Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FILMFESTIVAL: Locarno macht sich fit

Zum 70-Jahr-Jubiläum von Locarno gibt es einen neuen Filmpalast, zahlreiche französische Stars und einen Schweizer Hoffnungsträger im Wettbewerb: «Goliath» von Dominik Locher.
Lory Roebuck
Das Locarno-Plakat zum 70sten: Bush, Reagan und Gorbatschow winken. (Bild: Thomas Delley/Keystone)

Das Locarno-Plakat zum 70sten: Bush, Reagan und Gorbatschow winken. (Bild: Thomas Delley/Keystone)

Lory Roebuck

Was Cannes kann, kann auch Locarno: Das Tessiner Filmfestival feiert ebenfalls sein 70-Jahr-Jubiläum. Vom 2. bis zum 12. August lockt die Piazza Grande wieder Kinofans vor die grösste Open-Air-Leinwand. Welche Filme und Gäste sich in Locarno präsentieren, und was die Geburtstagsausgabe zu bieten hat, darüber sprachen Festivalpräsident Marco Solari und Festivaldirektor Carlo Chatrian gestern an einer Medienkonferenz in Bern.

«Mein Inneres ist gespalten», beschrieb Solari seine Gefühlslage rückblickend auf 70 Jahre Locarno. Er verspüre eine grosse Befriedigung über das bisher Erreichte, aber auch einen Ansatz von Sorge. Locarno sei seit 1949 ein einziges Crescendo, doch unvergessen seien Krisen wie jene im Jahr 2000, als das Festival bei der UBS mit einer Million Franken in der Kreide stand. Tempi passati. Heute sei das Locarno Festival stärker denn je.

Vier neue und renovierte Kinosäle

Das Filmfestival hat sich zum 70. Geburtstag fit gemacht. Oder in Solaris Worten: «In Locarno ist nicht nur die Software neu, sondern auch die Hardware.» So ist der jahrelange Bau des neuen Filmpalastes nahe der Piazza Grande abgeschlossen; der Pala Cinema wird mit einem grossen Saal (500 Sitze) und zwei kleineren (je 150) zusätzlich Platz schaffen. Mit der Neueröffnung des restaurierten Kinos Gran Rex kommt eine vierte Leinwand hinzu. Die Idee sei allerdings nicht, dass nun mehr Filme gezeigt werden, sondern dass sie öfter gezeigt werden können.

Über 4000 Filme hat die künstlerische Leitung unter Chatrian und seiner neuen Co-Direktorin Nadia Dresti im Hinblick auf das Festivalprogramm ausgewertet. Den Startschuss setzt am Nachmittag des 2. August die Premiere von «Willkommen in der Schweiz» von Sabine Gisiger. Die Zürcher Filmerin («Yalom’s Cure») dokumentiert die kontroversen Ereignisse in der Gemeinde Oberwil-Lieli, die sich lieber Strafzahlungen aufbrummen lassen wollte, als Asylbewerber aufzunehmen. Gespannt sein darf man auch auf den neuen Film des Regisseurs Dominik Locher. In «Goliath» erzählt er von einem jungen Schweizer Paar, das zusammengeschlagen wird, worauf der verletzte Mann (Sven Schelker) damit beginnt, Steroide zu sich zu nehmen. «Goliath» konkurriert in Locarno neben 17 weiteren Filmen um den Goldenen Leoparden und ist die einzige Schweizer Produktion im internationalen Wettbewerb. In dieser Sektion gibt es nicht nur Werke aus kleineren Filmnationen zu entdecken. Chatrian: «Auch die US-Perspektive ist stark vertreten.» Der amerikanische Wettbewerbsfilm «On The Seventh Day» von Jim McKay beispielsweise erzählt von illegalen mexikanischen Einwanderern.

Hollywood auf der Piazza Grande

Auf der Piazza Grande lässt sich dann auch Hollywood blicken. Mit «The Big Sick» holt Chatrian die romantische Komödie des Jahres nach Locarno und mit US-Stargast Adrien Brody («The Pianist») einen Oscargewinner. Mit «Atomic Blonde» zeigt er einen Blockbuster. Einziger Wermutstropfen: Hauptdarstellerin Charlize Theron wird sich nicht blicken lassen. Die diesjährigen Stargäste sind vor allem französischer Herkunft: Mathieu Amalric, Fanny Ardant, Vanessa Paradis und Mathieu Kassovitz. Aber auch der deutsche Schauspieler Jürgen Vogel, der in «Iceman» den Ötzi spielt.

Erhält die unter Chatrian vielgescholtene Piazza Grande mit solchen Namen die dringend benötigte Frischzellenkur? «Wir müssen in die Zukunft schauen», resümierte Marco Solari, der für das diesjährige Festival neu ein Youth Advisory Board ins Leben gerufen hat: Acht junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren liefern der Leitung Rat und Impulse, «um das Festival jung zu halten». So macht Locarno auch mit 70 noch eine gute Figur.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.