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FRAME-FILMKRITIK: «American Pastoral» – Ewan McGregor scheitert mit Regiedebüt

Ewan McGregor hat mit «American Pastoral» den spannenden Roman von Philip Roth in den Sand gesetzt – er ist als Schauspieler besser wie als Regisseur.
Ewan McGregor und Hannah Nordberg als Vater und Tochter. (Bild: outnow.ch)

Ewan McGregor und Hannah Nordberg als Vater und Tochter. (Bild: outnow.ch)

Es bewahrheitet sich immer wieder: Wenn Filme damit anfangen, dass ein Erzähler aus dem Off einen in die Geschichte einführt, mangelt es dem Regisseur meist an erzählerischem Flair. Diese Voice-Overs sind Krücken für Cineasten, die nicht in Bildern zu erzählen wissen und glauben, das unmündige Publikum bei der Hand nehmen zu müssen. Zu ihnen gehört Ewan McGregor, der mit «American Pastoral», der Verfilmung von Philip Roths gleichnamigem Roman, sein Regiedebüt gibt.

Der Film spielt in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg und dreht sich um Swede Levov (McGregor). Der Sohn eines jüdischen Handschuh-Fabrikanten ist ein begnadeter Sportler, der das Geschäft seines Vaters übernimmt und die Schönheitskönigin Dawn (Jennifer Connelly) heiratet. Die beiden beziehen ein grosses Haus in der Vorstadt und bekommen bald Nachwuchs. Das amerikanische Idyll scheint perfekt. Doch Tochter Merry (Dakota Fanning) entpuppt sich als nicht «wohlgeraten». Sie stottert, rebelliert gegen die Eltern und schliesst sich während des Vietnamkriegs einer Untergrundbewegung an. Nach einem Bombenanschlag auf die lokale Poststelle, bei der ein Mann stirbt, taucht sie unter. Ihr Vater macht sich auf, die verlorene Tochter zu suchen.

Die an sich interessante Story wirft ein Schlaglicht auf ein wenig bekanntes Phänomen der Gegenkultur: die terroristischen Untergrundzellen. Leider ist McGregor dem Stoff nicht gewachsen. Statt ihn zu kürzen und zu verdichten, betet er die Vorlage nach. Spannend wäre es zum Beispiel, zu sehen, wie Levov darauf reagiert, dass seine Frau einen Liebhaber hat. Doch für das Ausloten der Konflikte nimmt sich McGregor keine Zeit. Zuweilen hat man das Gefühl, man höre den Regisseur, wie er im Regiestuhl im Buch blättert. Der Film enthält unmotivierte Zeitsprünge, ist von klebrig sentimentaler Musik untermalt und zeigt uns in der Hauptrolle einen Ewan McGregor, der hölzern spielt und dessen Figur sich über die Jahre kaum verändert.

Christian Jungen

Die Idylle wäre perfekt. Würde die kleine Merry sich nur so benehmen, wie ihre Eltern es wollen. Links: Jennifer Connelly als traurige Mutter Dawn Levov. (Bild: outnow.ch)

Die Idylle wäre perfekt. Würde die kleine Merry sich nur so benehmen, wie ihre Eltern es wollen. Links: Jennifer Connelly als traurige Mutter Dawn Levov. (Bild: outnow.ch)

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