Fernsehen
Wer wird Gottschalk als Moderator von «Wetten, dass…?» beerben?

Jörg Pilawa, Markus Lanz, Johannes B. Kerner oder doch Hape Kerkeling? Das Kandidaten-Karussell für die Nachfolge von Thomas Gottschalk als Moderator der Samstagabendshow «Wetten, dass…?» dreht sich bereits.

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Am vergangenen Samstag hat der langjährige «Wetten, dass...?»-Moderator Thomas Gottschalk seinen Rückzug aus der TV-Show angekündigt. Gottschalk zieht damit die Konsequenz aus dem tragischen Unfall von Wettkandidat Samuel Koch in der Sendung am 4. Dezember vergangenen Jahres in Düsseldorf.

Gottschalk, der sich Ende Jahr vom Publikum verabschieden wird, hatte den Intendanten des bei der Show federführenden ZDF, Markus Schächter, sowie dessen Programmdirektor Thomas Bellut bereits vor Weihnachten über seinen Entschluss informiert.

Entscheidung bis im Herbst

Bellut und Schächter sagten am Wochenende, sie wollten bis kommenden Herbst einen Nachfolger für Gottschalk bestimmen. Das Rennen sei noch völlig offen. Dennoch kursieren ihn der Branche bereits Namen von Personen, die Gottschalk ab 2012 beerben könnten.

• Gute Chancen ausrechnen kann sich dabei Jörg Pilawa (45). Der heutige ARD-Moderator wechselt am 13. Oktober zum ZDF, wo er die Show «Rette die Million» moderieren wird. Pilawa hat sich nach Informationen der Zeitung «Bild am Sonntag» offenbar verbindlich zusichern lassen, dass er der erste Ansprechpartner des Senders ist, wenn es darum geht, Gottschalk zu ersetzen.

• Ein weiterer heisser Kandidat für die Gottschalk-Nachfolge ist Markus Lanz. Der 41-jährige Südtiroler wird beim ZDF derzeit als moderierende Allzweckwaffe eingesetzt, präsentiert dort unter anderem das Koch-Format «Lanz kocht» und eine nach ihm benannte Talk-Show.

• Von den Medien ebenfalls bereits als potenzieller neuer «Wetten, dass...?»-Moderator ins Spiel gebracht wurde Lanz' Vorgänger beim ZDF, Sat.1-Moderator Johannes B. Kerner. Es bestehen indessen erheblich Zweifel daran, dass der 46-Jährige Lust verspürt, wieder zurück ins öffentlich-rechtliche Fernsehen zu wechseln.

• Wo immer auch Thomas Gottschalk ist, da ist auch Günther Jauch (54) nicht weit: Es ist allerdings kaum denkbar, dass der Gottschalk-Freund die Herausforderung annimmt. Jauch erfüllt sich ab Herbst einen langjährigen Traum: Er will sich in der ARD als Polit-Talker etablieren. Ein gleichzeitiges Engagement für das ZDF ist unwahrscheinlich, wenn nicht unmöglich.

• Bereits 1992 lehnte Hape Kerkeling (46) ein Angebot des ZDF ab, die Moderation von «Wetten, dass...?» zu übernehmen. Für das ZDF präsentierte der preisgekrönte Komiker, Autor (Bestseller «Ich bin dann mal weg - meine Reise auf dem Jakobsweg»), Schauspieler und Sänger 2010 und 2011 die Verleihung des TV-Preises «Goldene Kamera». Zuletzt hat er allerdings vor allem für den Privatsender RTL gearbeitet.

• Die Gratiszeitung «20 Minuten» nannte zudem den TV- und Radiomoderator Roman Kilchsperger (40) als möglichen Gottschalk-Nachfolger. Da der Schweizer in Deutschland jedoch völlig unbekannt ist, hat er keinen Chancen.

Steigt das Schweizer Fernsehen aus?

Offenbar noch unklar ist auch, ob das Schweizer Fernsehen die Co-Produktion von «Wetten, dass...?» mit dem ZDF und dem ORF weiterführt. Für SF sei Gottschalks Rücktritt ein Anlass, die Situation zu überdenken und eine weitere Programmierung zu überprüfen, schreibt der «Blick».

Mit den deutschen Kollegen werde man jetzt das Gespräch suchen, sagte Sprecherin Manuela Käch am Montag der Nachrichtenagentur SDA. Dabei gehe es darum zu klären, wie es mit der Wettshow weitergehe, wer die Moderation übernehme und anderes mehr.

Es sei noch «alles sehr offen», sagte Käch. Man habe Zeit und wolle sich diese auch nehmen, müsse nichts überstürzen. In die Gespräche und Entscheidungen einbezogen werde sicherlich Unterhaltungschef Christoph Gebel. Am Ende stehe dann aber wohl ein Geschäftsleitungs-Entscheid.

In den vergangenen Jahren Zuschauer verloren

Die Samstagabendshow hatte in den vergangenen Jahren massiv an Zuschauern verloren. 2004 verfolgten noch jeweils rund eine Million Schweizerinnen und Schweizer «Wetten, dass...?». In den folgenden fünf Jahren halbierte sich dieser Wert praktisch.

Die Sendung vom vergangenen Samstag, die wegen der gleichzeitigen Ausstrahlung von «Die grössten Schweizer Talente» auf SF 2 gezeigt wurde, wollten gar nur 200'000 Personen sehen. (bau)

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