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FILM FESTIVAL: Schwache Martin-Suter-Verfilmung und zwei Highlights

«Die dunkle Seite des Mondes» erwies sich gestern in Zürich als Blutrausch. Andere Filme haben überzeugt, etwa einer über Skiferien, die total aus dem Ruder geraten.
Moritz Bleibtreu als Anwalt, der halluzinogene Pilze isst. (Bild: PD)

Moritz Bleibtreu als Anwalt, der halluzinogene Pilze isst. (Bild: PD)

Nach 15 Jahren und einigen gescheiterten Versuchen anderer hat es der deutsche Regisseur Stephan Rick geschafft, Martin Suters Roman «Die dunkle Seite des Mondes» zu verfilmen. Wirtschaftsanwalt Urs Blank (Moritz Bleibtreu), erfolgreich, gut aussehend und mit einer Vorzeigefrau verheiratet, verliert nach dem grausamen Suizid eines Geschäftskollegen den Boden unter den Füssen. Zufällig kreuzt Lucille seinen Weg. Die wunderschöne Hippie-Frau gibt ihm, was er gerade dringend braucht: Farbe im grauen Alltag. Sie verführt Blank zum Konsum halluzinogener Pilze. Das ist der Anfang vom Ende für Blank. Und für die Zuschauer der Beginn einer schwer verdaulichen Tortur.

Totaler Kontrollverlust

Der Anwalt ist fortan nicht mehr, wer er einmal war. Die Erkenntnis, nicht vom Trip heruntergekommen zu sein, schützt ihn nicht davor, immer weiter in die mörderische Spirale zu geraten. Als Anwalt versucht er weiterhin, eine spektakuläre Firmenfusion zu vollziehen, doch nach Feierabend zieht er sich wie ein Tier in den Wald zurück.

Martin Suters Geschichte hat zu viele Handlungsstränge, Figuren und Perspektiven, um dem Film eine nachvollziehbare Struktur zu geben. Daher konzentriert sich dieser auf die Hauptfigur. Die Konsequenz ist, dass es um kaum mehr anderes geht als um Blanks Bluttaten und seine vergeblichen Versuche, alles wieder in Ordnung zu bringen. Und fürs Publikum bleibt als einziger Hoffnungsschimmer, dass noch jeder Film irgendwann zu Ende gegangen ist.

Wunder und Fluch mischen sich

Am Samstagabend hat die rumänisch-schweizerische Co-Produktion «The Miracle of Tekir» Weltpremiere gefeiert. Regisseurin Uxandra Zenide erzählt auf zauberhafte Art von zwei gegensätzlichen Frauen und einer ungeahnt glücklichen Schwangerschaft. Heilerin Mara ist alleinstehend und mysteriös schwanger geworden. Für die Leute im kleinen Dorf fernab der modernen Welt ist klar: Die junge Frau gehört als Hexe verbrannt.

Mara findet Zuflucht in einem Spa-Hotel. Mit ihrem Wissen soll sie der reichen Städterin Lili helfen, ein Kind zu kriegen. Wunder und Fluch mischen sich in dem Film. Mit der Zeit wird klar: Das Zusammentreffen von Mara und Lili ist der Schlüssel zu einer Zukunft, die für beide glücklich ausgeht. Starke Bilder, fesselnde Stimmungen, glaubhaft gezeichnete Frauenfiguren: Der Film darf auf ein Goldenes Auge in der Kategorie «Internationaler Spielfilm» hoffen.

Alles geht den Bach runter

Das gilt auch für «Nichts passiert» des Schweizer Regisseurs Micha Lewinsky. Thomas (hervorragend der «Tatort»-Darsteller Michael Striesow) ist wild entschlossen, mit Frau und Tochter erholsame Skiferien in der Schweiz zu verbringen. Für ihn ist es die Krönung einer heimlichen Therapie, die er nach einem unglücklichen Zwischenfall in alkoholisiertem Zustand gemacht hat. Doch in diesen Ferien geht alles den Bach runter. Dabei ist Thomas jedes noch so absurde Mittel recht, um die Harmonie gegen aussen bis zuletzt zu wahren. Die Story wird extrem gut und temporeich entwickelt. Ein packendes Kinoerlebnis.

Miriam Lenz, sda

Hinweis

«Die dunkle Seite des Mondes» und «Nichts passiert» laufen offiziell Anfang 2016 in unseren Kinos an.

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