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FRANZISKANERKIRCHE: Barocke Kammermusik mit sprühendem Leben erfüllt

Das junge Bach Collegium Basel spielte mit unbändiger Musizierfreude und hat viel Potenzial. Die internationale Besetzung zeigte sich mit französischer und italienischer Barockmusik schon wohlvertraut.
Dank Flötistin Melissa Sandel Blum trat das Bach Collegium Basel in Luzern auf. (Bild: PD)

Dank Flötistin Melissa Sandel Blum trat das Bach Collegium Basel in Luzern auf. (Bild: PD)

Der Name des berühmten Johann Sebastian Bach lässt sich weltweit in vielen Ensembles finden, allein in Luzern gibt es zwei davon. Dies einmal wegen seiner grenzüberschreitenden, zukunftsweisenden und universalen Musik. Zum anderen wohl ganz einfach, weil er so bekannt ist. Und so lässt sich ein Ensemble mit seinem Namen auch gut merken.

Dass das neu gegründete Bach Collegium Basel nun seinen ersten Auftritt mit barocker Kammermusik in der Franziskaner­kirche Luzern hatte, ist der Luzernerin Melissa Sandel Blum zu verdanken. Sie hat letztes Jahr ihr Abitur an der Kantonsschule Alpenquai gemacht und studiert seither an der Schola Cantorum Basiliensis Blockflöte. Dort hat sie sich mit anderen Studenten und jungen Profimusikern zusammengetan und nun in dem Konzert am Freitag das neue Ensemble vor interessierten Zuhörern präsentiert.

Spürbare Spannung

International ist die Besetzung grenzübergreifend: Der russische Geiger Mischa Dobruschkin, Sonia Navot aus Israel (Violoncello und Viola da gamba) und Pablo FitzGerald aus Spanien (Laute und Barockgitarre) studieren ebenfalls in Basel. Christopher Holman aus den USA forscht in Basel an Notationen aus der Renaissance und vervollständigt das Bach Collegium Basel an Orgel und Cembalo. Die Spannung im Publikum, das etwa den vorderen Raum der Franziskanerkirche füllte, war spürbar; Freunde der Musiker blickten erwartungsvoll zur Empore, denn dort begann das Konzert mit der Sonata da chiesa F-Dur von Angelo Corelli. In den beiden langsamen Sätzen konnte man die Musik noch gut «verstehen», in den raschen Sätzen aber verschwammen die Töne öfters etwas. In der Orgel-Triosonate von Bach BWV 655 aber setzten sich die von Christopher Holman klar artikulierten Register fein voneinander ab.

Leider konnte man die interessanten Erläuterungen zu den folgenden Stücke in der heiklen Akustik der Kirche nur im vorderen Bereich verstehen. Melissa Sandel Blum sprach eher etwas schnell und leise, wie später auch Pablo FitzGerald, der Spannendes über die Instrumente sagte.

Beim Musizieren war davon aber gar nichts zu spüren, da waren alle in ihrem Element. Und nun vom Altarraum aus konnte man die vielen Verzierungen in Geige und Blockflöte über dem wandelbaren Ostinato von Cembalo, Laute und Gambe in «Passacaille» von Lully wunderbar ­hören. Vor allem, wenn Pablo FitzGerald sein Instrument fast perkussiv nutzte, entstand hoch lebendiges Musizieren. «Le Parnasse ou L’Apothéose de Corelli», eine Hommage von François Couperin an den italienischen Komponisten, wurde farbenreich gestaltet.

Aber erst in Telemanns Trio-Sonate a-Moll zogen die jungen Musiker alle Register ihres Könnens. Und in der Zugabe von Marco Uccellini wuchsen sie mit wie improvisiert scheinender Virtuosität geradezu über sich hinaus. Da spürte man die unbändige Freude am gemeinsamen Musizieren und das Potenzial, das dieses neue Bach Collegium Basel in sich trägt. Man kann auf die Entwicklung gespannt sein, zumal je nach Programm auch noch Erweiterungen geplant sind.

Gerda Neunhoeffer

kultur@luzernerzeitung.ch

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