Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FRAME-LESETIPP: Schweizer Filmemacher erzählen: So gewinnt man einen Oscar

Am 26. Februar werden zum 89. Mal die Oscars verliehen. Wer nominiert werden will, muss mit klugem Lobbying dafür sorgen, dass die 7000 Academy-Mitglieder seinen Film überhaupt wahrnehmen. Das ist aufwendig und teuer. Drei Schweizer Teams erzählen, wie sie es dieses Jahr geschafft haben.
Courgette im Januar 2017 bei den Golden Globes. (Bild: Magnus Sundholm)

Courgette im Januar 2017 bei den Golden Globes. (Bild: Magnus Sundholm)

Marlène von Arx
kultur@luzernerzeitung.ch

Das ist ganz grosses Kino! Die Schweiz ist dieses Jahr mit gleich drei Filmen an den Oscars vertreten: mit dem Animationsfilm «Ma vie de Courgette» des Wallisers Claude Barras, mit dem Kurzfilm «La femme et le TGV» des Zürchers Timo von Gunten sowie mit dem Dokumentarfilm «I Am Not Your Negro» des Haitianers Raoul Peck, koproduziert von der Genfer Produktionsfirma Close Up Films. «Ma vie de Courgette», nominiert als bester Animationsfilm, hatte es auch in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film auf die Short List geschafft, die Vorauswahl für die Oscar-Nominierungen. Ob die Schweiz wieder eine der begehrten Statuetten gewinnt, wissen wir in der Nacht vom 26. Februar, wenn die Preise verliehen werden.

Die Oscar-Nomination ist der Höhepunkt in einer langen Reihe von Auszeichnungen für die Geschichte um den Buben namens Courgette, der im Kinderheim zum ersten Mal das Gefühl von familiärer Geborgenheit spürt. «Die vielen Preise, die wir bis jetzt schon gewonnen haben, sind natürlich toll und bauen mich auf», sagt der Regisseur Claude Barras beim Gespräch im Roosevelt Hotel in Hollywood, wo 1929 die erste Oscar-Verleihung stattfand. «Welchen Effekt die Oscars auf mich haben werden, kann ich noch gar nicht richtig einschätzen.» Er ergänzt: «Die ganze Promotionsarbeit in den USA ist anders als in Europa. Es ist ein grosser Wettbewerb.»

Promotion – das ist es, wovon zu grossen Teilen abhängt, ob ein Film es überhaupt ins Rennen um den grossen Preis der Academy of Motion Picture Arts and Sciences schafft. Wie ist es den drei Schweizer Produktionen dieses Jahr gelungen, die Konkurrenz aus aller Welt hinter sich zu lassen?

Schauen wir uns zuerst «Ma vie de Courgette» an. Die Kampagne begann bereits vor über einem Jahr: «Schon letzten Winter zeigten wir den Film Edouard Waintrop, dem künstlerischen Leiter der Quinzaine des Réalisateurs am Festival von Cannes», sagt Pauline Gygax. Sie führt zusammen mit ihrem Mann Max Karli die Genfer Firma Rita Productions, die «Courgette» produziert hat und seit fünf Jahren begleitet. «Da Waintrop den Film sehr mochte, war es nicht mehr schwierig, in die engere Auswahl zu kommen», sagt sie. «Viel schwieriger war es, sechs Monate lang niemandem davon zu erzählen, dass wir die Premiere in Cannes feiern würden!»

Neben Gygax und Karli gibt es aber noch einen dritten Mann hinter dem kleinen Courgette: Michel Merkt, den Genfer Erfolgsproduzenten mit Wohnsitz in Monaco. Die US-Filmzeitschrift «Variety» setzte ihn letztes Jahr auf die Liste der zehn vielversprechendsten Filmproduzenten. Tatsächlich kommt der 43-Jährige nicht nur mit «Ma vie de Courgette» im Gepäck nach Hollywood. Er hat auch «Elle», den Thriller von Paul Verhoeven, die Komödie «Toni Erdmann» von Maren Ade und das Drama «Juste la fin du monde» von Xavier Dolan mitproduziert, die offiziellen Oscar-Beiträge aus Frankreich, Deutschland und Kanada also.

«Elle» könnte Isabelle Huppert die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin einbringen, «Toni Erdmann» ist nominiert als bester fremdsprachiger Film. «Juste la fin du monde» schaffte es nur auf die Short List, ebenfalls in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film.

Michel Merkt griff Pauline Gygax und Max Karli vor drei Jahren unter die Arme, als die Produktion in einen finanziellen Engpass geraten war. Merkt, der als kleines Kind selber in einem Heim lebte, bevor er von einer Genfer Anwaltsfamilie adoptiert wurde, fühlte sich besonderes hingezogen zur Hauptfigur in Barras’ erstem Spielfilm. «Wenn man sich im Heim allein fühlt, bleibt einem nichts anderes übrig, als seine eigenen Geschichten, Welten und Freunde zu erfinden», sagt er und datiert damit seine Liebe zum Geschichtenerzählen auf seine früheste Kindheit zurück. «Später las mir mein Vater mindestens eine Geschichte pro Tag vor, und ich verbrachte so viel Zeit vor dem Fernseher, dass meine Eltern die Fernbedienung verstecken mussten. Aber ich fand heraus, wie man das Gerät auch ohne einschalten konnte», sagt Michel Merkt und schmunzelt.

Der Senkrechtstarter mit der Nase für gute Geschichten sagt, ein Film müsse mindestens drei Kriterien erfüllen, um zum Oscar-Anwärter werden zu können: «Erstens braucht man einen amerikanischen Verleiher oder muss diesbezüglich zumindest in ernsthaften Verhandlungen sein. Zweitens muss man an einem Festival der oberen Kategorie einen Preis gewonnen haben. Drittens und am wichtigsten: Der Film muss dem amerikanischen Publikum zugänglich sein. Wenn man diese Kriterien nicht erfüllt, braucht man gar nicht erst anzutreten und spart sich das Geld lieber für seinen nächsten Film auf.»

Arthur Cohn, der Basler, der sechs Oscars bei sich zu Hause stehen hat, sieht das anders: «Viele haben die falsche Auffassung, dass der Oscar sozusagen das Tüpfchen auf dem i sei für einen bereits erfolgreichen Film.» Bei ihm sei das Gegenteil der Fall: «Die Mehrheit meiner Filme erhielt Nominationen als vollkommene Nobodys, manchmal sogar ohne Verleiher. Danach hingegen waren die Oscars für mich eine Riesenhilfe beim Marketing meiner Filme. Ohne die Auszeichnung wären sie auf dem Markt wohl untergegangen.»

Michel Merkt hoffte für «Courgette» auf eine historische Doppelnominierung in den Kategorien Bester fremdsprachiger Film und Bester Animationsfilm und steckte darum auch tüchtig Geld in die Promotion. Genaue Zahlen dazu, was ihn alle die Vorführungen, die lokale PR-Vertretung, die ganzseitigen Inserate in den Fachzeitschriften, die «Courgette»-Merchandise- Artikel und die Reisespesen für Barras und sein Team gekostet haben, will er nicht nennen. Aber allein schon für die erste Phase der Kampagne – ohne Cannes und die anderen Festivals – bis hin zur Nomination habe das Budget über 500 000 Franken betragen, sagt er.

Obwohl die Academy in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film fast ausnahmslos Spielfilme wählt, hat die Schweiz in den letzten Jahren den Dokumentarfilm «More Than Honey» von Markus Imhoof und das Doku-Fiction-Drama «Der Kreis» von Stefan Haupt eingereicht. Und nun Barras’ Animationsfilm. Swiss Films, die Promotionsagentur für das Schweizer Filmschaffen, hält an dieser Strategie fest, weil «diese dazu beiträgt, die Sichtbarkeit des Schweizer Films zu stärken», wie die Pressestelle das Vorgehen begründet.

Zuviel PR kann schaden

Auch Simon Otto, der Chef-Animator bei Dreamworks und ebenfalls Academy-Mitglied ist, findet es wichtig, dass Merkt mit «Courgette» doppelspurig gefahren ist: «Erstens verdient es der Film, und zweitens gab ihm das während der Nominationszeit mehr Profil. Ich kann mir schon vorstellen, dass es Mitglieder gibt, die finden, ein Animationsfilm gehöre nur in die Kategorie der Animationsfilme.» Max Karli meint hingegen: «Wir hatten Mitglieder an Vorführungen, die gar nicht gekommen wären, hätten sie gewusst, dass ‹Ma vie de Courgette› ein Animationsfilm ist.»

Natürlich müsse, wer unter all den Anwärtern reüssieren wolle, «zuerst einen guten Film mit einer einzigartigen Story haben», sagt Arthur Cohn, der seit 1962 Academy-Mitglied ist. «Und man muss an den eigenen Film glauben, sonst nützt die grösste Kampagne nichts.» Den Schweizer Filmen, die im Oscar-Rennen sind, könne er nur raten, alles daranzusetzen, dass die über 7000 Academy-Mitglieder sich diese auch wirklich anschauen.

Aber kann man die Werbetrommel auch zu stark rühren? Durchaus, findet Raul Garcia, der seit 18 Jahren im Vorstand der Academy sitzt und Mitglied jener Gremien ist, welche die Kurzfilme, die Animationsfilme und die fremdsprachigen Filme nominieren. «‹Ma vie de Courgette› ist ein rares Juwel», sagt Garcia. «Aber ich fand die Kampagne etwas übertrieben. Das ist nicht der Aufwand, den man normalerweise für einen kleinen Indie-Film betreibt. Er war in den Fachzeitschriften so oft vertreten wie die Filme der grossen Studios.»

Was Studios ausgeben, um auf ihre Filme aufmerksam zu machen, weiss der Award-Beratungs-Profi Tony Angelotti. Zu seinen Kunden gehören unter anderem Pixar und Disney-Animation. Er vertritt damit auch «Zootopia», den Oscar-Favoriten und Erzrivalen von «Courgette». Über sein Budget für die Kampagne für Barras’ Film verrät er nur, dass es «nicht so viel ist, wie die einen behaupten, aber auch mehr, als andere sagen». Man habe schon vor einem Jahr in einem zehnköpfigen Marketingteam Strategien dazu entwickelt, wie und wann man ausser auf den Unterhaltungswert des Films auch auf seine tiefere Botschaft hinzuweisen beginne.

Dass es der französischsprachige Film in Hollywood zu einer Nomination gebracht hat, erstaunt ihn nicht: «Die Academy mag Stop-Motion-Filme und nominiert sie auch oft. Und: Der Film ist wirklich gut.»

Kräftemessen mit Studios

Dass «Courgette» bei den Golden Globes leer ausging, hält Tony Angelotti nicht für ein schlechtes Omen. Genauso wenig, dass er nicht in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert ist. «Es sind jedes Jahr ein, zwei ausländische Filme in der Kategorie Animation nominiert, und ab und zu gewinnt auch einer. Das ist zwar schwierig, aber nicht unmöglich. Viele von den rund 7000 Mitgliedern interessieren sich nicht sonderlich für Animation und stimmen einfach für den Film, den sie aus den Fachblättern kennen.»

Von einem Studio-Protektionismus, wie ihn der Schweizer Regisseur Xavier Koller in der Kategorie Animationsfilm wahrzunehmen glaubt, will Tony Angelotti nichts wissen: «Das Gegenteil ist der Fall! Letztes Jahr war ‹Inside Out› von Disneys Pixar der einzige Studiofilm, die anderen waren Independent-Produktionen.» Dazu komme, dass das Komitee, das die Nominationen zusammenstelle, aus vielen Älteren und Pensionierten bestehe. «Die lieben die klassischen, handgezeichneten 2-D-Animationsfilme. Darum ist auch ‹La tortue rouge› dieses Jahr vertreten.»

Dass am Ende dann doch der Studiofilm gewinnen werde wie letztes Jahr «Inside Out», will er nicht so stehenlassen und führt die Siegerfilme von 2002 und 2005 an: «Spirited Away» von Hayao Miyazaki und «The Curse of the Were-Rabbit» von Steve Box und Nick Park. Angelotti räumt «Ma vie de Courgette» gute Chancen ein. «Ich finde, das Team hat bisher einen sehr guten Job gemacht.»

Party beim Konsul

Einen guten PR-Job machte auch das Team hinter dem Dokumentarfilm «I Am Not Your Negro» von Raoul Peck, die französisch-amerikanisch-belgisch-schweizerische Koproduktion mit zehn Prozent finanzieller Beteiligung der Genfer Firma Close Up Films. Die Kampagne für den Film um Rassenfragen in Amerika, erzählt in den Worten des Autors und Sozialkritikers James Baldwin, wurde vom amerikanischen Produzenten geführt. Weil die Schweizer Beteiligung gering ist, gilt er offiziell nicht als Schweizer Film und wurde vom Bundesamt für Kultur nicht gefördert.

Hat «I Am Not Your Negro» von den Bemühungen der Academy um mehr Diversität, namentlich der Berücksichtigung von Schwarzen, profitiert? «Das hatte sicher Einfluss auf seinen Erfolg», sagt die Koproduzentin Joëlle Bertossa. «‹Black Lives Matter› ist zurzeit ein grosses Thema in den USA. Aber auch die Qualität des Films stimmt.»

In der Zeit zwischen den Golden Globes und der Ankündigung der Oscar-Nominierungen organisierte der in Los Angeles lebende Schweizer Jean de Meuron, Koproduzent des nominierten Kurzfilms «La femme et le TGV», einen Anlass, um den Schweizer Film zu feiern. Die Party fand in der Residenz des Schweizer Konsuls Emil Wyss in Los Angeles statt. De Meuron setzte auch ein paar Academy-Mitglieder auf die Gästeliste. «Mit ‹Bon Voyage›, der dann leider keine Nomination erhielt, rangierten vier Schweizer Filme auf den Short Lists. Das ist ein Riesenerfolg», sagt er begeistert.

Academy ist restriktiv

Zwischen Bündnerfleisch und Appenzellerkäse lobten die Academy-Mitglieder die Qualität der diesjährigen 137 Kurzfilme. Einer der Gäste war Xavier Koller, der Schweizer Regisseur, der 1991 den Oscar für sein Flüchtlingsdrama «Reise der Hoffnung» mit nach Hause brachte und ebenfalls Mitglied der Academy ist. «Früher war das ganz anders», erinnert er sich. «Wir organisierten eine Filmvorführung, die Academy zwei. Eine PR-Firma verpflichteten wir erst nach der Nomination.»

Als Arthur Cohn seinerzeit Mitglied geworden sei, sei die Academy noch viel persönlicher und heimeliger gewesen, wie er findet: «Heute kenne ich von den rund 7000 Mitgliedern vielleicht noch 60, also knapp ein Prozent», sagt er. Weil heute nicht mehr nur Vorführungen stattfinden, sondern die Filme in der Schlussphase auch auf DVD ausgeliefert werden, spiele das Lobbying eine viel grössere Rolle, sagt Koller.

Max Karli hat darum für «Ma vie de Courgette» nicht weniger als 25 Filmvorführungen organisiert, und zwar über Mittag bei Pixar, Dreamworks und Sony, weil sich dort wichtige Academy-Mitglieder der nominierenden Branche aufhalten. Nachdem die Nominierungen bekanntgegeben worden sind, sind solche Anlässe verboten.

«Man muss die Kampagne fortan sehr dezent gestalten», erklärt de Meuron, der den Schweizer «TGV»-Produzenten Giacun Caduff und den Regisseur Timo von Gunten in Hollywood vertritt. «Details können zu grossen Problemen führen, zum Beispiel, wenn man die Oscar-Statuette bereits für die Werbung verwendet, obwohl man vorerst nur auf der Short List ist. Das ist erst ab der Nomination erlaubt.» Und E-Mails dürfe man nur eine pro Woche verschicken und darin auch keine Stimmung machen gegen die Konkurrenz.

Man erinnere sich an den Produzenten von «The Hurt Locker», Nicholas Chartier, der 2010 von der Oscar-Verleihung ausgeschlossen wurde, weil er die Academy-Mitglieder per E-Mail darum gebeten hatte, ihre Stimme seinem kleinen Film statt dem Hit «Avatar» zu geben.

Der Schweizer Reto Caffi, der mit seinem Kurzfilm «Auf der Strecke» 2009 ebenfalls in der Kategorie Bester Kurzfilm nominiert war, gab dem Nachwuchsproduzenten de Meuron gute Tipps. Und natürlich auch sein Mentor Arthur Cohn. «Er hat sofort gesagt: ‹Jean, schick den TGV-Film an die Academy!› Und er verriet uns, wie man die Mitglieder am besten anspricht: Man solle von seinem Weg erzählen und nicht um Stimmen betteln.»

Warum hat es «La femme et le TGV» unter die fünf nominierten Kurzfilme geschafft, aber nicht das Flüchtlingsdrama «Bon Voyage», der Kurzfilm von Dschoint Ventschr, der unter den besten zehn auf der Short List figurierte und sogar als Favorit galt? «Es gibt jedes Jahr einen Trend bei den Kurzfilmen. Dieses Jahr war es Immigration und Flüchtlinge», erklärt Raul Garcia. «Ich war mir sicher, dass ‹Bon Voyage› nominiert würde. Aber vielleicht gab es zu viele thematisch ähnliche Filme. Manchmal spielt etwas so Banales wie die Reihenfolge des Abspielens der Filme eine Rolle.»

Der Film von Mark Wilkins solle bei der offiziellen Vorführung das dritte Flüchtlingsdrama in Folge gewesen sein, erzählt man sich beim monatlichen Schweizer Treffen in Hollywoods Trendlokal Ysabel. Da war «La femme et le TGV» die willkommene leichtfüssige Abwechslung inmitten von vielen düsteren Filmen. Das hat ihm wohl die nötigen Stimmen eingebracht.

Persönliche Kontakte, darin sind sich die Produzenten von «Ma vie de Courgette» und «La femme et le TGV» einig, sind wichtig für den Siegeskurs. Jean de Meuron, der während des Studiums an der New York Film Academy Praktika bei den beiden Star-Produzenten Harvey Weinstein und Scott Rudin absolvierte, will sich jetzt mit einem Brief bei seinen ehemaligen Arbeitgebern bedanken: «Sie sind ein Teil meines Weges und haben mich geprägt, weil ich miterleben konnte, wie sie arbeiten.»Im Gegensatz zu «Ma vie de Courgette», der am 24. Februar mit den Stimmen von Will Forte und Ellen Page englisch synchronisiert in den amerikanischen Kinos anläuft, erhofft man sich bei einem Kurzfilm durch einen Oscar keine zusätzlichen Einnahmen an der Kinokasse. «Kurzfilme sind eher wie Visitenkarten», sagt Jean de Meuron. Von Arthur Cohn weiss er, dass er jetzt nach vorne blicken muss: «Wenn wir nach unserem nächsten Projekt gefragt werden, haben wir darum auch schon eine Antwort parat. Denn jetzt gibt es ein kleines Fenster des Interesses, das man nützen muss.»

Und so erzählte er an jenem Sonntag in der Residenz des Konsuls den betagteren unter den Academy-Mitgliedern geduldig davon, wie Timo von Gunten jetzt am Script zu «The Man Who Sold the Eiffel Tower» sitze und dass er selbst den Film produzieren werde, der die Geschichte des Betrügers Victor Lustig erzählt, der in den 1920er Jahren den Eiffelturm an Alteisenhändler verkaufen wollte. Wenn die Academy-Mitglieder den Film dann eines Tages zu sehen bekommen, werden sie sich vielleicht an den umgänglichen jungen Schweizer und seinen Enthusiasmus fürs Kino erinnern und ihm ihre Stimme geben.

Max Karli, Pauline Gygax und Claude Barras. (Bild: Serge Hoeltschi)

Max Karli, Pauline Gygax und Claude Barras. (Bild: Serge Hoeltschi)

Jean de Meuron, der Produzent von «La femme et le TGV». (Bild: Serge Hoeltschi)

Jean de Meuron, der Produzent von «La femme et le TGV». (Bild: Serge Hoeltschi)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.