Stadlshow
Francine Jordi hat ausgestadelt – mindestens für ein Jahr

Die Stadlshow wird per sofort abgesetzt. Zu tief sind die Einschaltquoten. Dabei hatte Francine Jordi die Sendung wider zu altem Glanz verhelfen wollen.

Benno Tuchschmid
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Alexander Mazza und Francine Jordi bei der ersten «Stadlshow» in Offenburg im September.Peter Krivograd/ORF

Alexander Mazza und Francine Jordi bei der ersten «Stadlshow» in Offenburg im September.Peter Krivograd/ORF

ORF/Peter Krivograd

Francine Jordi hatte einiges vor mit der «Stadlshow»: «Unser Ziel ist es, dass es wieder eine Familienshow wird», sagte Jordi im September im Interview mit der «Nordwestschweiz» zu ihrem Engagement als Moderatorin des TV-Klassentreffens des volkstümlichen Schlagers. Zwei «Stadlshow»-Ausgaben hat Francine Jordi seither gemeinsam mit ihrem Kollegen Alexander Mazza moderiert. Eine im September, eine an Silvester. Zweimal waren die Kritiken schlecht – und die Quoten noch schlechter. Jetzt ist den Verantwortlichen der Geduldsfaden gerissen.

Gestern wurde bekannt, dass die «Stadlshow» per sofort abgesetzt ist. Darauf hätten sich die Partnersender aus Deutschland, Österreich und der Schweiz «nach eingehender Analyse der Sendungen im September und an Silvester geeinigt», teilten SRF, ORF und BR mit. Filtert man die PR-Floskeln raus, heisst das: Es konnte den Verantwortlichen nicht schnell genug gehen.

Empfindlicher Dämpfer

Für Jordis Karriere ist das Aus ein empfindlicher Dämpfer. Der 1981 in Österreich von Karl Moik gegründete «Musikantenstadl» gehörte zu den erfolgreichsten TV-Formaten der deutschsprachigen Welt. Er war so etwas wie das Klassentreffen des volkstümlichen Schlagers. Sänger Andy Borg, der die Moderation 2006 übernommen hatte, erreichte trotz zunehmenden Konkurrenzdrucks immer noch gute Einschaltquoten. Trotzdem wurde er letztes Jahr abgesetzt. Auch weil er als Vertreter des alternden, bierseeligen Schunkel-Schlagers galt, und die TV-Verantwortlichen auf den Trend der jugendlichen Alpen-Rocker Gabalier und Co. aufspringen wollten. Es war ein Sprung ins Leere.

Sie wolle «weitermachen» mit der Erfolgsgeschichte, hatte Jordi noch vor der ersten Show gesagt. Stattdessen geht sie nun mit Mazza als Moderatoren-Duo in die Geschichte ein, welches den «Stadl» beerdigt hat.

Jordis Zukunft ist unklar

Zwar wird es 2016 und 2017 noch Silvester-Ausgaben der «Stadlshow» geben. Doch ob Francine Jordi diese moderieren wird, ist laut SRF noch unklar. Unterhaltungschef Christoph Gebel sagt: «Wir werden die Silvestersendungen in ähnlichem Rahmen wie letztes Mal produzieren. Die Planungen werden zwischen allen drei Sendern und den beiden Moderatoren in den nächsten Monaten besprochen. Details geben wir im zweiten Halbjahr 2016 bekannt.»

Ein klares Bekenntnis zu Francine Jordi klingt anders.

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