisst mit und begeistert.»

Auf dem Pfad der Original Egerländer Musikanten

Bei einer Probe setzt die Trompete beim Trio zu spät ein. «Der sucht noch», sagt Frank Tröster, musikalischer Leiter der Fihuspa und Flügelhornist. «Nochmals ab Takt 37. Mehr Dynamik, nicht gebunden.» Was für den Laien bereits perfekt klingt, ist für den Profi, der bei «Ernst Hutter & Die Egerländer Musikanten – das Original» spielt, noch lange nicht genug. Schon gar nicht, wenn man die anspruchsvolle Jury an einen internationalen Wettbewerb überzeugen will.

«Sie spielen gut, doch ich weiss, da ist noch mehr drin. Diese Jungs haben noch viel mehr Potenzial.»

Es muss was dran sein, denn der Egerländer Musikant aus Karlsruhe, der auch schon zu Ernst Moschs Zeiten in der weltberühmten Blaskapelle mitspielte, nimmt seit zwei Jahren Zeit und Weg auf sich, die talentierten Musikanten weiterzubringen. «Es macht tierisch Spass mit ihnen, da lohnt sich dieser Aufwand.» Wie Hochleistungssportler wird der musikalische Coach seine Jungs in den nächsten Wochen trimmen und so auf den Höhepunkt am 11. November in Kempten fitmachen. Neben der Leidenschaft zur Musik sind es auch die Preise, die den jungen Musikanten als Ansporn dienen: Dem Gewinner des Grand Prix winken Auftritte am Egerländer Open Air sowie eine professionelle CD-Aufnahme.

Die fidelen Humpa-Spatzen wollen gewinnen:

«Wir sind Neulinge in der Szene. Wir können nichts verlieren, nur gewinnen.»

Also, wie beim Poker, alles auf eine Karte setzen. «Noch besser, noch grooviger soll es klingen», sagt Peter Keller. Der Posaunist und seine Kameraden hoffen auf die Unterstützung ihrer Fans, dass viele in den Zuschauerreihen sitzen und ihnen die Daumen drücken. «Der Funke muss springen. Die Zuhörer sollten nicht mehr ruhig sitzen können», sagt Peter Keller.

Pepe Lienhard lobt Hobby-Musikanten

Bei der Vorausscheidung in Kaltbrunn im Mai gaben die fidelen Humpa-Spatzen bereits eine Kostprobe ab, mit der sie sogar Pepe Lienhard überzeugten: «Die Fihuspa haben mich total überrascht. Die originelle und moderne Formation macht Musik von höchster Qualität. Es sind super Musiker, jeder einzelne ein Solist. Sie haben eine echte Chance, den Grand Prix Final zu gewinnen.»

Dass sie hart im Nehmen und nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen sind, bewiesen die jungen Musikanten bereits an der Vorentscheidung. Bevor sie ihr Talent auf der Bühne unter Beweis stellen konnten, mussten sie einige Pannen meistern. Am 11. November schlägt ihre grosse Stunde: Dann spielen sie in der BigBox Allgäu in Kempten.

Tickets unter www.fihuspa.ch

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