«Der Bestatter»

Luc Conrads Lehrling Fabio wird zum Lehrmeister

Im echten Leben hat Reto Stalder nicht viel mit dem Sterben am Hut. In der neuen Staffel von «Der Bestatter» spielt er als Fabio Testi eine wichtigere Rolle als zuvor – er ist nun diplomierter Bestatter.

Daria Frick
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«Der Bestatter»: Reto Stalder als Fabio Testi
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«Der Bestatter»: Reto Stalder als Fabio Testi
Bereits in der ersten Folge der ersten Staffel wird Fabio Testi beim Bestattungsinstitut Conrad als Praktikant eingestellt.
Fabio ist Anhänger der Gothic-Kultur und fällt durch sein Outfit auf.
Fabio Testi bewährt sich als Bestatter: Im Umgang mit dem Tod ist er unbefangen.
Fabio wird Sänger in einer Band – hier in der Folge «Offene Wunden» (Staffel 3).
Fabio bleibt seinem Chef Luc Conrad gegenüber stets loyal.
Als Luc Conrad eines Mordes verdächtigt wird und untertaucht, hilft ihm Fabio aus dem Schlamassel (4. Staffel).
Verfolgungsjad mit dem Velo: Fabio entkommt.
Szene mit Gerichtsmediziner Dr. Alois Semmelweis (Martin Ostermeier).
Fabio liebt das Autofahren.
Trauriger Fund zu Beginn der 5. Staffel (1. Folge) im Aarauer Kunsthaus. Dort wurde ein Kinderskelett in einem Sarg vor dem Bild "Kinderbegräbnis" von Albert Anker gefunden. Im Bild Gerichtsmediziner Semmelweis mit Luc Conrad und Fabio Testi.
Dicke Luft zwischen Luc Conrad und Fabio Testi in der ersten Folge der 5. Staffel. Im Institut Conrad herrscht Chaos – Fabio macht seinen Chef dafür verantwortlich.
«Wer zuletzt lacht» (5. Staffel, Folge 2): Suly Röthlisberger als Erika, Reto Stalder als Fabio und Mike Müller als Luc.
Reto Stalder übernimmt als Fabio Testi im «Institut Conrad» mehr Verantwortung. Das Bild zeigt ihn bei einem grausigen Fund in einer Brockenstube. (5. Staffel, 5. Folge)
Erika Bürgisser (Suly Röthlisberger) und Fabio (Reto Stalder) können endlich auch mal ermitteln. (5. Staffel, Folge 6)

«Der Bestatter»: Reto Stalder als Fabio Testi

SRF/Sava Hlavacek

Reto Stalder wird nicht erkannt im Supermarkt, auch nicht an der Kasse, es sei denn er spricht mit der Verkäuferin: «Heit ihr mir echt no e Küdersack? – Ja sibezä Liter», dann erkennt man ihn. Man erkennt in ihm, dem grossen, schlanken jungen Mann mit dem kantigen Gesicht, in seiner Mimik und seiner Stimme Fabio Testi, den Bestatter-Lehrling aus der Schweizer Fernseh-Serie «Der Bestatter».

In der neuen Staffel, welche Anfang Januar ausgestrahlt wird, agiert der junge Gehilfe mit der markanten Frisur und dem Faible für Kajal als eidgenössisch diplomierter Bestatter, hat er doch in der letzten Staffel die Abschlussprüfungen bestanden. Fabio setzt sich nun im «Institut Conrad» durch, führt neue Prozesse ein und gestaltet Flyer und Fragebögen für die Angehörigen. Stolz präsentiert er seinem Mentor, Mike Müller alias Luc Conrad, die neue Visitenkarte mit einem Totenkopf auf der Rückseite. Er macht Duzis mit Luc und schimpft mit ihm ob der verloren gegangenen Pietät, welche dem Lehrling in der ersten Staffel ersten noch hatte erklärt werden müssen.

Lieber jonglieren als bestatten

Der 30-jährige Berner, Reto Stalder, ist ungeschminkt. Dennoch bleibt sein Blick fixierend, so wie man es von Fabio Testi kennt. Ansonsten habe er nicht viel gemein mit seiner Rolle, meint Stalder. Testi ist jünger, eher streng, während Stalder viel und oft übers ganze Gesicht strahlt. «Fabio ist eher zurückhaltend, beobachtet zuerst und muss mit einer Situation warm werden. Dann aber, wenn er dabei ist, dann steht er auch dafür ein» erklärt Stalder, dies sei wohl die einzige, konkrete Gemeinsamkeit – und der Dialekt natürlich. Auch bei den Haustieren hätten sie unterschiedliche Geschmäcker, so besass Fabio in der Serie kurzzeitig einen Hund: «Ich würde mir nie einen Hund zutun, ich mag lieber Katzen», fügt Stalder an.

In seiner Vita steht bei Sportarten «Jonglieren», dies praktiziere er aber nicht professionell, erklärt Stalder lachend. «Ich kann gut jonglieren, es ist aber nicht so, dass ich das mit 15 Feuerkeulen könnte.» Letzteres passt wohl eher zum unbefangenen Bestatter-Lehrling. Über die Gothic-Szene in der sich dieser aufhält, wusste der Schauspieler wenig, abgesehen von der Tatsache, dass diese existiert.

«Der Bestatter» ermittelt wieder – Bilder aus der kommenden Staffel:

«Der Bestatter» – «Kinderbegräbnis» (Folge 1 der 5. Staffel) Vor dem Gemälde "Kinderbegräbnis" von Albert Anker im Kunsthaus Aarau: Mike Müller als Luc Conrad.
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Feiert den Geburtstag seiner verschollenen Tochter Anouk und gerät unter Verdacht: Ralph Gassmann als Tobias.
Trauriger Fund zu Beginn der 5. Staffel (1. Folge) im Aarauer Kunsthaus. Dort wurde ein Kinderskelett in einem Sarg vor dem Bild "Kinderbegräbnis" von Albert Anker gefunden. Im Bild Gerichtsmediziner Semmelweis mit Luc Conrad und Fabio Testi.
Kinderskelett im Sarg vor dem Anker-Bild im Kunsthaus: Solch einen sonderbaren Fund hat auch Semmelweis (Martin Ostermeier) noch nicht erlebt.
Bereitet sich auf seine erste Aktion vor: Roeland Wiesnekker als Sebastian.
Nimmt bei einer Beerdigung Bestatter Luc Conrad ins Visier: Roeland Wiesnekker als Sebastian.
Ihre Tochter Anouk ist verschwunden, ihre Beziehung daran zerbrochen – doch ist die Tote im Kunsthaus ihre Tochter? – Im Bild: Sarah Hostettler als Irene und Ralph Gassmann als Tobias. In der Mitte Mike Müller als Luc Conrad,
Dicke Luft zwischen Luc Conrad und Fabio Testi in der ersten Folge der 5. Staffel. Im Institut Conrad herrscht Chaos – Fabio macht seinen Chef dafür verantwortlich.
Stehen vor einem Rätsel: Kommissar Reto Doerig (Samuel Streiff) und Kommissarin Anna-Maria Giovanoli (Barbara Terpoorten).
Interessantes Gespräch zwischen Luc Conrad (Mike Müller) und Kunsthausdirektorin Katharina Pulver (Judith Hofmann).
«Der Bestatter»: Lancierungsbild zur 5. Staffel mit Mike Müller als Bestatter Luc Conrad und Roeland Wiesnekker als Gegenspieler Sebastian Lötscher.

«Der Bestatter» – «Kinderbegräbnis» (Folge 1 der 5. Staffel) Vor dem Gemälde "Kinderbegräbnis" von Albert Anker im Kunsthaus Aarau: Mike Müller als Luc Conrad.

SRF/Sava Hlavacek

Im Laufe der Dreharbeiten kam Reto Stalder nicht umhin, sich mit dem zu befassen, was uns alle früher oder später erwartet, dem Unumgänglichen, dem Tod. Ein seltsames Gefühl, zuweilen. Der fröhliche Berner mimt einen jungen Bestatter mit einer Faszination für das Sterben. Er selbst habe keinen Bezug zum Tod, sagt Stalder. Seine Grosseltern seien verstorben, näher sei er dem Tod aber nicht gekommen. Viel lernen musste der 30-Jährige aber vor allem darüber, was nach dem Tod passiert – die Bestattung. Zum ersten Mal machte er sich Gedanken darüber, wie er selbst bestattet werden möchte – im Institut Conrad, am Set, liegen Prospekte herum, Werbung für Särge und Urnen in diversen Ausführungen, die schaue man sich in den Drehpausen gerne mal durch. «Ich möchte kremiert werden, wenn es mal so weit ist, keine Erdbestattung.»

Am Anfang war das Theater

Dass er mit «Der Bestatter» einmal in einer bis über die Landesgrenzen hinaus bekannten – sogar auf Netflix erhältlichen, Fernseh-Serie mitspielen würde, hätte Reto Stalder nicht gedacht. Einen Fernseher gab es im Elternhaus des gelernten Konstrukteurs nicht, die Welt der Filme war ihm fern. Schon als Jugendlicher begeisterte er sich aber fürs Theater, nach seiner Lehre verschrieb er sich dann der Schauspielerei und studierte an der Hochschule der Künste in Bern.

Nun wird sein Name in der Filmwelt gehandelt, fürs Theater bleibt kaum Zeit. Früher wollte der Berner gerne mal in einem «Tatort» mitspielen, dieser Wunsch sei aber nun nicht mehr so präsent. Logisch, spielt Reto Stalder doch gerade selbst in einem Krimi mit und vertritt jene, die sonst nur im Hintergrund walten, die Bestatter.

«Der Bestatter». Die fünfte Staffel startet am 3. Januar um 20.04 auf SRF1.