Video-Interview

«Ich habe gelesen, ich würde bis zu 7000 Franken täglich verdienen»: Schauspieler Joel Basman redet Klartext

Joel Basman ist in aller Munde. Der 28-jährige Zürcher Schauspieler ist in drei Filmen zu sehen, die an den 54. Solothurner Filmtagen laufen. Ein Gespräch über Geld, soziale Medien und das Schulsystem.

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Joel Basman ist dieser Tage oft in Solothurn anzutreffen. Er ist gleich mit zwei neuen Filmen präsent: «Der Büezer» und «Der Zauberer». Dazu kommt «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse», der bereits 2018 im Kino lief.

«Für mich wurde der Weg das Ziel», erklärt der 28-jährige Zürcher im Interview mit «keystone-SDA». Er müsse nicht den Sinn des Lebens finden. «Ich hatte durch diesen Beruf das Glück, in verschiedene Welten einzutauchen.» Für einen Moment würde man zum Experten werden.

«Ich kann nicht jammern»

Ist Joel Basman reich? «Ich kann sicherlich nicht jammern», meint der Schauspieler zu seiner finanziellen Situation. In einem Artikel habe er aber letztens gelesen, dass er 5000 bis 7000 Franken pro Tag verdient. Das sei sicherlich nicht der Fall. «Ich wünschte mir, dass das so wäre.»

Der Lohn für einen Filmdreh würde im ersten Moment vielleicht nicht so schlecht ausschauen. Doch wenn man dann sechs Monate keinen Auftrag mehr habe, sehe die Situation nicht mehr so gut aus – vor allem wenn man in Zürich lebe. Basman beschreibt sich als bescheidene Person. «Ich fahre Velo, habe kein Auto, trage keinen Schmuck.»

Feiert an den 54, Solothurner Filmtagen seine Erfolge.
7 Bilder
Joel Basman an den Solothurner Filmtagen
Hier postiert er zusammen mit «Der Büezer»-Regisseur Hans Kaufmann
Eine Szene aus «Der Büezer»
Der 28-jährige Zürcher im Interview mit SRF
Ebenfalls zu sehen ist Joel Basman im Film «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse» von Regisseur Michael Steiner (links)
Joel Basman spielt darin Mordechai «Motti» Wolkenbruch

Feiert an den 54, Solothurner Filmtagen seine Erfolge.

Keystone/ADRIEN PERRITAZ

Andere Schauspieler und VIPs posten auf den sozialen Medien vieles aus ihrem Leben. Für Joel Basman hingegen sind Instagram und Co. «der Karrierekiller für Facettenreichtum». Er findet es absolut nicht nötig, «dass die Leute wissen, wo ich gerade bin, in welcher Sekte ich gerade bin oder wie Frau und Kinder ausschauen». «Wenn mir jemand nur wegen meiner 300'000 Follower eine Rolle gibt, dann finden wir uns sowieso nicht.»

Joel Basman hatte in seiner Schulzeit tolle Lehrer. Das Schulsystem versteht der «Wolkenbruch»-Star aber bis heute nicht. Er spricht von einem «Mangel an Individualitätsförderung». «Hätte ich das Geld dafür, würde ich sofort eine Schule eröffnen», meint er. (ldu)

Für den richtigen Film lässt er alles stehen – Basmania an den Solothurner Filmtagen 2019
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Seit dem 24. Januar laufen die 54. Solothurner Filmtage: Der Zürcher Schauspieler Joel Basman ist ausser mit «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse» (Bild) mit zwei weiteren Filmen im Programm vertreten.
Wolkenbruch (Regie: Michael Steiner) Mo, 28. 1., und Mi, 30. 1., Reithalle. Der erfolgreichste Schweizer Kinofilm 2018: Basman stellt als orthodoxer Jude, der sich in eine Nichtjüdin verliebt, sein komödiantisches Talent unter Beweis.
Joel Basman spielt im Film Mordechai «Motti» Wolkenbruch
Eine Mutter ist eine Mutter ist eine – fürs Publikum sehr lustige – Zumutung. Inge Maux mit Filmsohn Joel Basman.
Der Büezer (Regie: Hans Kaufmann) Sa, 26. 1., Reithalle; Mo, 28. 1., Landhaus. Die Paraderolle: Basman spielt einen gesellschaftlichen Aussenseiter, der in eine Gewaltspirale stürzt. Der düstere Film weckt Erinnerungen an Scorseses «Taxi Driver».
Zauberer (Regie: Sebastian Brauneis) So, 27. 1., Konzertsaal / Do 31. 1., Landhaus. Freche Nebenrolle: Basman spielt im sinnlichen und rätselhaften Spielfilm einen Schüler, der fremden Menschen einen gefährlichen Streich spielt.

Für den richtigen Film lässt er alles stehen – Basmania an den Solothurner Filmtagen 2019

Chris Iseli