Film
James Dean: ein Leben - eine Legende

Das Leben von James Dean war immer eine Achterbahnfahrt. Nach Erfolgen kamen Niederlagen, nach Exzessen Depressionen, nach Freudentaumeln Schlägereien. Aber am Broadway wurde er ein Star. Heute wäre der «angry young man» 80 Jahre alt geworden.

Drucken
Teilen
Heute wäre James Dean 80 Jahre alt geworden.
9 Bilder
 James Dean, 1931 als Sohn eines Zahntechnikers und einer künstlerisch ambitionierten Mutter geboren und auf einer Farm aufgewachsen, hatte mit seinem Erzeuger Streit, als er beschloss, den Schauspielerberuf zu ergreifen.
 Deans kurze Karriere fiel in jene aufregende Zeit, in der Bill Haley und Elvis Presley mit Rock'n'Roll und rotierenden Hüften die «Backfische» in den USA und bald auch in Europa elektrisierten.
 John Lennon bekundete, dass es die Beatles ohne James Dean nicht gäbe.
 In David Cronenbergs Film «Crash» (1996) stellen Autofetischisten Deans im Grunde banalen Verkehrsunfall mit seinem silberfarbenen 550 Spyder nach.
 Dass Dean schon zu Lebzeiten Männeraffären nachgesagt wurden, hat seinen Ruhm übrigens nie beeinträchtigt.
 Einer seiner Freunde war Marlon Brando, der in dem wilden Jungstar, der sich mit seiner ersten Gage einen Sportwagen kaufte und Rennen fuhr, einen Seelenverwandten erkannte.
 Am 8. Februar wäre der ewige «zornige junge Mann», um den immer noch ein bizarrer Kult getrieben wird, 80 Jahre alt geworden.
 Durch seinen Unfalltod mit 140 km/h auf einem kalifornischen Highway wurde der Schauspieler mit nur 24 Jahren zum Idol einer neuen Jugendkultur.

Heute wäre James Dean 80 Jahre alt geworden.

«Jenseits von Eden», «...denn sie wissen nicht, was sie tun» und «Giganten», alle drei innerhalb von eineinhalb Jahren in die Kinos gekommen, haben zwar James Deans Ruhm begründet, vor der Kamera hatte er aber oft gestanden. Bis dahin hatte James Byron Dean aus Marion, Indiana, in Kriegsfilmen und Komödien mitgespielt, aber in so kleinen Rollen, dass er zuweilen nicht einmal im Abspann auftauchte.

Im Fernsehen hatte er fast drei Dutzend Auftritte, einmal sogar an der Seite Ronald Reagans. Der spätere Rebell spielt darin einen kleinen Ganoven, der spätere US-Präsident einen Arzt, der den bewaffneten Halbstarken schließlich bezwingt. Dean verliert, sieht dabei aber viel besser aus als der Gewinner - die Vorlage für sein ganzes Leben.

Für Pepsi das erste Mal vor der Kamera

Dean zeigte schon früh seine Begabung. Kaum konnte er laufen, besuchte er schon eine Schauspielschule, lernte Geige und trat als Fünfjähriger als Steptänzer auf. Die kreative Kraft war seine Mutter. 1940 starb sie an Krebs, noch nicht einmal 30 Jahre alt. Ihr damals neunjähriger Sohn sollte ihren Tod nie überwinden.

Der Junge von der Farm wollte Schauspieler werden. Schon in der Schule trat er auf, an der High School fiel er wegen seiner Begabung auf und an die Universität in Los Angeles war er mehr in den Schauspiel- als den eigentlich fälligen Jurakursen. Immerhin wurde er hier entdeckt: Nach einem Unistück durfte er das erste Mal vor die Kamera - in einem Werbespot für Pepsi. Text: Keiner.

Dean wurde sofort ein Star. Fotoserien mit dem unangepassten, rebellischen Jungen verstärkten die Sucht nach ihm noch. Obwohl er Geld und die schönsten Frauen an der Seite hatte, wirkte er unglücklich, getrieben - und genau das traf den Nerv der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, lange vor dem Aufbruch eines John F. Kennedy. Und so ist er in «... denn sie wissen nicht, was sie tun» wieder ein Außenseiter. Die Mutprobe, in der er und sein Kontrahent in gestohlenen Autos auf eine Klippe zurasen, schrieb Filmgeschichte.

Der tragische Tod im «Spyder»

Dean rebellierte auch, als «Giganten» gedreht wurde. Statt den Text zu lernen, improvisierte er und trieb Regisseur George Steven zur Weißglut. Der 24-Jährige ging lieber auf die Kaninchenjagd und fuhr Autorennen. Denn starke Motoren waren die Leidenschaft des James Dean, seit sein Pflegevater dem Sechzehnjährigen ein Motorrad geschenkt hatte. Von seiner ersten Gage in Hollywood kaufte er sich einen «MG»-Rennwagen, später einen Porsche und dann noch einen.

Mit diesem silbernen «Spyder» jagte er am 30. September 1955 die US Route 46 herunter, als er in einen Ford, der ihm die Vorfahrt genommen hatte, krachte. Sein Beifahrer, der Deutsche Rolf Wütherich, überlebte schwerverletzt, er starb 1981 - bei einem Autounfall. Dean selbst war schon tot, als er ins Krankenhaus gebracht wurde. Zwei seiner drei Filme wurden erst nach seinem Tod gezeigt. Und ein Fernsehspot, den er zwei Wochen vor dem Unfall aufgenommen hatte. Darin mahnt er zu vorsichtigem Fahren. (sza/dpa)

Aktuelle Nachrichten