Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FILMKRITIK: Die trügerische goldene Rettungsdecke

Einer der aus dem Mittelmeer Geretteten in «Eldorado». (Bild: PD)

Einer der aus dem Mittelmeer Geretteten in «Eldorado». (Bild: PD)

Filmkritik «Das Goldene» lautet die wörtliche Übersetzung des Filmtitels – und golden glitzern in der Eröffnungssequenz von «Eldorado» auch die Rettungsdecken, die Helfer der italienischen Marine über die aus dem Mittelmeer geborgenen afrikanischen Bootsflüchtlinge ausbreiten. Markus Imhoof («More Than Honey»), 1941 in Winterthur geboren, hatte sich bereits 1981 in seinem Oscar-nominierten Spielfilm «Das Boot ist voll» intensiv mit Fluchtgeschichten auseinandergesetzt.

Mit «Eldorado» nimmt er diese Spur nun wieder auf, lässt sie hier aber in der Gegenwart beginnen – im Gegensatz zum Film von 1981, in dem es um die Flüchtlingspolitik der Schweiz im 2. Weltkrieg ging. Zusammen mit seinem Kameramann Peter Indergand, von dem Imhoof sagt, er sei «mutig, intelligent, erprobt – und er kann sich unsichtbar machen», konnte er für «Eldorado» im Jahr 2014 nach langen Verhandlungen auf einem Schiff der italienischen Marine mitreisen und aus nächster Nähe die Rettung von Flüchtlingen filmen.

Die Bilder der erschöpften, gerade dem Tod entronnenen Menschen gehen unter die Haut, doch sie bilden nur einen kleinen Teil in einem umfassenden filmischen Dokument über den Umgang Europas mit afrikanischen Migranten.

Imhoof verfolgt den Weg der Flüchtlinge weiter in ein umzäuntes Camp in Apulien, begibt sich unter grössten Gefahren in ein von der Mafia kontrolliertes Ghetto am Rande einer Tomatenplantage und dokumentiert auch die Zustände an der Schweizer Südgrenze und streift auch die Realität im Schweizer Asylwesen.

Doch anders als die thematisch ähnlichen Filme von Gianfranco Rosi («Fuocoammare») und Ai Weiwei («Human Flow») überlagert Markus Imhoof seinen Film mit einem starken persönlichen Bezug. Dies, indem er das Geschehen von heute mit dem Drama um das italienische Flüchtlingsmädchens Giovanna (siehe Interview) verbindet, das seine Kindheit prägte und das ihn bis heute umtreibt.

Geri Krebs

Hinweis

«Eldorado» startet morgen in den Kinos Bourbaki (Luzern), Cinema Leuzinger (Altdorf).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.