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Von Stewart bis Blanchett: Frauenrekord am Zurich Film Festival

Die 15. Ausgabe zeigt so viele Filme von Regisseurinnen wie noch nie. Cate Blanchett und Kristen Stewart erhalten Ehrenpreise.
Dario Pollice

Von den 171 Filmen, die dieses Jahr am Zurich Film Festival laufen, sind 55 von Frauen. Das entspricht einer Zunahme von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Co-Direktorin Nadja Schildknecht ist bei der Präsentation des Programms erfreut. Dieser sticht nicht nur in den Festivalsektionen hervor, sondern auch auf dem roten, pardon grünen Teppich. Die französisch-amerikanische Regisseurin und Schauspielerin Julie Delpy («Before Sunrise») stellt ihren neuen Film «My Zoe» vor und spricht an einem Symposium. «Julie Delpy ist ein Vorbild für die Frauen in der Filmbrache. Sie hat Drehbücher geschrieben, Regie geführt und als Schauspielerin in über sechzig Filmen mitgewirkt», so Schildknecht.

Julie Delpy hält einen ZFF-Master ab. (Bild: Keystone)

Julie Delpy hält einen ZFF-Master ab. (Bild: Keystone)

Zu Gast: Cate Blanchett, Kristen Stewart

Für den Glamoureffekt, mit dem sich das Festival gerne präsentiert, sind ebenfalls die Frauen zuständig: die Hollywood-Schauspielerinnen Cate Blanchett und Kristen Stewart, die beide einen Ehrenpreis für ihre Karriere erhalten. Die australische Charakterdarstellerin Blanchett erlangte Weltruhm durch das Fantasy-Epos «Herr der Ringe». Sie ist ein schauspielerisches Chamäleon, mimt mit Leichtigkeit Elisabeth I. («Elizabeth»), Bob Dylan («I’m Not There»), oder wenn es sein muss, dreizehn verschiedene Figuren in einem Film («Manifesto»). Diese Wandlungsfähigkeit brachte ihr zwei Oscar-Statuetten ein. Das Zürcher Festival zeigt ihren neuen Film «Where’d You Go Bernadette» und retrospektiv zwölf weitere Werke.

Cate Blanchett erhält den Golden Icon Award. (Bild: Keystone)

Cate Blanchett erhält den Golden Icon Award. (Bild: Keystone)

Während Blanchett zuerst als Charakterdarstellerin bekannt war und das Massenpublikum sie erst später entdeckte, verlief die Karriere der US-Schauspielerin Kristen Stewart umgekehrt. Als 18-Jährige wurde die Kalifornierin durch die Teenager-Vampir-Saga «Twilight» 2008 schlagartig berühmt. Die Liaison mit Robert Pattinson hatte für Paparazzi die gleiche Wirkung wie das Licht für die Motten. Seit ihrem Aufstieg konzentrierte sie sich aber vermehrt auf Rollen in Arthouse-Filmen wie «Personal Shopper» (2016), oder «Seberg», den sie in Zürich präsentiert. Stewart hat sich damit als ernstzunehmende Künstlerin bewiesen.

Kristen Stewart stellt ihren Film «Seberg» vor. (Bild: Keystone)

Kristen Stewart stellt ihren Film «Seberg» vor. (Bild: Keystone)

Der künstlerische Leiter Karl Spoerri blickte zurück auf die Anfänge des Festivals. Er erinnere sich noch an die Blicke der Journalisten, als er 2005 mit Nadja Schildknecht verkündete, in Zürich ein Filmfestival organisieren zu wollen:

«Die Branche reagierte, milde ausgedrückt, mit viel Skepsis.»

Tatsächlich rümpften damals nicht wenige die Nase über das neue Festival. Zürich brauche so was nicht, schon wieder so ein Schickimicki-Anlass für Sponsoren und B-Promis, so der damalige Grundtenor. Heute sieht die Situation anders aus. Der Anlass ist unter Spoerri und Schildknecht zum zweitgrössten Filmfestival der Schweiz aufgestiegen und verzeichnete letztes Jahr 104 000 Eintritte. Für sie ist es die letzte Ausgabe, an der sie als Direktoren fungieren. Ab 2020 übernimmt der ehemalige Filmjournalist der «NZZ am Sonntag», Christian Jungen, die künstlerische Leitung.

Zwischen Regenwald und «Panama Papers»

Dieses Jahr ziehen sich zwei grosse Themen als roter Faden durch das Programm, so Spoerri. Ein Schwerpunkt liegt auf Filmen mit Umweltthemen wie «Bruno Manser – Die Stimme des Regenwaldes» oder der von Javier Bardem produzierte Dokumentarfilm «Sanctuary», der den Klimawandel in der Antarktis aufzeigt. Der andere liegt auf der Wahrheitssuche und Filmen wie die Satire über die Panama Papers, «The Laundromat», oder der Politthriller «The Report» mit Adam Driver.

Das Zurich Film Festival hat sich stets nach Hollywood ausgerichtet, vor allem in Bezug auf seine Gäste. Allerdings hat es in den letzten Jahren immer mehr Schweizer Filme gezeigt. Heuer sind es 17 Werke, also 10 Prozent aller gezeigten Filme. Welche Bedeutung das Festival mittlerweile als Plattform für das einheimische Filmschaffen hat, zeigt Lisa Brühlmanns Werdegang. 2017 gewann sie einen Preis für ihren Debütspielfilm «Blue My Mind» und empfahl sich so internationalen Produzenten. Nun ist sie für ihre Regiearbeit bei der US-Serie «Killing Eve» für einen Emmy nominiert.

Roland Emmerich stellt seinen Film «Midway» vor. (Bild: Keystone)

Roland Emmerich stellt seinen Film «Midway» vor. (Bild: Keystone)

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