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FILM: Viel Ärger für Asterix zum 65. Geburtstag

Der französische Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur, Christian Clavier, feiert am 6. Mai seinen 65. Geburtstag. Unbeschwert feiern kann er aber nicht.
Sabine Glaubitz (dpa)
Christian Clavier trat mit einer Filmkomödie über die Roma ins Fettnäpfchen. (Bild: Key (1. April 2015))

Christian Clavier trat mit einer Filmkomödie über die Roma ins Fettnäpfchen. (Bild: Key (1. April 2015))

Mehr als 14 Millionen Zuschauer für «Asterix und Obelix: Mission Kleopatra» allein in Frankreich, über 13 Millionen für «Die Besucher» und mehr als 11 Millionen für «Monsieur Claude und seine Töchter». Auch hat er in einem brillanten Vierteiler Napoleon gespielt. Christian Clavier, der am Samstag 65 wird, ist ein Kinostar.

Doch sein neuer Film «A bras ouverts» («Mit offenen Armen») handelt ihm und dem Regisseur Philippe de Chauveron Ärger ein. Kritiker halten ihn für rassistisch. Der Film kommt in Frankreich genau einen Tag vor Claviers Geburtstag in die Kinos.

Er erzählt die Geschichte eines linken Intellektuellen, der in einer TV-Sendung die Reichen dazu aufruft, Notleidende bei sich aufzunehmen. Eines Abends steht eine Roma-Familie vor der Tür seiner prächtigen Villa. Er nimmt sie auf, doch sein Humanismus schwindet von Tag zu Tag. «Rassismus in hohen Dosen» schrieb «Le Monde». Von einer demütigenden und traumatisierenden Darstellung der Roma sprach die Vereinigung «Die Stimme der Roma».

Darf man heute nicht mehr über alles lachen?

Clavier versteht den Ärger um den Film nicht. In einer Fernsehsendung kritisierte er die heutige Zeit, in der man nicht mehr über alles lachen darf. Unsere Gesellschaft sei in Sachen Humor weniger tolerant geworden, meinte er.

In 30 Jahren spielte der gebürtige Pariser in über 60 Filmen mit, vor allem in Komödien. Erstmals stand er als 15-Jähriger in einem Theaterstück auf der Bühne. Als die Zuschauer lachten, fand er das Echo und die Anerkennung zunächst etwas merkwürdig, aber auch angenehm: «Ich merkte, dass ich die Leute zum Lachen bringen konnte. Das fühlte sich gut an.»

Er gründete die legendäre Comedygruppe Le Splendid. Diese feierte auch grosse Kinoerfolge. Seinen internationalen Durchbruch schaffte er 1993 mit «Die Besucher», einer Zeitreisekomödie, in der er an der Seite von Jean Reno spielt.

Als Asterix fühlte er sich nicht besonders wohl

Zweimal spielte er in den Verfilmungen von «Asterix» den kleinen Gallier mit Flügelhelm. Ihm selber hat die Komödie weniger Spass gemacht. In Verfilmungen von Comics fühle man sich nie sehr wohl, meinte er. Sie seien meist so dünn wie das Papier ihrer Vorlage. Ausserdem sei Asterix keine sehr lustige Figur.

Gelohnt hat sich der Film für ihn aber dennoch. Das Publikum war von Clavier begeistert. Und für ihn war es die Gelegenheit, an der Seite von Urgestein Gérard Depardieu zu spielen.

Nicht nur im Film spielt Clavier gern die Ulknudel. Auch privat bringe er seine Mitmenschen zum Lachen, wie er sagte. Seit Jahren lebt er in London. Nicht aus Steuergründen, wie er sagt, sondern weil er genervt gewesen sei, weil man ihn in Frankreich wegen seiner Freundschaft zum damaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy angegriffen habe. Manchmal vergeht sogar einem Christian Clavier das Lachen.

Sabine Glaubitz (DPA)

kultur@luzernerzeitung.ch

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