Festival
Das Zurich Film Festival mit neuem Zuschauerrekord

Kritiker sind voll des Lobes für die Jubiläumsausgabe des oft als reines Glamour-Festival verschrienen Filmfestivals.

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US-Schauspielerin Diane Keaton (l.) mit Co-Filmfestival-Direktorin Nadja Schildknecht.

US-Schauspielerin Diane Keaton (l.) mit Co-Filmfestival-Direktorin Nadja Schildknecht.

Keystone

Nadja Schildknecht und Karl Spoerri, die Festivalmitbegründer und Direktoren, legten in der Jubiläumsausgabe ihres Zurich Film Festivals beachtliche Zahlen vor.

Aber auch in Sachen Filmkunst hat sich das ZFF in seiner zehnten Ausgabe gemausert. So gab es in den Wettbewerbskategorien in diesem Jahr Beeindruckendes zu entdecken.

Weltpremiere feierte etwa der Schweizer Dokumentarfilm «Children of the Arctic». Das Werk von Nick Brandestini startete in der Sektion «Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich» und holte prompt das Goldene Auge. Der bildstarke Film des 39-jährigen Zürchers zeigt, warum die Schweiz ein Garant ist für qualitativ hochstehende Dokumentarfilme.

Gleich zwei einheimische Werke hatten es in den internationalen Spielfilmwettbewerb geschafft, Goldene Augen gab es allerdings keine für die beiden Filmemacher. Während Simon Jaquemet für sein verstörendes Coming-of-Age-Drama «Chrieg» immerhin Kritikerlob erntete, erhielt «Bouboule» von Bruno Deville den neu geschaffenen Förderpreis für den Schweizer Film.

Lob der Filmjournalisten ging im Übrigen auch an die Adresse der Festivaldirektoren. Die «SonntagsZeitung» zog einen Vergleich mit dem Filmfestival in Locarno heran, die «NZZ am Sonntag» sprach vom bisher stärksten Programm des noch jungen Filmfests.

Mit 79'000 Zuschauern legte das Festival gegenüber dem Vorjahr nochmals um über zehn Prozent zu.

Die Goldenen Augen im internationalen Spielfilm- und Dokumentarfilmwettbewerb gingen nach Uruguay und Rumänien. In seinem melancholischen Episodenfilm «Una Noche Sin Luna» begleitet Regisseur Germán Tejeira in einer Silvesternacht drei Menschen. Der 32-jährige Filmemacher aus Uruguay konnte am Samstag den Hauptpreis entgegennehmen.

Alexander Nanau erhielt für sein Porträt «Toto and his Sisters» über drei Roma-Kinder in Bukarest das Goldene Auge für den besten internationalen Dokumentarfilm.

Der Publikumspreis ging an den Erstling «Zu Ende Leben» der Schweizer Regisseurin Rebecca Panian.