Film

Geschichtsstunde mit George Clooney und Dominik Graf auf Berlinale

Er ist der Berlinale-Star mit den wohl meisten Fans: George Clooney, der seinen Geschichtsthriller "Monuments Men" zeigt - vom Publikum mit Spannung erwartet. Im Wettbewerb um den Goldenen Bären geht derweil der zweite deutsche Regisseur an den Start. Am Samstag war er selber in Berlin.

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George Clooney am Samstag an den Filmfestspielen in Berlin

George Clooney am Samstag an den Filmfestspielen in Berlin

Keystone

Hollywoodstar Clooney erzählt in seinem mit Spannung erwarteten Thriller "Monuments Men - Ungewöhnliche Helden" von der dramatischen Rettung und Rückgabe der von den Nazis verschleppten Kunstschätze.

Der aktuelle Fall der Sammlung Gurlitt zeigt, dass dieses Kapitel deutscher Geschichte immer noch nicht vollständig aufgearbeitet ist. Mit Pathos und Patriotismus setzt Clooney in seinem ausser Konkurrenz laufenden Werk den sogenannten Kunstschutz-Offizieren der Allierten ein Denkmal.

Zu der gegenwärtigen Debatte um die Gurlitt-Sammlung meinte Clooney: "Der Kunstfund war Wahnsinn". Die Rückgabe von Raubkunst sei eine Sache, die uns immer wieder beschäftigen werde. "Denn man wird weiterhin Kunst in Kellern finden, die den Menschen nicht gehört", so Clooney.

"Ich wollte nicht unbedingt einen patriotischen Film machen, sondern vielmehr über Menschen, die etwas gewagt und zum ersten Mal getan haben - dieses Mal hat der Gewinner nicht alles behalten, sondern Dinge zurückgegeben", sagte Clooney.

Clooney, Regisseur und Hauptdarsteller, erzählt eine wahre Geschichte. Der US-Schauspieler verkörpert den Kunsthistoriker George Stout (im Film trägt er den Namen Frank Stokes), der gemeinsam mit einem von den Alliierten beauftragten Experten-Team hinter den feindlichen Linien agierte.

Fünf Millionen Kunstwerke gestohlen

Mehr als fünf Millionen Kunstwerke hatten die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg bei Raubzügen in ganz Europa aus Museen, Kirchen und jüdischen Privatsammlungen entwendet - darunter Werke von Vermeer, Michelangelo und da Vinci. Hitler wollte damit ein "Führermuseum" in Linz aufbauen.

Stout und seinen Leuten - im Film gespielt von Matt Damon, Cate Blanchett, Bill Murray, John Goodman und Jean Dujardin - ist es zu verdanken, dass nach 1945 die meisten Kunstwerke zurückgegeben werden konnten. Als sogenannte Kunstschutz-Offiziere jagen Clooney und seine Museumsdirektoren, Kuratoren und Historiker die Nazi-Offiziere, die sich die Kunstwerke gerne privat auch an die Wand hängen.

Die deutsch-amerikanische Koproduktion wurde im Studio Babelsberg und an Originalschauplätzen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Bayern gedreht. Am 20. Februar kommt der Film in Deutschland in die Kinos.