Förderpreis
Die Luzernerin Luisa Wolf gewinnt mit ihrem Kurzfilm den Open-Stage-Wettbewerb von Swisscom blue

Mit «allein» produzierte die Schauspielerin ihren ersten Film in rekordverdächtig kurzer Zeit. Sie erhält damit nicht nur 15'000 Franken Siegerprämie, sondern auch viel mediale Aufmerksamkeit.

Stefan Welzel
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Die 34-jährige Luisa Wolf.

Die 34-jährige Luisa Wolf.

Bild: Tanja Dorendorf / T+t Fotografie

Die Luzerner Schauspielerin Luisa Wolf hat den mit 15'000 Franken dotierten Open-Stage-Förderpreis von Swisscom blue in der Sparte Kurzfilm gewonnen. Ihr Beitrag «allein» handelt von einer Frau, die eine frühe Fehlgeburt erleidet. Wolf übernahm dabei die Hauptrolle, Produktion und schrieb das Drehbuch. Ihr Kurzfilm entstand während einer Produktionsdauer von nur drei Wochen. Das Publikum konnte die nominierten Beiträge streamen und seinem Favoriten die Stimme geben. In der am Samstagabend ausgestrahlten TV-Show wurde die 34-jährige Wolf zur Siegerin gekürt.

Luisa Wolf, Sie sind gelernte Schauspielerin. Wie sind Sie dazu gekommen, einen Film für diesen Wettbewerb zu drehen? Und wie lief das in so kurzer Zeit ab?

Ich habe das einfach mal ausprobiert, ein erstes Drehbuch geschrieben und dann mein Vorstellungsvideo eingereicht. Nach der Nominierung habe ich ein komplett neues Drehbuch geschrieben. Es musste ziemlich schnell gehen. Mit nur sechs Leuten vor und hinter der Kamera haben wir meinen ersten Kurzfilm in lediglich drei Wochen produziert. Auch dank der Hilfe des jungen Filmemachers Damian Hauser und seiner Vielseitigkeit gerieten wir in einen regelrechten Flow. Mein Ziel war dabei primär, in die Finalsendung zu gelangen und mein Filmthema einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Das ist mir glücklicherweise gelungen.

Szene aus dem Kurzfilm «allein» mit Luisa Wolf, Hans-Caspar Gattiker und Clovis Kasanda (v.l.n.r.).

Szene aus dem Kurzfilm «allein» mit Luisa Wolf, Hans-Caspar Gattiker und Clovis Kasanda (v.l.n.r.).

Bild: Screenshot

Ihr Kurzstreifen ist sehr intim. Wie kamen Sie auf den Filmstoff der frühen Fehlgeburt?

Ich habe das selber erlebt. Als offener und kommunikativer Mensch rede ich auch über schwierige Dinge.

Mir war bewusst, dass das ein sehr persönliches und irgendwie auch heikles Thema ist.

Der Film und die Arbeit daran haben mir sehr geholfen, dieses Erlebnis weiter zu verarbeiten. Ich habe während der Zeit, in der man die nominierten Filme online anschauen konnte, zahlreiche Rückmeldungen erhalten, was mich sehr gefreut und in meiner Themenwahl bestätigt hat. Fehlgeburten sind nach wie vor weitestgehend ein gesellschaftliches Tabu.

Die Beiträge des Wettbewerbs waren sehr vielseitig, Ihrer einer der nachdenklichsten und berührendsten. Hat Sie der Gewinn überrascht?

Ich dachte durchaus, dass es viel brauchen würde, damit zu gewinnen. Und mir war klar, dass «allein» als Vorfilm einer Komödie vermutlich nicht der Idealste ist (lacht). (der Gewinnerbeitrag läuft in den nächsten Monaten als Vorfilm in blue Cinemas, Anm. d. Red.) Doch nach den erwähnten, vielen Rückmeldungen im Vorlauf wusste ich auch: Es ist ein gut gewählter Stoff, weil er viele Menschen betrifft. Und wenn man an so einem Wettbewerb teilnimmt, muss man immer mit Optimismus und der Überzeugung ans Werk gehen, auch gewinnen zu können.

Wolf mit dem Siegerscheck.

Wolf mit dem Siegerscheck.

Bild: Swisscom blue TV

Was hat der Sieg ausgelöst?

Das hat mir viel Aufschwung gegeben. Vor allem macht es mich glücklich, mit meinem Film gesellschaftlich etwas zu bewirken, ein Tabuthema aufzugreifen. Und was das Berufliche angeht, bringt das Ganze den positiven Effekt der medialen Aufmerksamkeit mit sich. Seither erhalte ich viele unterschiedlichste Anfragen und Jobangebote.

Wie geht es nun konkret weiter? Investieren Sie die 15'000 Franken gleich in ein nächstes, eigenes Filmprojekt?

Prinzipiell kann ich mir gut vorstellen, den Gewinn in ein weiteres Kurzfilmprojekt zu stecken. Ich hätte noch ein paar Themen im Köcher. Aber sicher ist: Das nächste Mal könnte und würde ich mir mehr Zeit geben!

Was ist Ihr grösster beruflicher Traum?

Ich wollte immer mal auf der Kinoleinwand zu sehen sein. Das habe ich nun erreicht. Ich möchte weiterhin primär als Schauspielerin arbeiten und hoffe dabei darauf, dass die Schweizer wie auch die Filmszene in den Nachbarländern in Zukunft mehr Mut zur Diversität zeigt.