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FILMFESTIVAL: Cannes schwelgt im Farbenrausch

Cannes bietet am Eröffnungstag für jedes Alter was: Woody Allen widmet sich in «Café Society» der Liebe. Und Justin Timberlake lässt sich bekreischen.
Das Filmfestival in Cannes wurde gestern mit der Komödie «Café Society» von Woody Allen eröffnet. (Bild: Keystone)

Das Filmfestival in Cannes wurde gestern mit der Komödie «Café Society» von Woody Allen eröffnet. (Bild: Keystone)

Hans Jürg Zinsli, Cannes

«Ich habe mich immer als Romantiker verstanden», sagt Woody Allen. «Auch wenn das nicht alle meine Partnerinnen unterschreiben würden.» Ja, so ist er, der Woody Allen – nie um ein süffisantes Bonmot verlegen, auch wenn Letztere dem 80-Jährigen in Cannes nicht mehr im Sekundentakt über die Lippen gehen.

Endlose Kostümparade

Aber es ist wahr: In Allens jüngstem Werk wird die Liebe grossgeschrieben. Und diese kommt – auch wenn zwischendurch einige Leichen in Flüssigbeton entsorgt werden müssen – in opulent-goldenen Farben daher. «Café Society» ist eine Hommage an die 1930er-Jahre und erzählt vom jungen New Yorker Bobby (Jesse Eisenberg), der in Hollywood Fuss fassen will. Dabei bekommt er Hilfe von seinem umtriebigen Onkel (Steve Carell), verliebt sich aber ausgerechnet in dessen heimliche Affäre (Kristen Stewart). Bobbys Fazit: «Das Leben ist eine Komödie, geschrieben von einem sadistischen Komödienautor.»

Nach zuletzt eher durchzogenen Werken punktet Woody Allen in «Café Society» vor allem mit melancholischen Tönen, schwelgerischer Kamera und einer schier endlosen Kostümparade. Man könnte auch sagen: Der New Yorker Regisseur spricht hier in Farben, und das passt natürlich hervorragend zum Filmfestival in Cannes, wo Woody Allens weibliche Stars Kristen Stewart und Blake Lively alle Blicke auf sich ziehen.

Prominenter und bunter gehts nimmer? Von wegen! Die in Cannes seit Jahren Gastrecht geniessende Animationsfirma Dreamworks («Shrek», «Madagascar») präsentiert am Eröffnungstag erste Ausschnitte aus ihrem kommenden Herbst-Highlight «Trolls». Es geht, grob gesagt, um ein hyperharmonisches Mini-Völkchen, das in seinem Urwaldreservat von Miesepeter-Monstern entführt wird. Die Gemütslage des Heldenpaars, das zur Rettung ausrückt, wird dabei vor allem durch Farben ausgedrückt. Und die Handlung wird durch eine Songauswahl vorangetrieben, die von Cindy Laupers «True Colors» bis zu Simon & Garfunkels «The Sound Of Silence» reicht.

Schlagfertiger Timberlake

Im Kinosaal führt das zu begeistertem Kreischen, als Justin Timberlake und Anna Kendrick – die beiden sprechen die Hauptfiguren – für ein kurzes Akustikset auf die Bühne kommen. Timberlake, der den ganzen «Trolls»-Soundtrack verantwortet, beweist dabei Schlagfertigkeit. Er stellt Anna Kendrick und sich selbst als «Anna & Garfunkel» vor. Und als ein Mädchen «I love you» ruft, hält er inne und ruft zurück: «Du klingst wie eine Siebenjährige. Geh ‹Trolls› schauen!» Man könnte sich Justin Timberlake auch in einem Woody-Allen-Film vorstellen.

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